In dieser Reha-Klinik stimmt was nicht

Inselmord von Alice Spogis

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Sie begibt sich zur Reha auf die Insel Juist, um ihr Leben wieder in die richtige Spur zu bringen und erlebt die Hölle. Ella Brandt, die sich als freie Journalistin in Münster durchschlägt setzt ihre ganze berufliche Neugier ein, um gemeinsam mit dem Mitpatienten Lysander Falk zwei Tode aufzuklären, die anfänglich als Suizide gelten. Eines ist ihr schnell klar: In dieser Klinik stimmt was ganz und gar nicht.

Mein Eindruck

Mir hat der Roman ganz gut gefallen. Es geht nicht unbedingt blutrünstig zu. Vielmehr spielt Alice Spogis  mit der Psyche der Protagonisten. Dennoch müssen Ella  und Lysander einige Angriffe einstecken, die nicht gerade sanft verlaufen. Dass die Story in einer Psycho-Klinik stattfindet, macht die Geschichte in meinen Augen nur noch spannender. Denn jede Figur, die hier vorkommt, hat so ihre Probleme, die sie verdächtig machen. Selbst das Personal ist davon nicht ausgenommen.

Nur langsam lässt die Autorin Informationen raus, die dem Leser bei den Ermittlungen helfen können, was das Ganze am Anfang etwas zäh erscheinen lässt. Sie führt aber auch gern auf falsche Fährten. Doch wer aufmerksam liest, kommt dem Täter relativ schnell auf die Schliche. Zumindest hatte ich schon früh einen Verdacht. Ohne jedoch das Motiv zu finden.

Erzählt wird die Geschichte aus zwei Perspektiven – aus Ellas und aus Lysanders Sicht, wobei Ella die Ich-Form, Lysander die Er-Form zugeschrieben wurde. Anfangs ist diese Art vielleicht ein wenig ungewohnt. Man muss sich erst daran gewöhnen. Genauso wie an die ruppig erscheinende Art Ellas. Dabei sind gerade Ellas Gedanken von abgrundtiefem Sarkasmus geprägt, der sie anfangs vielleicht etwas arrogant oder überheblich erscheinen lässt. Dabei scheint mir die Art eher ein Versuch der Protagonistin zu sein, nicht zu viel an sich ranzulassen und sich zu schützen. Doch wenn man sich erst einmal eingelesen hat, zieht Alice Spogis  den Leser immer tiefer in den Bann.

Gestört haben mich Fremdwörter wie „Miasma“ (laut Wiktionary aus dem Altgriechischen = übler Dunst, Verunreinigung, Synonym: Gifthauch, Pesthauch). Ich kenne mich mit Fremdwörtern eigentlich gut aus. Wenn ich dann erst einmal nachschlagen muss, um die Bedeutung eines Wortes zu finden, verliert das Buch an Lesefluss und Lese-Spaß. Der E-Book-Reader bietet zwar die Möglichkeit, sich mit einem Fingerdruck eine Erklärung liefern zu lassen, doch wird man dadurch aus der Handlung herausgerissen. Eine einfachere Sprache, die jeder versteht, ist manchmal besser.

Bei Inselmord handelt es sich nicht um die übliche Form eines Krimis oder Thrillers, bei dem die Spannung von Anfang an über die gesamte Lesedauer anhält. Vielmehr baut sich der Bogen langsam auf, der Leser wird eher zum Knobeln und Kombinieren angeregt. Es lohnt sich auf jeden Fall, bis zum Ende dran zu bleiben.

Meine Leseempfehlung:

Wer sich gern mit der menschlichen Psyche befasst, keine Unmengen am Blut und durchgeknallte Serienmörder für den Kick benötigt, wird mit diesem Buch seine Freude haben. Ich hatte es innerhalb von vier Tagen durch.

Das Buch „Inselmord “ von Alice Spogis  wurde mir vom dp Verlag kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt, was meine Bewertung jedoch nicht beeinflusst hat.

Authentisch und glaubwürdig

Unter dem Eis von Lara Möller

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Christopher Diecks hat sich nach seinem ersten gelösten Fall als Privatdetektiv voll und ganz auf die neue Herausforderung eingelassen und hat seinen Job beim Umzugsunternehmen gekündigt. Im Restaurant seines Stiefvaters hilft er hin und wieder weiterhin aus.

Eigentlich soll er in seinem neuen Fall den Stalker und Erpresser einer Bauunternehmerin finden. Die Managerin hatte sich auf ein Liebesabenteuer eingelassen und wird nun von ihrem ehemaligen Liebhaber unter Druck gesetzt. Doch es kommt ganz anders als Christopher denkt und der Leser erwartet. Sein Weg führt zunächst über eine junge Frau die gesucht wird. Der anfangs ganz einfach erscheinende Fall wird am Ende nicht nur knifflig, sondern auch gefährlich für den jungen Ermittler.

Mein Eindruck:

Christopher hat aus den Erfahrungen seines ersten Falls gelernt. Und trotzdem tappt er immer wieder in Fallen oder bringt sich selbst in Gefahr. Dennoch bringt ihn seine Beharrlichkeit und seine Spürnase auch dieses Mal wieder ans Ziel. Auch wenn das am Ende nicht so aussieht, wie er es sich erhofft.

Lara Möller hat auch in ihrem zweiten Christopher-Diecks-Band wieder ihrer Fantasie freien Lauf gelassen, wenngleich sie den Showdown am Ende nicht ganz so spektakulär, dafür aber glaubwürdiger gestaltet und somit eine schöne runde Geschichte entwickelt hat. Der Erzählstil ist, wie schon im ersten Band, leicht und unterhaltsam, der Spannungsbogen reicht vom Anfang bis zum Ende. Und auch dieses Mal ist der Täter ein ganz anderer, als erwartet.

Was mir am Charakter des Christopher Diecks gut gefällt ist die Natürlichkeit. Er ist kein Superheld, der Schläge ohne Ende kassiert, um dann im knitterfreien Outfit und komplett ohne Blessuren vom Schauplatz weggeht und dabei noch den bösen Schläger abführt. Im Gegenteil. Er schreit, wenn er Schmerzen hat, liegt am Boden, wenn ein Schlag ihn außer Gefecht setzt, hat Angs, zeigt Nerven und Gefühle.

Meine Leseempfehlung:

Für alle, die einen spannenden Krimi ohne übermäßiges Blutvergießen dafür aber mit viel Mitdenken und Rätseln liebt, liegt bei der Christopher-Diecks-Reihe genau richtig.

Das Buch „Die Spur des Todes“ von Lara Möller wurde mir vom dp Verlag kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt, was meine Bewertung jedoch nicht beeinflusst hat.

Ein liebenswerter Detektiv in Gefahr

Die Spur des Todes von Lara Möller

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Christopher Diecks ist ein Lebenskünstler, der sich vom Druck der Eltern und deren Erwartungen befreit hat. Mit knapp 30 Jahren lebt er sein Leben, das er durch drei Jobs finanziert: Er hilft in einem Umzugsunternehmen, kellnert im Restaurant seines Stiefvaters und kommt durch Zufall zu einer Beschäftigung als Privatdetektiv. Gerade in diesem Job beweist er ein mehr als gutes Näschen und Kombinationsgabe. Allerdings ist er in manchen Dingen zu arglos und blauäugig, so dass er sich immer wieder selbst in Schwierigkeiten bringt und einiges an Blessuren davonträgt. Am Ende kommt er durch seine Ermittlungen in große Gefahr. Beim Ausräumen eines völlig verwahrlosten Hauses stößt er auf Dokumente und Fotos, ohne zu wissen, dass er Beweisstücke auf einen internationalen Schmuggel in der Hand hält. Am nächsten Tag sind die Fotos und Dokumenten verschwunden, darüber hinaus klafft im Boden eines Raums ein großes Loch, das vermutlich eine Kassette enthalten hatte, die verschwunden ist. Wie brisant sein Fund ist, merkt er erst, als ihm finstere Gestalten auflauern.

Mein Eindruck

In eingängigem, flottem Schreibstil erzählt Lara Möller die Geschichte eines sehr sympathischen Mannes, der pflichtbewusst arbeitet und ermittelt. Dabei charakterisiert sie Christopher, kurz Topher genannt, als sanftmütig, gewitzt und offen für seine Mitmenschen, manchmal etwas unüberlegt und wagemutig. Auch die weiteren Figuren hat sie ausführlich chrakterisiert, so dass man sich alle sehr gut vorstellen kann. Durch den Spannungsbogen, der über das ganze Buch hinweg hochgehalten wird, wird der Leser auf eine abenteuerliche Reise mitgenommen. Allerdings wirkt das Ende der Geschichte etwas chaotisch und unübersichtlich, so dass man sich dann schon mal fragt, wo diese Gestalten plötzlich herkommen.

Meinem Lesespaß hat das allerdings nicht geschadet. Ich habe mich am Ende auf die Fortsetzung gefreut, die ich gerade lese schon fast wieder durch habe.

Meine Leseempfehlung:

Wer Krimis mit spannenden Wendungen mag, kommt hier voll auf seine Kosten. Ganz unblutig geht es zwar nicht, aber es gibt keine brutalen Massaker.  

Das Buch „Die Spur des Todes“ von Lara Möller wurde mir vom dp Verlag kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt, was meine Bewertung jedoch nicht beeinflusst hat.

Schmutzige Öl-Geschäfte

Blutrot – Die Jagd von Arvid Heubner

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Ein norwegischer Staatsanwalt wird tot auf einer Toilette im Zug Paris-Den Haag aufgefunden. Für Chloé Lambert, die zufälligerweise auf ihrem Weg zum neuen Arbeitgeber, der Europol, im selben Zug sitzt und Tinus Geving, der die neue Kollegin abholen soll, ist der Fall schnell klar: Das war nicht, wie zunächst angenommen ein natürlicher Tod. Der Staatsanwalt wurde ermordet. Da sich die Tat auf überregionalem Gebiet ereignet hat, übernimmt Geving gemeinsam mit Chloé Lambert die Ermittlungen. Sehr zum Missfallen des Vertreters der örtlichen Polizei, der versucht Europol aus den Ermittlungen herauszuhalten und den Fall herunterzuspielen. Für Geving und sein Team beginnt eine aufregende Jagd nach dem Mörder, die über halb Europa führt.

Mein Eindruck

Arvid Heubner hat sich mit diesem Roman die Arbeit von Europol vorgenommen, die den Ermittler Geving wieder einmal in höchste Wirtschafts- und Politikkreise führt. Zu Menschen, die Dreck am Stecken haben und versuchen, dies zu verbergen. Doch die Ermittlungen werden ihm und seinem Team schwer gemacht. Ständig werden die Polizisten ausgebremst und bekommen Steine in den Weg gelegt – und zwar von höchster Stelle. Chloé Lambert, die froh ist, aus Paris weg zu sein, wo sie von ihrem Vorgesetzten nicht ernst genommen worden war, muss zum Lösen des Falles wieder nach Paris zurück, was ihr anfangs nicht gefällt.

Heubner beschränkt sich in diesem Band auf wenige Charaktere, die er deutlich ausgearbeitet hat. Besonders Tinus Geving als Hauptperson und Chloé Lambert kommen stark heraus. Die restlichen Personen sind eher blass, was der Geschichte aber nicht schadet. Der Schreibstil ist flüssig und gut zu lesen.

Was mich gestört hat, sind die vielen Abkürzungen, die verschiedene Behörden bezeichnen. Zwar sind sie am Ende des Buches mit Erklärungen nachzulesen, doch ist es bei einem E-Book schon lästig und auch ein bisschen umständlich, ständig nach hinten zu hüpfen. Dazu wären zusätzliche Erklärungen oder Umschreibungen im Text nicht schlecht gewesen.

Dies war das zweite Buch der Tinus Geving Reihe, das ich gelesen habe. Beim diesem Roman fiel es mir erheblich leichter, der Geschichte zu folgen. Trotzdem hätten die Ermittlungen für mich etwas spannender sein können. Ich fand sie etwas langgezogen und vorhersehbar. Außer das Ende. Das hat mich dann doch überrascht.

 Meine Leseempfehlung

Für Fans von Romanen mit politischem und wirtschaftlichem Hintergrund kann ich das Buch nur empfehlen. Allerdings würde ich „Blutrot – Die Jagd“ eher in das Genre Krimi und weniger als Thriller einordnen.

Das Buch „Blutrot – Die Jagd“ von Arvid Heubner wurde mir vom dp Verlag kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt, was meine Bewertung jedoch nicht beeinflusst hat.

Im Bann einer kriminellen Organisation

Detroit Driver von Lara Möller

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Alec Boyd lebt physisch wie psychisch am Rande seiner Leistungsfähigkeit. Als Fluchtwagenfahrer rettet er seine Passagiere in halsbrecherischen Aktionen vor dem Zugriff der Polizei. Dadurch fällt er Ramesh Dewari auf, einem in Detroit gefürchteten Unterweltboss auf, der seinen Unterhalt durch Prostitution, illegales Glücksspiel sowie Drogen- und Zigarettenschmuggel verdient. Dewari ist auf der Suche nach einem zuverlässigen Mitarbeiter. Schon bald gewinnt Alec dessen Vertrauen. Eine für beide Seiten gefährliche Freundschaft beginnt. Vor allem für Alec, der immer tiefer in die Organisation eindringt. Denn der hat ein potenziell tödliches Geheimnis.

Mein Eindruck:

Lara Möller ist ein ausgesprochen spannender Thriller gelungen, in dem es zwar Beschreibungen von Gewalttaten gibt, die allerdings nicht so blutig sind, wie in manch anderen Romanen.

Besonders gut haben mir die unterschiedlichen Charaktere gefallen, die die Autorin sehr fein ausgearbeitet hat. Der Leser hat immer die Möglichkeit, sich in die Figuren hineinzuversetzen oder deren Aktionen und Reaktionen vorherzusehen oder zu verstehen. Vor allem die beiden Hauptpersonen sind ihr besonders gut gelungen: Dewari, der seine zwei Gesichter zeigt, sich mal brutal, man sensibel und freundschaftlich zeigt und manipulativ auf seine Mitarbeiter einwirkt und Alec, der nicht immer mit den Entscheidungen, Taten und Aufgaben, die ihm gestellt werden, einverstanden ist, der zeitweise psychisch daran zu nagen hat und an seine Grenzen gerät. Mehr als einmal steht er vor der Entscheidung für oder gegen die Organisation.

Der Schreibstil ist sehr angenehm, gut und flüssig zu lesen. Lara Möller nimmt den Leser von Anfang an mit auf eine spannende Reise nach Detroit, der einst blühenden Stadt der Autohersteller, die, den Beschreibungen nach zu urteilen, mittlerweile heruntergekommen ist. Dennoch bringt sie das ganz besondere Flair, das einer solchen Stadt anhaftet, mit in die Geschichte ein. Einerseits durch die rasanten Fahrten und aufregenden Verfolgungen, die Alec meistert, andererseits durch die Liebe des Protagonisten zu Autos und zum Autoschrauben. Alec arbeitet zu Beginn in einer Kfz-Werkstatt, wo er nach Feierabend einen Impala wieder herrichtet.

Es macht Spaß, Alec bei der Arbeit in der Werkstatt zu beobachten, bei den Fluchtfahrten mit im Auto zu sitzen oder die latent explosive Stimmung zu spüren, die immer dann herrscht, wenn Alec und Dewari zusammentreffen.

Meine Leseempfehlung:

Für alle, die auf Action und Spannung stehen, die auch die Beschreibung von Kampfszenen und Schießereien vertragen, ist das Buch auf jeden Fall zu empfehlen. Auch Leser, die es sonst blutiger mögen, werden ihren Spaß an dem Roman haben. Von mir gibt es satte fünf verdiente Punkte.

Das Buch „Detroit Driver“ von Lara Möller wurde mir vom dp Verlag kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt, was meine Bewertung jedoch nicht beeinflusst hat.

Spannend, blutrünstig, gut geschrieben

Der Killer – giftige Rache von Christian Hardinghaus

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„Der Killer – giftige Rache“ ist ein Thriller mit hohem Tempo und blutigen Szenen. Einerseits geht es um den leicht durchgeknallten Kriminaloberkommissar Echtner, der wegen psychischer Probleme vorübergehend in den Innendienst versetzt wurde und auf berufliche Rehabilitation hofft. Auf der anderen Seite steht der Serienmörder Konrad, der, zerfressen von Rachegefühlen, diejenigen jagt und qualvoll tötet, die vermeintlich Schuld am Tod seiner Tochter haben. Aber wer jagt am Ende wen? Sicher ist – so viel kann man verraten – die beiden kommen sich sehr nah.

Meine Meinung:

Es gibt viele Thriller und die meisten folgen einem System: Der Killer wird immer wieder nur kurz ins Spiel gebracht, das Hauptaugenmerk liegt auf den Polizisten, die ihn jagen. Bei Hardinghaus´ Roman „Der Killer – giftige Rache“ ist das anders. Beide Seiten bekommen gleich viel Raum eingeräumt. Heißt: Man verfolgt von Anfang an sowohl den Killer Konrad, der sich nach einer Figur der Kindersendung „Sesamstraße“ Inspektor Schlehmil nennt, als auch Kommissar Echtner, dessen psychische Probleme sukzessive sichtbarer werden.

Was Konrad sich so alles einfallen lässt, um seine Opfer leiden zu lassen, ist schon grausam. So etwas muss man sich erst einmal ausdenken. Was Echtner auf die Beine stellt, um den Killer zu entlarven, steht dem in nichts nach. Als Leser könnte man hin und wieder eher Sympathie für den Mörder entwickeln und weniger für den Polizisten, der im Großen und Ganzen im Gegensatz zu seinem Gegenspieler recht unsympathisch rüberkommt.

Die Psyche der beiden Protagonisten hat Hardinghaus sehr fein und tiefgründig angelegt und ausgearbeitet. Der Schreibstil ist flüssig und fesselnd und macht Spaß. Der Autor entwickelt von Anfang an eine unglaubliche Spannung, die den Leser förmlich an den Roman bindet. Die blutigen Szenen sind sehr blutrünstig und brutal. Aber dafür ist es ja auch ein Thriller, den man in den Händen hält.

Ein, zwei Stellen waren für mich etwas verwirrend und schienen mir unlogisch – bis ich die Auflösung gelesen habe. Das Ende hätte ich mir so nicht vorgestellt. Obwohl es schon am Anfang einen Hinweis gibt, den ich aber nicht als solchen wahrgenommen hatte. Ich war einerseits überrascht, andererseits muss ich sagen: Chapeau Herr Hardinghaus. Gut gelöst.

Meine Leseempfehlung:

Von mir gibt es ganz klare fünf Sterne. Zartbesaitete Leser sollten sich lieber anderen Büchern zuwenden. Aber da stellt sich ohnehin die Frage, ob sie überhaupt einen Thriller oder vielleicht doch besser einen Krimi lesen sollten. Für alle, die einen richtig kernigen Thriller bevorzugen, ist „Der Killer“ in jedem Fall empfehlenswert.

Das Buch „Der Killer – giftige Rache“ von Christian Hardinghaus wurde mir vom dp Verlag kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt, was meine Bewertung jedoch nicht beeinflusst hat.

Gänsehaut am laufenden Band

Seeleneis von Volker Dützer

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„Drum prüfe, wer sich ewig bindet, ob sich das Herz zum Herzen findet! Der Wahn ist kurz, die Reu ist lang“, sagt schon Friedrich Schiller in seinem Gedicht „Die Glocke“. Bekannter ist das Sprichwort in der Form: „Drum prüfe, wer sich ewig bindet, ob sich nicht was Besseres findet.“ Dieses hätte sich Lisa durch den Kopf gehen lassen sollen, bevor sie sich auf Vicent van Dyk eingelassen hat. Der smarte Wissenschaftler hat ihr in einer schwierigen Lage geholfen und sie so in einer toxischen Beziehung an sich gebunden. Das Fatale: van Dyk forscht an der Überwindung des Todes, am ewigen Leben.

Meine Meinung:

Das war mal wieder ein Roman, der mich von Anfang bis zum Ende gefesselt hat. Volker Dützer schreibt in flüssigem, gut lesbarem Stil und zieht den Leser dabei schon gleich von Anfang an so in die Geschichte, dass man sich fast als Teil des Geschehens fühlt. Oft genug ist man geneigt, der Protagonistin, der Unfallchirurgin Lisa Wegner Tipps zu geben oder sie zu warnen. Gleichzeitig ist man einerseits angetan vom Charme des Wissenschaftlers, andererseits abgestoßen von seinen emotionalen Ausbrüchen.

Der Autor befasst sich in der Geschichte mit einer Frage, die so alt sein dürfte wie die Welt: Was passiert nach dem Tod, kann man diesen überwinden und ewig leben? Nun weiß ich nicht, wie weit die Forschung in diesem Bereich tatsächlich ist. Aber vorstellen kann ich mir so manches. Und die Erklärungen, die Dützer dazu liefert, könnten auch passen.

Die Charaktere hat er meiner Meinung nach sehr gut ausgearbeitet. Den Wahn, dem van Dyk verfällt, die Angst, die Lisa beherrscht und den schier endlosen Ehrgeiz von Kommissar Wolzow, der keine Ruhe gibt, obwohl der eigentliche Fall bereits abgeschlossen ist und damit ein gutes Näschen beweist, kann man als Leser gut nachvollziehen.

Das eigentliche System, das dem Plot zugrunde liegt, ist kein neues. Worauf ich hier anspiele, will ich nicht näher erläutern. Ich will ja nichts verraten. Wer das Buch liest, wird mit der Zeit aber merken, was ich meine. Aber obwohl es nicht neu ist, hat Dützer es sehr spannend verarbeitet.

Titel und Cover passen nicht immer zum Inhalt eines Buches. Aber in diesem Fall passt es schon sehr gut.

Meine Leseempfehlung:

Für alle, die auf Gänsehautfeeling und Spannung stehen ist der Thriller in jedem Fall zu empfehlen.

Das Buch „Seeleneis“ von Volker Dützer wurde mir vom dp Verlag kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt, was meine Bewertung jedoch nicht beeinflusst hat.

Eine harte Nuss für zwei Ermittler

Die Bestie von David Seinsche

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In einem Vorort der US-Hauptstadt Washington, D.C. wird eine grausam zugerichtete Leiche entdeckt. Es handelt sich um den 20-jährigen Sohn des berühmten und einflussreichen Senators William P. Fitzroy, der mit zahlreichen Bisswunden übersät ist. Die FBI Special Agents Frank Bernstein und Pete Hancock werden zu dem Fall gerufen und beginnen ihre Ermittlungen. Kurz darauf geschieht ein weiterer Mord nach dem gleichen Muster. Das Opfer, dieses Mal eine junge Frau, die zu den jüngsten SenatorInnen in der US-Hauptstadt zählt, wird auf ähnliche Weise zugerichtet. Schon wittert die Presse eine neue Story, und nur mit Mühe gelingt es den beiden Ermittlern, die Wogen flach zu halten. Können sie den Mörder finden, bevor noch eine Leiche auftaucht, oder steckt mehr hinter den Taten, als alle vermuten?

Die Opfer sind alle junge, aufstrebende Politiker und Politikerinnen. Und sie stehen auf der Abschussliste eines irren Serienkillers. Mit der Lösung des Problems werden die beiden FBI Agenten Pete Hancock und Frank Bernstein beauftragt, die vor der Aufgabe stehen, eine sehr harte Nuss zu knacken.

Meine Meinung

Unterschiedlicher könnten die beiden Ermittler gar nicht sein. Pete Hancock, seit etwas mehr als zehn Jahren im Dienst des FBI, ist trotz seines scharfen Spürsinns und hoher Aufklärungsrate ein ungepflegter Alkoholiker und Prolet, der sich keinen Deut um sein Ansehen kümmert, der Zeugen beleidigt und bei den Ermittlungen nicht immer den offiziell erlaubten Weg verfolgt. Den krassen Gegensatz stellt Frank Bernstein dar. Gerade erst zum FBI gekommen zeigt er sich zielstrebig, gepflegt, in der Politik bewandert, mit ebenso scharfem Spürsinn wie sein Kollege und in der Welt der Politik bewandert und natürlich immer korrekt. Während Hancock nach seiner Scheidung alleine vor sich hin vegetiert, steht Bernstein, der von seinem Kollegen nur als „Welpe“ bezeichnet wird, vor der Hochzeit mit einer Psychotherapeutin. Und, das ist ganz klar, die beiden haben die vereinte Presse im Nacken, was sie ganz schön unter Druck setzt.

Die Charaktere hat David Seinsche sehr gut, mit vielen Kleinigkeiten und authentisch ausgearbeitet, sodass man sie regelrecht vor dem inneren Auge sieht und mit ihnen die Ermittlungen erlebt. Wobei gerade Hancock schon fast unerträglich ist. Wäre er mein Kollege, ich würde mich sofort versetzen lassen. Bernstein verfügt aber über genügend Ruhe und bekommt hilfreiche Ratschläge von seiner Partnerin.

Der Killer ist perfide. Er quält seine Opfer – es bleibt natürlich nicht bei den beiden im Klappentext erwähnten – und lässt sie richtig leiden, wobei er zeitweise schon fast zärtlich mit ihnen umgeht. Sein Motiv ist eines, mit dem der Leser nie und nimmer rechnet, das aber die Art zu morden erklärt. Außerdem beschränkt er sich nicht auf die Hauptstadt der USA. Er lässt seine Verfolger kreuz und quer durch die Vereinigten Staaten reisen.

Der Thriller hat alles, was ein Thriller braucht, um gut zu sein: Spannung ohne Ende, zwei markante Ermittler, die auch mal ungewöhnliche Wege gehen, einen grausamen Killer, dem man nicht so leicht auf die Schliche kommt und Wendungen, die der Leser nicht erwartet und immer wieder umdenken lässt. Einzig zwei, drei Redewendungen haben mich im Lesefluss gestört. Zum einen benennt Seinsche seine Hauptfiguren meistens als der ältere und der jüngere Agent. Zum anderen benutzt er nach der wörtlichen Rede statt sagte, erwähnte oder ähnlichen Begriffen die Verben bescheiden und kundgeben. Also: der ältere Agent gab kund oder beschied … Auch statt der/die/das nach einem Komma verwendet er überwiegend welcher/welche/welches. Die Ausdrücke und Verben sind allesamt grammatikalisch korrekt und anwendbar. Aber wie gesagt: sie wirken für mich etwas steif.

Meine Leseempfehlung

Für schwache Nerven ist die Story vielleicht ein bisschen zu hart. Nichts desto trotz gibt es von mir eine klare Leseempfehlung. Der Spannungsbogen hält sich über das ganze Buch und macht Freude. Lediglich der Geistesblitz, der den „älteren Agent“ zur Lösung des Falles bringt, ist für mich nicht so richtig nachvollziehbar und wirkt ein bisschen an den Haaren herbeigezogen. Deshalb von mir viereinhalb Sterne.

Das Buch „Die Bestie“ von David Seinsche wurde mir vom dp Verlag kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt, was meine Bewertung jedoch nicht beeinflusst hat.

Nichts für schwache Nerven

Spiegelmädchen von Katja Montjano

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Die Geschichte:

Ein brutaler Überfall stürzt das Leben von Jazz in einen Abgrund voller Angst und Grauen. Gleichzeitig verschwinden ihre Mutter und Schwester – die Polizei steht vor einem schier unlösbaren Rätsel. Wurde die Familie Zielscheibe eines perversen Serienkillers oder steckt ein dunkles Geheimnis aus der Vergangenheit hinter dem schrecklichen Geschehen? Als der Entführer Kontakt zu Jazz aufnimmt, entwickelt sich ein erbarmungsloses Katz- und Mausspiel, dem Jazz nicht entkommen kann .

Mein Eindruck:

Jazz ist keine „normale“ junge Frau. Sie leidet unter dem Asperger Syndrom, einer Autismus-Art, die sich durch mangelndes Einfühlungsvermögen und mangelnde Sozialkompetenz auszeichnet. Ein weiteres Symptom, mit dem Jazz zu kämpfen hat: Sie lässt sich nicht gern anfassen und schon gar nicht in den Arm nehmen oder drücken. Und sie nimmt alles wörtlich, was den Leser so manches Mal trotz echt spannender Story schmunzeln lässt.

Gerade Jazz ist sehr gut beschrieben – mit all ihren Stärken und Schwächen und einer beachtlichen Entwicklung, die sie im Verlauf der Geschichte durchläuft. Aber auch der ermittelnde Polizist Joshua hat einen interessanten Charakter und eine ganz eigene Geschichte bekommen. Der Mörder schließlich, ist ein absolut gestörter Mensch, was sich von Anfang an zeigt. Er weiß das auch und kennt auch die Ursache seiner psychischen Abartigkeit, die in seiner Kindheit liegt.

Meine Meinung:

Katja Montejano kann es mit ihrem Thriller locker mit den ganz großen Autoren aufnehmen. Der Spannungsbogen wird durchgehend vom Anfang bis zum Ende hoch gehalten. Ich habe das Buch in einem Rutsch durchgelesen. Gut gefallen hat mir der ständige Perspektivwechsel nach Kapiteln. Mal ging es um Jazz, dann wieder um den Mörder. Joshua hat sein eigenes mit Problemen belastetes Leben, das wird aber nimmt aber nicht überhand und wird mehr oder weniger am Rande erwähnt. Die Morde sind schon ganz schön brutal, also tatsächlich nichts für schwache Nerven, der Täter ist unglaublich schlau, sieht seine Aktionen als Spiel, als Schachpartie, das vorausschauendes Denken und Planen erfordert. Was mir gefehlt hat, war ein bisschen der verspiegelte Raum, der anfangs für kurze Zeit eine Rolle spielt, dann aber total in der Versenkung verschwindet. Schade, wo der doch den Titel des Thrillers prägt. Aber das ist nur marginal.

Meine Leseempfehlung:

Ein ganz klares Ja. Das Buch ist so spannend, gut strukturiert und durchdacht, hat interessante Charaktere und ist so fesselnd, dass ich es tatsächlich nicht aus der Hand legen konnte. Außerdem wird mit der Asperger-Erkrankung der Hauptfigur ein Thema aufgegriffen, von dem viele zwar schon gehört haben, die meisten aber nicht viel anfangen können. Ein Thema, das oft genug zu Ausgrenzung und Mobbing führt, wie es auch in dem Thriller beschrieben wird. Die Autorin hat das Krankheitsbild so gut in ihrer Geschichte verpackt, dass man Menschen mit Asperger danach besser verstehen kann.

Das Buch „Spiegelmädchen“ von Katja Montejano wurde mir vom Verlag digitalpublishers  kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt, was meine Bewertung jedoch nicht beeinflusst hat.

Vielleicht gar nicht so weit weg von der Realität

Gusenberg und Schröder ermitteln in ihrem ersten Fall

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Die Geschichte

Nachdem ein junger Fußballspieler bei einem Autounfall ums Leben kommt, wird der Fall aufgrund der Bekanntheit des Opfers den Sonderermittlern Dr. Emil Gusenberg und Maryanne Schröder zugeteilt. Schnell wird ihnen klar, dass es sich nicht um einen Unfall, sondern um Mord handelt und der Fall hat es in sich. Während ihrer Ermittlungen tun sich immer mehr Abgründe auf und sie stechen bald in ein Wespennest aus Lügen, zerstörten Träumen und Menschen, die für Geld und Ruhm über Leichen gehen. Doch als der einzige Tatverdächtige ermordet aufgefunden wird, rennt den beiden Ermittlern die Zeit davon. Denn ein weiterer Mörder treibt sein Unwesen und hat sein nächstes Opfer bereits im Visier.

Meine Meinung

Eiskaltes Blut haben in diesem Krimi mehrere Leute – nicht nur der Mörder. Da sind vor allem die Funktionäre eines Fußballvereins der ersten Bundesliga zu nennen, die alles dafür tun würden, ihre Mannschaft auf dem Siegertreppchen zu halten. Und mit „alles“ ist auch wirklich alles gemeint. Aber es gibt auch noch Menschen im Umfeld dieses Clubs, die nicht gerade mit den feinsten Manieren glänzen.

Das, was Johannes Maria Stangl in seinem Krimi beschreibt, scheint gar nicht mal so abwegig. Verein und Szenerie sind zwar fiktiv, trotzdem kann man nicht unbedingt Parallelen zu großen, bekannten Fußballvereinen ziehen, aber ausmalen könnte man sich so einiges. Wobei ich den Clubs jetzt nichts unterstellen möchte.

Dass dies das Erstlingswerk des Autors sein soll, kann man sich kaum vorstellen. Die Story ist gut strukturiert, bietet Perspektivwechsel, die die Geschichte noch spannender machen und dem Leser einen kleinen Wissensvorsprung vor den Ermittlern geben. Die Charaktere der beiden Kommissare sind gut durchdacht und beschrieben. Aber auch die Gegenspieler zeichnet Stangl mit gutem Blick in die Psyche und das Verhalten von Menschen. Der Mörder weckt beim Lesen ambivalente Gefühle. Einerseits kann man seine Beweggründe verstehen, andererseits sind seine Reaktionen natürlich nicht hinnehmbar.

Der Schreibstil ist flüssig, die Geschichte spannend verpackt. Das Buch hatte ich in kürzester Zeit durch. Ich habe die Reihenfolge der Bücher mal umgedreht und erst den zweiten Band „Dunkle Pfade“ und dann erst „Eiskaltes Blut“ gelesen. Beide Bände der Gusenberg/Schröder Krimireihe sind in sich geschlossene Geschichten, die man auch ohne Vorkenntnisse lesen kann.

Was mir ein bisschen gefehlt hat, sind die Auflösungen einzelner loser Fäden, sprich Figuren die zwar auftreten, deren Verbleib am Ende aber nicht weiter verarbeitet wird. So hat sich mir beispielsweise die Frage gestellt, was denn aus Maria geworden ist und welche Konsequenzen Esch zu tragen hat. Leider fehlt auch der Hinweis, in welcher Sparte Gusenberg promoviert hat. Medizin ist es nicht, denn er betont immer dass er „nicht so ein Doktor“ sei.

Meine Leseempfehlung

Für Krimi- oder Thrillerfans ist das Buch aus meiner Sicht unbedingt empfehlenswert. Wer schwache Nerven hat oder nach der Darstellung von Gewalttaten nicht schlafen kann, sollte diesen Krimi besser nicht lesen.

Das Buch „Eiskaltes Blut“ von Johannes Maria Stangl wurde mir vom Verlag digitalpublishers  kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt, was meine Bewertung jedoch nicht beeinflusst hat.