Thriller mit vielschichtigen Protagonisten

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Inhalt:

Maxim Fuchs ist Meteorologe, Wettermoderator bei einem Berliner Fernsehsender, glücklich verheiratet und Vater einer kleinen Tochter. Seine Welt ist in Ordnung. Bis eines Abends bei seiner Heimkehr das Haus verlassen vorfindet. Frau und Tochter sind spurlos verschwunden. Kommissarin Sofia Nikolaidis wird mit dem Fall betraut und versucht, die beiden zu finden. Dabei rückt Maxim immer mehr in den Fokus der Ermittlungen und scheint der Kommissarin der Verdächtige schlechthin zu sein. Schließlich ereignen sich im direkten Umfeld des sympathischen Moderators seltsame Unfälle. Aber irgendetwas lässt sie zweifeln.

Gleichzeitig ist sie sehr mit sich selbst und ihrer Nichte, die nach einem tödlichen Unfall der Eltern bei ihr lebt, beschäftigt. Was ihr auf professioneller Ebene gut gelingt, schafft sie im privaten nicht im Geringsten. Statt ihre Nichte, die mit 16 die Schule schwänzt und immer wieder für Tage abtaucht zu suchen und wieder auf den Weg zu bringen, ertränkt sie ihre Nöte im abendlichen Wein.

Meine Meinung:

Marie Kopplin hat aus drei Erzählsträngen, die am Ende ineinander aufgehen, einen spannenden Thriller geflochten. Da ist zum einen Maxim, der seine Familie nicht finden kann und schier verzweifelt. Zumal er dadurch auch im Job unaufmerksam ist. Außerdem tauchen Nachrichten auf, die er angeblich geschrieben hat, an die er sich aber nicht erinnern kann. Unfälle passieren und es gibt einen Mord. Alles deutet auf Maxim als Verursacher. Mit der Zeit zweifelt er an sich selbst. Ist er schizophren? Oder spielt ihm jemand einen üblen Streich?

Kommissarin Sofia Nikaloidis sieht ermittelt in alle Richtungen und kommt doch immer wieder auf den Familienvater als Hauptverdächtigen. Dass ihre durch den Unfall der Eltern verstörte Nichte in den Fall verstrickt sein könnte, kommt ihr nicht in den Sinn.

Und dann ist da noch eine Person. Ein Junge, von dem weder der Name noch seine Rolle genannt werden. Erst im letzten Drittel wird er personalisiert. Spätestens ab diesem Zeitpunkt wird die Geschichte für den Leser durchschaubar, dennoch verliert der Roman nicht viel an Spannung. Denn auch wenn man sich jetzt den Rest zusammenreimen kann, bleibt doch noch zu ergründen, wie sich der Showdown entwickelt.

Der Thriller ist spannend, aber nicht blutrünstig. Für Leser mit schwachen Nerven dürfte er gerade noch so durchgehen, für Hardcorefans ist die Story eher ein Krimi.

Fazit:

Die Autorin hat mit „Dunkler Sommer“ einen wirklich fesselnden Thriller veröffentlicht. Der Schreibstil ist flüssig und leicht zu lesen, die Protagonisten präsentieren sich vielschichtig. Dass man doch schon relativ früh hinter das Geheimnis kommt, ist schade. Da hätten noch ein paar irreführende Hinweise eingestreut werden können. Trotzdem konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen.

Meine Leseempfehlung:

Von mir gibt es viereinhalb Sterne. Den halben Stern ziehe ich für das frühe Durchschauen der Story ab.

Das Buch „Dunkler Sommer – Ich kenne dein Gesicht “ von Marie Kopplin   wurde mir vom dp Verlag kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt, was meine Bewertung jedoch nicht beeinflusst hat.

Spannend bis zum Ende

Caroline Seibt greift aktuelles Thema auf

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Niklas Winter, Sozialarbeiter und Familienvater hat sich auf grausame Weise das Leben genommen. Zumindest sieht es danach aus, was den Polizeichef Alexander Bachmann dazu veranlasst, die Akte möglichst schnell zu schließen und den Fall als geklärt zu den Akten zu legen. Kommissar Theo Weiland hat da allerdings seine Zweifel. Offiziell weiter ermitteln darf er nicht, tut es aber trotzdem. Vor allem, nachdem eine weitere Leiche gefunden wird: Ein Mann, der ebenfalls grausam ums Leben gekommen ist. Aber sicherlich nicht durch Selbsttötung. Weiland deckt mit seinen heimlichen Ermittlungen Abgründe eines Kinderheims auf, deren Ursprünge 20 Jahre zurückliegen.

Meine Meinung:

Caroline Seibt hat ein Thema aufgegriffen, das besonders in den vergangenen Jahren immer wieder in den Medien diskutiert wurde: Die Missstände in Kinderheimen und sogenannten Kinderkuren, die von Kirchen, Krankenkassen und anderen Institutionen bis weit in die 1970er Jahre betrieben wurden. Eingepackt hat sie die Hintergründe in einen fesselnden Thriller, der einen von Anfang bis Ende packt und mitreißt. Mit ihrer gut zu lesenden Schreibweise führt sie ihre Leser mehrfach auf falsche Fährten, lässt sie raten, nur um ihnen dann, wenn sie glauben, den Täter gefunden zu haben, aufzuzeigen, dass sie falsch liegen. So geht es auch Theo Weiland, der lange im Dunkeln tappt, ein fehlendes Puzzleteil lange Zeit übersieht und dann in einem atemberaubenden Showdown den Täter/die Täterin überwältigen kann.

Näher möchte ich auf die Geschichte gar nicht eingehen, weil ich dadurch zu viel verraten würde.

Bei der Aufklärung fehlt eigentlich nur ein Punkt, der zwar nicht besonders wichtig ist, dessen Auflösung aber sicherlich interessant wäre. Gemeint ist eine alte Visitenkarte Weilands, die beim ersten Opfer gefunden wird. Auf der Rückseite steht nur ein Wort: Hilfe! Zwar ist erklärt, woher die Karte stammt, allerdings nicht, wie das Opfer darangekommen ist und wer wann den Hilferuf darauf geschrieben hat.

Erzählt wird die Geschichte aus Sicht des ermittelnden Kommissars, wodurch der Leser Einblick in seine Gedanken erhält sowie aus der Sicht eines Kindes, das vor 23 Jahren in einem Heim lebt.

Fazit:

Das war ein Thriller ganz nach meinem Geschmack. Ich hatte ihn auch ruck zuck durch. Mit ihrem Schreibstil zieht Caroline Seibt die Leser voll in den Bann ihrer Protagonisten. Überrascht hat mich am Ende die Auflösung und vor allem die Begründung für die Taten.

Meine Leseempfehlung:

Von mir gibt es die vollen fünf Sterne. Auch wenn bei der Aufklärung oben erwähnter Punkt fehlt. Er nimmt der Geschichte nichts. Für Thriller-Fans ist der Roman „Gestohlenes Kind“ von Caroline Seibt absolut empfehlenswert.

Das Buch „Gestohlenes Kind “ von Caroline Seibt  wurde mir vom dp Verlag kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt, was meine Bewertung jedoch nicht beeinflusst hat.

Meine Erwartungen wurden leider nicht erfüllt

Eher ein unblutiger Krimi als ein Thriller

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Hazel ist erfolgreiche Theaterschauspielerin. Nach Jahren auf der Bühne möchte sie sich neuen Aufgaben zuwenden und erwägt, als Schauspiellehrerin zu arbeiten. Obwohl niemand davon weiß, werden ihr die letzten Tage im Theater schwer gemacht, was sie in ihrer Entscheidung nur bestärkt. Sowohl im Schauspielhaus als auch zu Hause findet sie immer wieder bedrohliche Nachrichten, die ihr einerseits zusetzen, sie andererseits aber dagegen aufbegehren lassen. Zumindest in ihren Gedanken. Dabei hat sie ihre junge Kollegin Pia im Verdacht, während Elliot immer zudringlicher wird und ihr Angst macht. Ihre ehemalige Schauspiellehrerin Orla, von der sie sich Unterstützung bei der Umsetzung ihrer Berufspläne erhofft, macht sie nur immer wieder nieder. Mit der Zeit spitzt sich die Lage zu, die Bedrohungen werden mehr, bis es zum Eklat und unerwarteten Ende kommt.

Meine Meinung:

Antonia Richter hat sich ein gutes Thema vorgenommen. Mobbing und Stalking sind heutzutage fast schon normal, die Opfer, oft nicht in der Lage  sich zu wehren, leiden und werden krank. So geht es auch Hazel. Die anfangs kleinen Piesackereien und Botschaften steckt sie noch weg. Mit der Zeit allerdings reagiert ihr Körper mit Migräneattacken.

Das Verhalten der Schauspielerin, in deren Psyche die Autorin tiefe Einblicke gestattet, ist allerdings nicht immer verständlich. Sie hat Angst und ist verunsichert, geht aber nach der Abendvorstellung mitten in der Nacht von der Bushaltestelle eine Abkürzung von rund einem Kilometer durch den Wald nach Hause. Wer macht so etwas? Ein ängstlicher Mensch – vor allem eine Frau – würde nachts niemals alleine durch einen Wald gehen. Schon gar nicht so eine lange Strecke. Sie würde eher den längeren Weg nehmen und sich auf beleuchteten Straßen bewegen.

Und würde sich eine Frau nicht gegen die Mobbing-Attacken wehren und dem zudringlichen Kollegen Einhalt gebieten? Nicht unbedingt. Das hat Antonia Richter ganz gut beschrieben. Die meisten Opfer ziehen sich eher in sich zurück und machen das mit sich aus.

Aber spätestens nachdem in ihr Haus eingebrochen wird, hätte Hazel reagieren müssen. Nicht nur mit neuen Schlössern, die sie hat einbauen lassen, sondern mit einer Anzeige bei der Polizei. Das tut sie aber nicht. Ihr Mann, der sich auf Geschäftsreise befindet, nimmt sie nicht ernst, wiegelt ab und ist ihr somit auch keine Hilfe.

All das könnte man so richtig spannend verarbeiten. Leider nehmen Längen, in denen sich die Protagonistin gedanklich immer wieder um sich selbst dreht, die Spannung fast komplett raus. Für den Leser sind die ständigen Gedanken fast schon Wiederholungen – nur mit anderen Worten.

Das Ende und der Täter/die Täterin haben mich dann aber doch überrascht. Das hatte ich so nicht im Verdacht. Ein Pluspunkt für die Autorin. Allerdings wirkt die Geschichte dann doch konstruiert.

Fazit:

Das Thema Stalking und Mobbing ist eigentlich ein sehr dankbares, das Autoren unglaublich viele Möglichkeiten bietet, einen wirklich spannenden Thriller zu entwickeln. Leider ist das an der Autorin vorbeigegangen. Da hat sie viel Potenzial verschenkt. Vielleicht überarbeitet sie ihr Buch irgendwann noch einmal und baut noch einen durchgehenden Spannungsbogen ein.  Möglichkeiten bietet die Geschichte zur Genüge.

Meine Leseempfehlung:

Ich würde den Roman nicht als Thriller bezeichnen. Es handelt sich hier eher um einen unblutigen Krimi – und auch das nicht wirklich. Eine Einordnung fällt mir schwer. Für Leser mit schwachen Nerven ist der Roman sicherlich interessant. Wer einen Thriller erwartet, wie er auch durch das Cover impliziert wird, wird enttäuscht sein.

Von mir gibt es drei Sterne für die Idee, die Aufarbeitung des Themas und ihren flüssigen, gut lesbaren Schreibstil.

Das Buch „Ich sehe, was du tust “ von Antonia Richter wurde mir vom dp Verlag kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt, was meine Bewertung jedoch nicht beeinflusst hat.

Verworrenes Rätselraten

Die Suche nach einer todbringenden Uhr

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Journalist Noah sucht seinen Bruder Ben, der in Wien verschwunden ist. Auf seiner Suche stößt er auf eine verschlüsselte Nachricht, die er nicht versteht. Catalina, die sich auf die Übersetzung verschlüsselter Nachrichten spezialisiert hat, versucht ihm bei der Entschlüsselung zu helfen. Dabei stoßen die beiden auf die geheimnisvolle Geschichte einer Uhr, die schon seit ewigen Zeiten dem jeweiligen Träger den Tod bringt. Fünf sogenannte Boten haben jeweils einen Teil des Schlüssels, der den Ort bezeichnen soll, an dem die Uhr gefunden werden kann. Bald schon stellen sie fest, dass sie nicht die einzigen sind, die nach der Uhr suchen. Doch sind die Gründe der Gruppen ganz unterschiedlich. Auch Ben ist beteiligt. Aber wie?

Meine Meinung:

Mit jeder Seite würden Rätsel gelöst, heißt es im Klappentext. Dem kann ich nur zustimmen. Allerdings sind mir diese gerade am Anfang zu viel. Die ersten Seiten liest man sich nur durch undurchsichtige Erzählstränge, die ich eher als verwirrend denn spannend empfunden habe.

Die Geschichte wird aus drei Perspektiven aufgebaut, die mit der Zeit zusammenlaufen. Da sind zum einen Noah und Catalina, zum anderen die Vandenynos und zum dritten Nikola, deren Sicht in kursiver Schrift gedruckt ist.

Wird am Anfang noch von „sie“ und „ihnen“ gesprochen, zeigt sich mit der Zeit wer gemeint ist. Mir hat das aber zu lange gedauert. Auch ist lange nicht ersichtlich, in welcher Zeit Nikola lebt, die aktiv nach etwas sucht, was sich mit der Zeit ebenfalls herausstellt. Allein durch die kursive Schrift kann man sich vorstellen, dass ihre Geschichte zu einer anderen Zeit spielt.

Die Charaktere hätten meiner Meinung nach etwas mehr Tiefe vertragen. Mir fehlt im Verlauf der Geschichte die Sorge Noahs um seinen Bruder, die er anfangs gezeigt hat. Auch die Empfindungen wie Angst oder Anspannung der Protagonisten kommen nicht immer deutlich raus.

Die Erzählweise der Autorin ist unterhaltend. Sie schreibt in gut leserlicher Art und versucht, ihre Leser mit in die Geschichte zu nehmen, was bei mir nicht so richtig funktioniert hat. Allerdings kommen sehr viele Personen vor, deren Zuordnung nicht immer leichtfällt.

Fazit:

So kryptisch sich meine Beurteilung hier anhören mag, so liest sich der Roman zumindest im ersten Drittel. Da ich nicht spoilern möchte, habe ich mich in dieser Rezension teilweise vielleicht etwas oberflächlich ausgedrückt. Ginge ich aber tiefer, würde ich zu viel verraten. Gerade am Anfang haben sich für mich immer wieder Lücken aufgetan, für deren Lösung ich zurückblättern musste. Und es kam immer mal wieder die Frage auf, über wen da gerade gesprochen wurde. Da tauchen stellenweise Charaktere auf, die irgendwann am Anfang mal erwähnt wurden.  

Meine Leseempfehlung:

Für Freunde des Rätselratens ist der Roman sicherlich interessant. Man muss aber schon gut mitdenken, einfach mal so eine halbe Stunde lesen, ist für dieses Buch nicht ratsam. Von mir gibt es gut gemeinte dreieinhalb Sterne.

Das Buch „Der letzte Bote “ von Veronika Stöhr wurde mir vom dp Verlag kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt, was meine Bewertung jedoch nicht beeinflusst hat.

Was wäre wenn …

Jesus wieder auferstehen würde?

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Was wäre, wenn Jesus wieder auferstehen würde? Wenn es einem Molekularbiologen gelänge, aus dem Turiner Grabtuch DNA zu isolieren und daraus einen Klon zu erschaffen? Ein Kind, das die Gene von Jesus Christus besitzt?

Würde es die religiösen Eiferer auf den Plan rufen, die partout an eine Wiedergeburt Christi glauben und das Kind, das geklont wurde, anbeten würden? Oder würden die Ungläubigen, die Gegner christlicher Glaubensrichtungen auf den Plan gerufen? Und wie würde sich wohl die Kirche verhalten? Wäre, sollte es tatsächlich einen neuen Jesus Christus gehen, das Kind in Gefahr? Könnte es Wunder wirken, wie sie Jesus Christus vor mehr als 2000 Jahre zuerkannt wurden? Und bräuchte man dann überhaupt noch einen Papst, der als irdischer Stellvertreter Christi eigentlich seine Daseinsberechtigung verlöre?

Thomas Kowa hat sich des Themas angenommen und es aus diversen Blickwinkeln beleuchtet. Gleichzeitig hat er die Geschichte in das straffe Korsett eines Thrillers gepackt, das dennoch viel Freiraum für Fantasie und eigene Ideen lässt.

Kowa erzählt von einem Wissenschaftler, der dem Jesuitenorden angehört und Teile des Turiner Grabtuchs auf mögliche DNA-Spuren untersucht. Er kommt jedoch nicht mehr dazu, sein Ergebnis zu veröffentlichen. Vorher wird er umgebracht. Er erzählt von einem Molekularbiologen, dem es gelungen sein soll, einen Klon aus der DNA des Grabtuches zu entwickeln. Ein Kind, das mittlerweile zwei Jahre alt ist. Er erzählt von einem Sensationslüsternen Reporter, der in der Story die Chance seines Lebens wittert und hofft, endlich anerkannt und berühmt zu werden. Dass er nur benutzt wird, merkt er nicht. Nicht zuletzt erzählt er von einem Kommissar, der gemeinsam mit seiner neuen Partnerin versucht, den Mord am Wissenschaftler aufzuklären und dabei einen Sumpf von Intrigen und Machtmissbrauch freilegt.

Meine Meinung:

Die Charaktere hat er ganz gut beschrieben, wobei mir bei dem Einen oder Anderen die Tiefe fehlt. Andererseits ist die genauere Betrachtung der Psyche der Protagonisten nicht unbedingt erforderlich. Dem Roman fehlt deshalb nichts.

Der Showdown ist ein bisschen wirr und unübersichtlich geraten. Und vielleicht auch ein bisschen sehr unrealistisch. Man darf aber nie vergessen, dass es sich bei Thrillern um Fiktionen handelt. Um Geschichten, die ruhig auch mal etwas übertrieben oder unrealistisch sein dürfen.

Fazit:

Der Thriller birgt ein großes Maß an Brisanz. Das Motiv hat auch über die Jahrtausende nichts an seiner Aktualität verloren. Kowa versteht es, heikle Themen verständlich und doch spannend an seine Leser zu vermitteln. Den Spannungsbogen hält er dabei von Anfang an auf hohem Niveau.

Meine Leseempfehlung:

Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung. Das Thema ist so brisant wie aktuell, spricht sowohl die gläubigen Christen als auch Agnostiker an und bringt einen zum Nachdenken.

Das Buch „Todesgelübde “ von Thomas Kowa wurde mir vom dp Verlag kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt, was meine Bewertung jedoch nicht beeinflusst hat.

Spannend trotz kleiner Schwachstellen

Ein traumatisierter Ex-Kommissar ermittelt auf eigene Faust

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Ein zutiefst traumatisierter Oberkommissar kündigt seinen Job bei der Kripo, kauft sich einen alten Bauernhof an der Nordsee, um dort zur Ruhe zu kommen. Doch er ist noch nicht einmal richtig eingezogen, hat die Kartons noch nicht ausgepackt, da wird er von seiner Nachbarin gebeten, ihrer Freundin zu helfen. Deren Sohn wurde verhaftet. Er soll seine Freundin, die Tochter eines der reichsten Männer Deutschlands umgebracht haben. Der junge Mann gesteht die Tat auch. Allerdings fehlt die Leiche, die auch nach tagelanger Suche in der Nordsee nicht gefunden wird. Lukas Waldauf stürzt sich in die Lösung des Falles, glaubt nicht an die Schuld des jungen Tatverdächtigen. Damit steht er allerdings ziemlich allein da.  Bei den Eltern des Opfers läuft er gegen eine Wand, wird von den zuständigen Polizisten abgewiesen und gerät ins Visier von Unbekannten, die ihn bedrohen.

Meine Meinung:

Lukas Waldauf ist ein Charakter, der es dem Leser nicht leicht macht, ihn zu mögen. Wortkarg, zerrissen, verstört – so zeigt er sich seiner neuen Nachbarin. Kein Wunder er hat auch Schlimmes erlebt, wurde bei seinem letzten Einsatz schwer verletzt, sein Leben konnte gerade noch so gerettet werden, während eine junge Zeugin, die unter seinem Schutz stand, brutal ermordet wurde. Seither hat er nicht nur psychische Probleme, seine Leistungsfähigkeit ist durch die beschädigte Lunge auch stark eingeschränkt.

Dennoch zeigt sich, dass er im Grunde ein gutherziger Mensch ist. Er arbeitet pro Bono – also ohne Honorar zu verlangen. Eigentlich wollte er auch nur Erkundigungen einziehen. Die Angelegenheit entwickelt sich jedoch schnell zu einem ausgewachsenen Fall.

Seine neue Nachbarin Anke hat es Waldauf angetan. Er ist allerdings noch nicht bereit, sich auf eine Beziehung einzulassen. Zu tief sitzt der Tod der jungen Frau, für den er sich verantwortlich fühlt, den er sich nicht verzeihen kann. Er leidet unter Alpträumen, die mir ein bisschen zu viel sind. Dass er immer wieder von diesen Erlebnissen im Schlaf heimgesucht wird, ist verständlich, doch bekommen sie meiner Meinung nach zu viel Raum in der Geschichte. Das waren Stellen, die ich dann irgendwann ausgelassen habe. Man hätte sich auch kürzer fassen und andeuten können. Im Grunde ist es immer wieder derselbe Traum – lediglich in Feinheiten unterschiedlich. Sie tragen zur Lösung des Falles nicht bei, beschreiben lediglich den Grund für seine psychischen Probleme.

Trotzdem finde ich, ist dem Autor gelungen, den Charakter des Protagonisten sehr gut herauszuarbeiten, wobei er tief in die Psychologiekiste gegriffen hat. Nicht negativ und auch nicht in Richtung Schizophrenie. Aber die Verarbeitung einer posttraumatischen Belastungsstörung hat er gut beschrieben. Wobei Anke die Rolle der Psychiaterin übernimmt, die sie aber gar nicht ist. Sie hat einfach ein gutes Feeling, bedrängt ihn nicht, lässt ihm den Freiraum, den er braucht, ist aber immer für ihn da.

Was die Lösung des Falles angeht, muss ich sagen, dass ich schon früh auf die Variante gekommen bin, die sich dann am Ende auch darstellt. Für mich war es die logische Folge des beschriebenen Ablaufs und der Hintergründe. Trotzdem war es interessant zu beobachten, wie Waldauf bei seinen Bemühungen immer wieder aufläuft, weil ihm keiner glauben will.

Leider gibt es lose Enden, es ist nicht alles komplett durcherzählt. Da gibt es beispielsweise Angriffe auf Waldaufs Leben, die er mit seinem früheren Fall, bei dem er verletzt wurde in Verbindung bringt. Zumindest sieht er darin eine Möglichkeit. Was aber tatsächlich dran ist, erfährt der Leser nicht. Schade.

Mit dem Titel bin ich irgendwie nicht glücklich geworden, wobei ich das noch nicht einmal näher begründen kann. Ich finde einfach, er passt nicht so richtig.

Fazit:

Ich bin etwas zwiegespalten. Der Fall ist spannend, die Charaktere sind auch gut ausgearbeitet. Aber wie gesagt: Waldauf macht es dem Leser nicht leicht, ihn zu mögen. Andererseits macht das auch wieder die Geschichte aus. Die Alptraumszenen könnte man kürzen. Am Ende wird es meiner Meinung nach etwas unlogisch. Man könnte es auch umständlich nennen. Ich habe mich gerade im Showdown gefragt, warum er nicht einfach … nein, das verrate ich hier nicht. Das wäre spoilern und das möchte ich nicht. Ich hätte jedenfalls anders reagiert, die einfachere Lösung bevorzugt und damit Stress rausgenommen. Aber dann wäre die Spannung verloren gegangen.

Meine Leseempfehlung:

Trotz meiner Anmerkungen kann ich das Buch nur empfehlen. Einen Stern Abzug gibt es für die die losen Enden und die Alpträume, die mir definitiv zu viel waren. Die Tatsache, dass ich das Buch innerhalb weniger Tage durchhatte, zeigt, dass mich die Story gefesselt hat. Ich wollte einfach wissen, wie sie endet.

Das Buch „Mordseegrab “ von Andreas Temmer  wurde mir vom dp Verlag kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt, was meine Bewertung jedoch nicht beeinflusst hat.

Ein Pageturner par Excellence

Spannender Thriller mit Aufklärung über Locked In Syndrom

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Ein Serienmörder treibt in London sein Unwesen, hinterlässt verstümmelte, ausgeweidete Frauenleichen. Die Taten erinnern an Jack the Ripper und dessen Imitator Putney Slasher, der vor sieben Jahren gefasst wurde. Ist der Täter ein Trittbrettfahrer? Oder wurde vor sieben Jahren mit Armstrong womöglich der Falsche verhaftet? Das wäre fatal, denn der Mann wurde von einem Polizeibeamten angeschossen und liegt seither bei vollem Bewusstsein in einem komplett gelähmten Körper, einem Zustand, der auch Locked In Syndrom (LIS) genannt wird. DI Olivia Jenner, die damals bei der Verhaftung dabei war, hat der Fall nie in Ruhe gelassen. An den Ermittlungen nach der Verhaftung war sie familiär bedingt nicht beteiligt gewesen. Deshalb glaubt sie nicht an die Schuld des damaligen Verdächtigen und will den Slasher, von dem sie annimmt, dass er wieder aktiv geworden ist, schnappen. Unterstützung erhält sie von Professorin Susanna Madueke, einer Spezialistin für das LIS, die versuchen will, einen Kommunikationsweg zu schaffen. Die beiden Frauen geraten immer mehr ins Ziel des Täters.

Meine Meinung:

Für mich war der Roman ein wahrer Pageturner. Ich konnte das Buch kaum aus den Händen legen. Jede freie Minute habe ich mich in den Fortgang der Story vertieft.

Matthias Ernst versteht es seine Leser, in leicht lesbarem Schreibstil zu fesseln. Und zwar von Anfang an. Die Charaktere der beiden starken Frauen hat er sehr fein nachgezeichnet, hat die familiären Umstände aufgezeigt, die beide meistern müssen – Olivia, die vom Fall des Putney Slashers regelrecht besessen ist und in ihrem Drang, den Fall zu lösen, ihre Familie vernachlässigt und ihre Ehe aufs Spiel setzt und Susanna Madueke, die Professorin, die als alleinerziehende Mutter zweier Kindergartenkinder, die ständig in Zeitnot auf die Hilfe ihrer stets nörgelnden Mutter angewiesen istund die außerdem um ihre Professur an der Uni bangt.

Auf der anderen Seite ist Olivias ehemaliges Team bei der Mordkommission, das Olivias Hinweise ignoriert und abwiegelt. Selbst der Dienststellenleiter lässt nichts auf die Kollegen kommen. Marcus Harrison, der den Verdächtigen damals angeschossen hatte, möchte den Fall gar nicht erst mit dem Slasher in Verbindung binden. Schließlich hatte die Verhaftung des vermeintlichen Täters seiner Karriere einen ansehnlichen Schub eingebracht.  

Dass die beiden Frauen einen Kontakt zu Armstrong finden, kann verraten werden. Aber ist er wirklich der liebenswürdige, Haiku-dichtende junge Mann, als den die beiden ihn kennenlernen? Mit der Zeit wird eine perfide Geschichte aufgedeckt, die auf ein überraschendes und erschreckendes Ende hinführt.

Interessant fand ich die Beschreibungen des LIS, von dem ich bisher noch nie gehört hatte. Bislang kannte ich nur Wachkoma. Dass es Möglichkeiten gibt, mit Menschen, die in ihrem Körper eingeschlossen sind, Kontakt aufzunehmen ist für mich absolut fesselnd.

Fazit:

Mein Kompliment an den Autor. Das komplexe Thema hat er nicht nur super recherchiert, sondern in einem fesselnden Thriller verpackt gut verständlich und spannend vermittelt, sodass es am Ende jeder verstehen kann. Die Spannungsbogen hält von Anfang bis Ende an, sodass der Leser unbedingt wissen möchte, wie es weitergeht.

Meine Leseempfehlung:

Für Freunde des Thriller-Genre ein absolutes Muss. Für zartbesaitete Menschen sind die Beschreibungen der Mordopfer vielleicht zu blutig, wobei ich sie als begeisterter Thriller-Fan nicht so schlimm finde. Die Taten selbst werden in ihrer Ausführung nie beschrieben, immer nur das Ergebnis.

Das Buch „Die Professorin “ von Matthias Ernst wurde mir vom dp Verlag kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt, was meine Bewertung jedoch nicht beeinflusst hat.

Wenn Idealismus in Fanatismus umschlägt

Schatten der Gier von Fred Persson basiert auf einem wahren Fall

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Wie weit darf man gehen, um seine Ziele durchzusetzen? Eine Frage, die sich beim Lesen des Thrillers Schatten der Gier von Fred Persson unwillkürlich stellt. Denn der ermittelnde Beamte des BK Wien, Edwin Anders, wird gemeinsam mit seinen Kollegen aus Frankfurt mit einer entstellten Leiche konfrontiert, die als Resultat eines grausamen Mordes auch noch per Live-Video der Tat im Internet zur Schau gestellt wird. Im Zusammenhang mit den Ermittlungen stoßen Anders und die Kollegen auf einen Umsatzsteuerbetrug durch den Handel mit CO2-Papieren, der tatsächlich stattgefunden hat, der den österreichischen Ermittler nach England und Indien verschlägt. Gleichzeitig kommt noch Afrika ins Spiel, in dem die Superreichen auf verbotene Großwildjagd gehen und somit genau so wie der Handel mit den CO2 Papieren die Umweltorganisationen XR (Extinction Rebellion) und FFF (Fridays for Future) auf den Plan ruft.

Meine Meinung:

Die ganze Geschichte beruht auf einem tatsächlichen Fall, der sich aber auf den Handel mit CO2 Papieren und den damit verbundenen Umsatzsteuerbetrug bezieht. Der Rest der Geschichte scheint Fiktion zu sein. Zumindest habe ich nichts gefunden, was die einzelnen Erzählstränge in Realität in Verbindung bringen würde.

Trotzdem – oder gerade deswegen – hat der Autor einen recht spannenden Roman geschrieben, der den Leser in die Welt der Umweltschutzbewegungen und der skrupellosen Umweltsünder führt.

Edwin Anders, die Hauptfigur, ist ein Mensch, der für seinen Beruf brennt und dadurch seine Ehe aufs Spiel setzt. Gleichzeitig kann er sich nicht so richtig von einer früheren Liebschaft trennen. Seine Epilepsie ist weder beruflich noch privat hilfreiche.

Was an der Geschichte irritiert, sind die eigenmächtigen Handlungen des Ermittlers, der, zunächst von der Dienststelle nach Frankfurt geschickt, auf eigene Faust nach London und Indien reist, ohne sich die Reisen genehmigen zu lassen. Und auch sein manchmal naives Handeln ist nicht nachvollziehbar.

Auf der anderen Seite sind da die Umweltschutzorganisationen wie FFF, bei der sich Anders Tochter engagiert und XR, der sich ihr Freund zuwendet. Zwei Organisationen, die dasselbe Ziel verfolgen, sich trotzdem gegenseitig argwöhnisch beäugen. Nicht ohne Grund. FFF ist nach Meinung von XR ein Kindergeburtstag, umgekehrt zeigt sich XR in dieser Geschichte als stellenweise skrupellos, wenngleich es sich auch nur um einzelne Mitglieder handelt.

Fazit:

Das Thema ist aktuell, wie es aktueller nicht geht und hat Potenzial. Es gibt Längen in der Geschichte, die auf Kosten der Spannung gehen. Der Protagonist ist gut beschrieben, dürft aber charakterlich noch etwas mehr Tiefe bekommen. Zeitweise fand ich die vielen Personen und Ereignisse verwirrend. Vielleicht hatte ich aber auch nicht die nötige Konzentration, der komplexen Geschichte durchgehend zu folgen.

Meine Leseempfehlung:

Vier von fünf Sternen würde ich dem Roman geben, den ich nicht so richtig als Krimi oder Thriller einordnen kann. Er ist von jedem ein bisschen. Wer sich für Wirtschaftskriminalität interessiert, ist mit diesem Buch bestimmt gut versorgt. Aber auch Freunde des Thriller-Genre mit Mord als Mittelpunkt kommen auf ihre Kosten.

Das Buch „Rezept zum Mord “ von Eduard-Florian Reisigl  wurde mir vom dp Verlag kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt, was meine Bewertung jedoch nicht beeinflusst hat.

Spannend aber teilweise abstrus

Opfergrab von Ralf Gebhardt

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Ein Ermittlerteam, das sich nicht ausstehen kann, ein Staatsanwalt, der von den beiden Kriminalbeamten nichts hält, ein Serienmörder, der immer sonntags tötet und ein Pfarrer, der mehr weiß, als er zugibt und sich auf das Beichtgeheimnis beruft – so könnte die Quintessenz aus dem Thriller „Opfergrab“ lauten.

Mein Eindruck

Ralf Gebhardt ist in seinem Roman tief in die menschliche Psyche eingetaucht. Sowohl in die des Killers, als auch in die der ermittelnden Beamten und des Staatsanwalts. So müssen zwei Kriminalpolizisten, die unterschiedlicher nicht sein könnten, als Notbesetzung der Soko Morde aufklären, die ziemlich brutal ausgeführt sind. Und das ganz ohne Ansatzpunkt und unter Druck des Staatsanwalts. Dabei lässt der überhebliche, von sich eingenommene Kralik, der als Leiter der Soko eingesetzt wird, den ruhigeren, sanfteren Thaler spüren, was er von ihm hält – und das ist nicht viel. Allerdings haben die beiden auch im Staatsanwalt keinen Freund. Als Vorgesetzter, der von der Presse belagert wird, gibt er den Druck auf die Polizisten weiter.

Der Pfarrer ist eine wiederkehrende Konstante, über die die Ermittler immer wieder stolpern. Aber was hat der Priester mit den Morden zu tun? Ist er womöglich selbst der Mörder, oder kennt er diesen? Thaler und Kralik haben Mühe, die Morde aufzuklären. Und auch für den Leser ist es schwierig, hinter das Geheimnis zu kommen.

Die Geschichte wird sowohl aus der Sicht der ermittelnden Beamten als auch aus der des Mörders erzählt, sodass der Leser Infos hat, die den Polizisten fehlen. Dennoch bleibt die Story bis zum Showdown undurchsichtig.

Ein bisschen abstrus wird es am Ende, als der Mörder bereits gefasst ist. Es geschehen Dinge, die stark übertrieben und unglaubwürdig sind, die Ermittler verhalten sich wie Anfänger und das Ende wirkt an den Haaren herbeigezogen. Hätte Gebhardt hier nicht gar so tief in die Action-Kiste gegriffen, wäre dem Roman nichts verloren gegangen. Etwas weniger hätte auch gereicht.

Nichts desto trotz ist die Story spannend und flüssig geschrieben. Wenn der Autor jetzt noch die seitenweise Passagen der Dialoge, die ohne Hinweis auf die entsprechenden Sprecher auskommen, etwas genauer ausarbeitet, so dass man weiß, wer einen Ausspruch getätigt hat, reicht es auch für fünf Sterne.

Meine Lesempfehlung

Wer Thriller mag, bei denen es blutiger zugeht und die Charaktere etwas spezieller sind, wird mit „Opfergrab“ seinen Lesespaß finden.

Das Buch „Opfergrab“ von Ralf Gebhardt wurde mir vom dp Verlag kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt, was meine Bewertung jedoch nicht beeinflusst hat.

Im Bann einer kriminellen Organisation

Detroit Driver von Lara Möller

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Alec Boyd lebt physisch wie psychisch am Rande seiner Leistungsfähigkeit. Als Fluchtwagenfahrer rettet er seine Passagiere in halsbrecherischen Aktionen vor dem Zugriff der Polizei. Dadurch fällt er Ramesh Dewari auf, einem in Detroit gefürchteten Unterweltboss auf, der seinen Unterhalt durch Prostitution, illegales Glücksspiel sowie Drogen- und Zigarettenschmuggel verdient. Dewari ist auf der Suche nach einem zuverlässigen Mitarbeiter. Schon bald gewinnt Alec dessen Vertrauen. Eine für beide Seiten gefährliche Freundschaft beginnt. Vor allem für Alec, der immer tiefer in die Organisation eindringt. Denn der hat ein potenziell tödliches Geheimnis.

Mein Eindruck:

Lara Möller ist ein ausgesprochen spannender Thriller gelungen, in dem es zwar Beschreibungen von Gewalttaten gibt, die allerdings nicht so blutig sind, wie in manch anderen Romanen.

Besonders gut haben mir die unterschiedlichen Charaktere gefallen, die die Autorin sehr fein ausgearbeitet hat. Der Leser hat immer die Möglichkeit, sich in die Figuren hineinzuversetzen oder deren Aktionen und Reaktionen vorherzusehen oder zu verstehen. Vor allem die beiden Hauptpersonen sind ihr besonders gut gelungen: Dewari, der seine zwei Gesichter zeigt, sich mal brutal, man sensibel und freundschaftlich zeigt und manipulativ auf seine Mitarbeiter einwirkt und Alec, der nicht immer mit den Entscheidungen, Taten und Aufgaben, die ihm gestellt werden, einverstanden ist, der zeitweise psychisch daran zu nagen hat und an seine Grenzen gerät. Mehr als einmal steht er vor der Entscheidung für oder gegen die Organisation.

Der Schreibstil ist sehr angenehm, gut und flüssig zu lesen. Lara Möller nimmt den Leser von Anfang an mit auf eine spannende Reise nach Detroit, der einst blühenden Stadt der Autohersteller, die, den Beschreibungen nach zu urteilen, mittlerweile heruntergekommen ist. Dennoch bringt sie das ganz besondere Flair, das einer solchen Stadt anhaftet, mit in die Geschichte ein. Einerseits durch die rasanten Fahrten und aufregenden Verfolgungen, die Alec meistert, andererseits durch die Liebe des Protagonisten zu Autos und zum Autoschrauben. Alec arbeitet zu Beginn in einer Kfz-Werkstatt, wo er nach Feierabend einen Impala wieder herrichtet.

Es macht Spaß, Alec bei der Arbeit in der Werkstatt zu beobachten, bei den Fluchtfahrten mit im Auto zu sitzen oder die latent explosive Stimmung zu spüren, die immer dann herrscht, wenn Alec und Dewari zusammentreffen.

Meine Leseempfehlung:

Für alle, die auf Action und Spannung stehen, die auch die Beschreibung von Kampfszenen und Schießereien vertragen, ist das Buch auf jeden Fall zu empfehlen. Auch Leser, die es sonst blutiger mögen, werden ihren Spaß an dem Roman haben. Von mir gibt es satte fünf verdiente Punkte.

Das Buch „Detroit Driver“ von Lara Möller wurde mir vom dp Verlag kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt, was meine Bewertung jedoch nicht beeinflusst hat.