Verworrenes Rätselraten

Die Suche nach einer todbringenden Uhr

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Journalist Noah sucht seinen Bruder Ben, der in Wien verschwunden ist. Auf seiner Suche stößt er auf eine verschlüsselte Nachricht, die er nicht versteht. Catalina, die sich auf die Übersetzung verschlüsselter Nachrichten spezialisiert hat, versucht ihm bei der Entschlüsselung zu helfen. Dabei stoßen die beiden auf die geheimnisvolle Geschichte einer Uhr, die schon seit ewigen Zeiten dem jeweiligen Träger den Tod bringt. Fünf sogenannte Boten haben jeweils einen Teil des Schlüssels, der den Ort bezeichnen soll, an dem die Uhr gefunden werden kann. Bald schon stellen sie fest, dass sie nicht die einzigen sind, die nach der Uhr suchen. Doch sind die Gründe der Gruppen ganz unterschiedlich. Auch Ben ist beteiligt. Aber wie?

Meine Meinung:

Mit jeder Seite würden Rätsel gelöst, heißt es im Klappentext. Dem kann ich nur zustimmen. Allerdings sind mir diese gerade am Anfang zu viel. Die ersten Seiten liest man sich nur durch undurchsichtige Erzählstränge, die ich eher als verwirrend denn spannend empfunden habe.

Die Geschichte wird aus drei Perspektiven aufgebaut, die mit der Zeit zusammenlaufen. Da sind zum einen Noah und Catalina, zum anderen die Vandenynos und zum dritten Nikola, deren Sicht in kursiver Schrift gedruckt ist.

Wird am Anfang noch von „sie“ und „ihnen“ gesprochen, zeigt sich mit der Zeit wer gemeint ist. Mir hat das aber zu lange gedauert. Auch ist lange nicht ersichtlich, in welcher Zeit Nikola lebt, die aktiv nach etwas sucht, was sich mit der Zeit ebenfalls herausstellt. Allein durch die kursive Schrift kann man sich vorstellen, dass ihre Geschichte zu einer anderen Zeit spielt.

Die Charaktere hätten meiner Meinung nach etwas mehr Tiefe vertragen. Mir fehlt im Verlauf der Geschichte die Sorge Noahs um seinen Bruder, die er anfangs gezeigt hat. Auch die Empfindungen wie Angst oder Anspannung der Protagonisten kommen nicht immer deutlich raus.

Die Erzählweise der Autorin ist unterhaltend. Sie schreibt in gut leserlicher Art und versucht, ihre Leser mit in die Geschichte zu nehmen, was bei mir nicht so richtig funktioniert hat. Allerdings kommen sehr viele Personen vor, deren Zuordnung nicht immer leichtfällt.

Fazit:

So kryptisch sich meine Beurteilung hier anhören mag, so liest sich der Roman zumindest im ersten Drittel. Da ich nicht spoilern möchte, habe ich mich in dieser Rezension teilweise vielleicht etwas oberflächlich ausgedrückt. Ginge ich aber tiefer, würde ich zu viel verraten. Gerade am Anfang haben sich für mich immer wieder Lücken aufgetan, für deren Lösung ich zurückblättern musste. Und es kam immer mal wieder die Frage auf, über wen da gerade gesprochen wurde. Da tauchen stellenweise Charaktere auf, die irgendwann am Anfang mal erwähnt wurden.  

Meine Leseempfehlung:

Für Freunde des Rätselratens ist der Roman sicherlich interessant. Man muss aber schon gut mitdenken, einfach mal so eine halbe Stunde lesen, ist für dieses Buch nicht ratsam. Von mir gibt es gut gemeinte dreieinhalb Sterne.

Das Buch „Der letzte Bote “ von Veronika Stöhr wurde mir vom dp Verlag kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt, was meine Bewertung jedoch nicht beeinflusst hat.

Eine Leiche zu Karneval

Louisa Manu sucht den Mörder eines Funkenmariechens

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In Köln ist Karneval. Eine Zeit, in der man als Kölscher Jeck auf alles Mögliche gefasst sein muss. So verwundert es kaum, dass Louisa Manu ausgerechnet bei einem Umzug ein totes Funkenmariechen buchstäblich vor die Füße fällt. Und genauso wenig erstaunt es den Leser, dass die hobbymäßig ermittelnde Floristin mit eigenem Laden ihre Nase in die Lösung des Falles steckt und versucht mitzumischen. Trotz der Warnungen ihres Lebensgefährten Josh Rispo, sich nicht einzumischen, kann sie es eben einfach nicht sein lassen. Ganz „nebenbei“ muss sie sich auch noch mit Trudis Blitzhochzeit beschäftigen, ihre schwangere Schwester dazu bewegen, den Kindsvater von seinem Glück zu unterrichten und den Frieden in der Familie Rispo wieder herstellen. Lou hat also als Käse verkleidet allerhand zu tun und kommt nicht zum Feiern.

Meine Meinung:

Ich kannte bislang keinen der Louisa Manu Bände, bin aber trotzdem gut in die Geschichte hineingekommen. Die Autorin hat immer wieder Hintergrundhinweise platziert, sodass man sich schnell und gut zurechtfindet. Der leichte, lockere Schreibstil führt den Leser unterhaltend durch die Ermittlungen, wobei Lou allerhand Missgeschicke widerfahren. Die waren, mir vor allem im ersten Teil, manchmal ein wenig zu viel Slapstick. Andererseits traue ich den kölschen Jecken viel zu. Auch die peinlichen Fettnäpfchen und tollpatschig wirkenden Schlamassel, in die sich Lou immer wieder selbst hineinmanövriert.

Der Autorin gelingt es trotz allem einen Spannungsbogen aufzubauen und zu halten und ihre Leser in die Irre zu führen. Denn den oder die TäterIn hatte ich nicht auf dem Schirm. Das Ende hat mich überrascht.

Die Charaktere sind gut ausgearbeitet und bildhaft beschrieben, man kann sich die Protagonisten und Situationen sehr gut vorstellen, lebt in der Geschichte regelrecht mit und fühlt sich zugehörig. Ganz so, als ob man an Lous´ Seite stünde.

Mit dem rheinländischen Karneval kann ich persönlich nicht so viel anfangen. Ich bin eher in der schwäbisch-alemannischen Fastnacht bewandert. Trotzdem habe ich durch die Erzählung einiges erfahren, was mich erstaunt hat. Ich wusste beispielsweise bislang nicht, dass es eine Nubbelverbrennung gibt, die der süddeutschen Fastnachtsverbrennung ähnelt.

Fazit:

Einerseits war mir die Situationskomik etwas zu heftig und übertrieben, andererseits ist das Buch aber gerade deshalb lesenswert. Saskia Louis beweist, dass ein Krimi nicht immer von bierernst und düster dreinblickenden Ermittlern erzählen muss. Lou, die ermittelnde Blumenhändlerin, erinnert in vielen Passagen an die gute alte Miss Marple. Und wenn ich jetzt auch nicht schallend gelacht habe, für ein Schmunzeln hat es bei mir immer gereicht.

Meine Leseempfehlung:

Wer auf Cosy Crime mit Agatha Christie Anstrich steht, ist bei Saskia Louis´ Geschichte über Louisa Manus Erlebnisse gut aufgehoben. Es ist von allem ein bisschen vorhanden: Es gibt eine Leiche, polizeiliche Ermittlungen, Spannung mit humorvollem Augenzwinkern und Lokalkolorit.

Einen Stern Abzug gibt es von mir lediglich für die etwas übertriebenen Slapstick Aktionen. Aber die sind subjektiv zu sehen und reine Geschmackssache.

Das Buch „Mordsmäßig angetrunken “ von Saskia Louis  wurde mir vom dp Verlag kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt, was meine Bewertung jedoch nicht beeinflusst hat.

Was wäre wenn …

Jesus wieder auferstehen würde?

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Was wäre, wenn Jesus wieder auferstehen würde? Wenn es einem Molekularbiologen gelänge, aus dem Turiner Grabtuch DNA zu isolieren und daraus einen Klon zu erschaffen? Ein Kind, das die Gene von Jesus Christus besitzt?

Würde es die religiösen Eiferer auf den Plan rufen, die partout an eine Wiedergeburt Christi glauben und das Kind, das geklont wurde, anbeten würden? Oder würden die Ungläubigen, die Gegner christlicher Glaubensrichtungen auf den Plan gerufen? Und wie würde sich wohl die Kirche verhalten? Wäre, sollte es tatsächlich einen neuen Jesus Christus gehen, das Kind in Gefahr? Könnte es Wunder wirken, wie sie Jesus Christus vor mehr als 2000 Jahre zuerkannt wurden? Und bräuchte man dann überhaupt noch einen Papst, der als irdischer Stellvertreter Christi eigentlich seine Daseinsberechtigung verlöre?

Thomas Kowa hat sich des Themas angenommen und es aus diversen Blickwinkeln beleuchtet. Gleichzeitig hat er die Geschichte in das straffe Korsett eines Thrillers gepackt, das dennoch viel Freiraum für Fantasie und eigene Ideen lässt.

Kowa erzählt von einem Wissenschaftler, der dem Jesuitenorden angehört und Teile des Turiner Grabtuchs auf mögliche DNA-Spuren untersucht. Er kommt jedoch nicht mehr dazu, sein Ergebnis zu veröffentlichen. Vorher wird er umgebracht. Er erzählt von einem Molekularbiologen, dem es gelungen sein soll, einen Klon aus der DNA des Grabtuches zu entwickeln. Ein Kind, das mittlerweile zwei Jahre alt ist. Er erzählt von einem Sensationslüsternen Reporter, der in der Story die Chance seines Lebens wittert und hofft, endlich anerkannt und berühmt zu werden. Dass er nur benutzt wird, merkt er nicht. Nicht zuletzt erzählt er von einem Kommissar, der gemeinsam mit seiner neuen Partnerin versucht, den Mord am Wissenschaftler aufzuklären und dabei einen Sumpf von Intrigen und Machtmissbrauch freilegt.

Meine Meinung:

Die Charaktere hat er ganz gut beschrieben, wobei mir bei dem Einen oder Anderen die Tiefe fehlt. Andererseits ist die genauere Betrachtung der Psyche der Protagonisten nicht unbedingt erforderlich. Dem Roman fehlt deshalb nichts.

Der Showdown ist ein bisschen wirr und unübersichtlich geraten. Und vielleicht auch ein bisschen sehr unrealistisch. Man darf aber nie vergessen, dass es sich bei Thrillern um Fiktionen handelt. Um Geschichten, die ruhig auch mal etwas übertrieben oder unrealistisch sein dürfen.

Fazit:

Der Thriller birgt ein großes Maß an Brisanz. Das Motiv hat auch über die Jahrtausende nichts an seiner Aktualität verloren. Kowa versteht es, heikle Themen verständlich und doch spannend an seine Leser zu vermitteln. Den Spannungsbogen hält er dabei von Anfang an auf hohem Niveau.

Meine Leseempfehlung:

Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung. Das Thema ist so brisant wie aktuell, spricht sowohl die gläubigen Christen als auch Agnostiker an und bringt einen zum Nachdenken.

Das Buch „Todesgelübde “ von Thomas Kowa wurde mir vom dp Verlag kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt, was meine Bewertung jedoch nicht beeinflusst hat.

Hass, Morde, Mobbing und schwierige Charaktere

Moorgrab von Eva-Maria Silber

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Die Story:

Der junge Lukas Bauer untersucht mithilfe eines Angler Sonars das Tote Moor des Steinhuder Meers. Er hofft darauf, ein Rätsel zu lösen, das ihn schon länger beschäftigt. Doch bevor er das gewünschte Ergebnis bekommt, wird er mit einem Kopfschuss getötet.

Kriminalhauptkommissar Torben Montag und die junge Beamtin Effi Lu, die gemeinsam die Cold Case Unit Hannover bilden und alte nie aufgeklärte Fälle lösen sollen, kommen als erste an die Fundstelle. Bald darauf trifft auch Karen Austerlitz vom LKA ein, die den Tod des jungen Mannes aufklären soll. Effi Lu, die niemand ernst nimmt, entdeckt das Angler Sonar und löst damit eine weitere Suche im Moor aus. Gefunden werden zwei Fahrzeuge, beide sind im Kofferraum mit Steinen vollgepackt, in den Autos sitzen einmal zwei und einmal drei Leichen. Die Fahrersitze sind allerdings leer, die Leichen wurden vor ihrem Tod gefesselt. Alles deutet auf Jahrzehnte alte Morde hin.

Somit ergibt das Szenario einen Ermittlungsansatz für das LKA im Fall Lukas Bauer und einen im Fall der Moorleichen für die Cold Case Unit. Dass beides zusammenhängen muss, wird schnell klar. Dennoch gestaltet sich die Zusammenarbeit der beiden Einheiten mehr als schwierig. Denn Karen Austerlitz ist eine verflossene Liebschaft des Weiberhelden Montag, der die Beziehung vor Jahren einfach durch einen Abgang beendet hat. Doch Montag hat nicht nur mit der LKA-Beamtin zu kämpfen. Seine früheren Kollegen, seine Frau, die sich von ihm getrennt und sein Konto geplündert hat und sogar der frühere Dienststellenleiter machen ihm das Leben schwer. Das Ermittlerteam des LKA mobbt ihn, indem er nur als Monday angesprochen und bei jedem Zusammentreffen mit der gepfiffenen Melodie von „I don’t like Mondays“ der Gruppe The Boomtown Rats begrüßt wird.

Effi Lu wird erst gar nicht ernst genommen, nur belächelt. Mit gerade mal 1,63 Metern Körpergröße hat sie die Mindestgröße für den Polizeidienst gerade so erreicht, sie ist schüchtern und unscheinbar. Ihr werden sämtliche Kompetenzen abgesprochen.

Die beiden sind Außenseiter, mit denen niemand zusammenarbeiten will. Selbst Montag lehnt seine neue Partnerin anfangs ab. Doch sie hat einen sehr wachen Verstand und eine gute Kombinationsgabe. Die beiden wachsen zu einem Team zusammen und kommen bei der Lösung des Falles dem Täter auf die Spur.

Meine Meinung:

Der Schreibstil von Eva-Maria Silber hat mir ganz gut gefallen. Die nicht gerade einfachen Charaktere der Protagonisten sind gut ausgearbeitet, lassen den Leser zwischen Abneigung, Mitleid und Anerkennung schwanken. Das Thema Mobbing hat die Autorin meiner Meinung nach sehr gut eingearbeitet. Einige Rezensenten finden das beschriebene Verhalten der Kriminalbeamten zu dick aufgetragen. Doch leider ist Mobbing in allen Bereichen und auch bei der Polizei mittlerweile Alltag. Warum also dieses Verhalten nicht aufgreifen und die Leser dazu bringen, eigenes Benehmen oder das von Kollegen zu reflektieren?

Mich hat etwas ganz anderes gestört. Torben Montag bekommt den Spitznamen „Monday“ verpasst. Die Autorin wechselt ständig zwischen den beiden Namen. Das irritiert. Besser wäre: Im Verlauf der Erzählung bei Montag zu bleiben und immer, wenn er angesprochen wird, Monday zu verwenden. So ist der Gebrauch unkoordiniert und besonders anfangs verwirrend.

Dem Täter war ich schon recht früh auf der Spur. Allerdings wollte ich die Hintergründe wissen, die jemanden dazu bringen, Menschen umzubringen. Die, zusammen mit dem Showdown, waren mir dann aber doch zu konstruiert und an den Haaren herbeigezogen. Das hätte sich vielleicht auch anders lösen lassen.

Fazit:

Im Großen und Ganzen hat mir der Plot gut gefallen. Eva-Maria Silber erzählt unterhaltend, den Spannungsbogen zieht sie schon früh hoch und hält ihn auch bis zum Schluss. Das Verhalten der einzelnen Figuren ist nicht immer nachvollziehbar. Sei es die Alkoholsucht des Kommissars, Effi Lu’s Alleingänge oder der übertriebene Hass, mit dem Karen Austerlitz ihrem ehemaligen Liebhaber begegnet. Aber es sind eben schwierige Charaktere, die hier aufeinandertreffen.

Meine Leseempfehlung:

Von mir gibt es vier Sterne. Der Plot ist spannend, der Leser bekommt einen guten Einblick in das Privatleben der Protagonisten, was so manche Verhaltensweisen erklärt. Das Thema Mobbing ist meines Erachtens gut und deutlich ausgearbeitet und regt zum Nachdenken an. Den einen Stern ziehe ich für die konstruierte Mordursache und den etwas an den Haaren herbeigezogenen Showdown, sowie für die ständigen Wechsel zwischen Nachnamen und Spitznamen des Hauptkommissars, also zwischen Montag und Monday, ab.

Das Buch „Moorgrab “ von Eva-Maria Silber wurde mir vom dp Verlag kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt, was meine Bewertung jedoch nicht beeinflusst hat.

Spannend trotz kleiner Schwachstellen

Ein traumatisierter Ex-Kommissar ermittelt auf eigene Faust

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Ein zutiefst traumatisierter Oberkommissar kündigt seinen Job bei der Kripo, kauft sich einen alten Bauernhof an der Nordsee, um dort zur Ruhe zu kommen. Doch er ist noch nicht einmal richtig eingezogen, hat die Kartons noch nicht ausgepackt, da wird er von seiner Nachbarin gebeten, ihrer Freundin zu helfen. Deren Sohn wurde verhaftet. Er soll seine Freundin, die Tochter eines der reichsten Männer Deutschlands umgebracht haben. Der junge Mann gesteht die Tat auch. Allerdings fehlt die Leiche, die auch nach tagelanger Suche in der Nordsee nicht gefunden wird. Lukas Waldauf stürzt sich in die Lösung des Falles, glaubt nicht an die Schuld des jungen Tatverdächtigen. Damit steht er allerdings ziemlich allein da.  Bei den Eltern des Opfers läuft er gegen eine Wand, wird von den zuständigen Polizisten abgewiesen und gerät ins Visier von Unbekannten, die ihn bedrohen.

Meine Meinung:

Lukas Waldauf ist ein Charakter, der es dem Leser nicht leicht macht, ihn zu mögen. Wortkarg, zerrissen, verstört – so zeigt er sich seiner neuen Nachbarin. Kein Wunder er hat auch Schlimmes erlebt, wurde bei seinem letzten Einsatz schwer verletzt, sein Leben konnte gerade noch so gerettet werden, während eine junge Zeugin, die unter seinem Schutz stand, brutal ermordet wurde. Seither hat er nicht nur psychische Probleme, seine Leistungsfähigkeit ist durch die beschädigte Lunge auch stark eingeschränkt.

Dennoch zeigt sich, dass er im Grunde ein gutherziger Mensch ist. Er arbeitet pro Bono – also ohne Honorar zu verlangen. Eigentlich wollte er auch nur Erkundigungen einziehen. Die Angelegenheit entwickelt sich jedoch schnell zu einem ausgewachsenen Fall.

Seine neue Nachbarin Anke hat es Waldauf angetan. Er ist allerdings noch nicht bereit, sich auf eine Beziehung einzulassen. Zu tief sitzt der Tod der jungen Frau, für den er sich verantwortlich fühlt, den er sich nicht verzeihen kann. Er leidet unter Alpträumen, die mir ein bisschen zu viel sind. Dass er immer wieder von diesen Erlebnissen im Schlaf heimgesucht wird, ist verständlich, doch bekommen sie meiner Meinung nach zu viel Raum in der Geschichte. Das waren Stellen, die ich dann irgendwann ausgelassen habe. Man hätte sich auch kürzer fassen und andeuten können. Im Grunde ist es immer wieder derselbe Traum – lediglich in Feinheiten unterschiedlich. Sie tragen zur Lösung des Falles nicht bei, beschreiben lediglich den Grund für seine psychischen Probleme.

Trotzdem finde ich, ist dem Autor gelungen, den Charakter des Protagonisten sehr gut herauszuarbeiten, wobei er tief in die Psychologiekiste gegriffen hat. Nicht negativ und auch nicht in Richtung Schizophrenie. Aber die Verarbeitung einer posttraumatischen Belastungsstörung hat er gut beschrieben. Wobei Anke die Rolle der Psychiaterin übernimmt, die sie aber gar nicht ist. Sie hat einfach ein gutes Feeling, bedrängt ihn nicht, lässt ihm den Freiraum, den er braucht, ist aber immer für ihn da.

Was die Lösung des Falles angeht, muss ich sagen, dass ich schon früh auf die Variante gekommen bin, die sich dann am Ende auch darstellt. Für mich war es die logische Folge des beschriebenen Ablaufs und der Hintergründe. Trotzdem war es interessant zu beobachten, wie Waldauf bei seinen Bemühungen immer wieder aufläuft, weil ihm keiner glauben will.

Leider gibt es lose Enden, es ist nicht alles komplett durcherzählt. Da gibt es beispielsweise Angriffe auf Waldaufs Leben, die er mit seinem früheren Fall, bei dem er verletzt wurde in Verbindung bringt. Zumindest sieht er darin eine Möglichkeit. Was aber tatsächlich dran ist, erfährt der Leser nicht. Schade.

Mit dem Titel bin ich irgendwie nicht glücklich geworden, wobei ich das noch nicht einmal näher begründen kann. Ich finde einfach, er passt nicht so richtig.

Fazit:

Ich bin etwas zwiegespalten. Der Fall ist spannend, die Charaktere sind auch gut ausgearbeitet. Aber wie gesagt: Waldauf macht es dem Leser nicht leicht, ihn zu mögen. Andererseits macht das auch wieder die Geschichte aus. Die Alptraumszenen könnte man kürzen. Am Ende wird es meiner Meinung nach etwas unlogisch. Man könnte es auch umständlich nennen. Ich habe mich gerade im Showdown gefragt, warum er nicht einfach … nein, das verrate ich hier nicht. Das wäre spoilern und das möchte ich nicht. Ich hätte jedenfalls anders reagiert, die einfachere Lösung bevorzugt und damit Stress rausgenommen. Aber dann wäre die Spannung verloren gegangen.

Meine Leseempfehlung:

Trotz meiner Anmerkungen kann ich das Buch nur empfehlen. Einen Stern Abzug gibt es für die die losen Enden und die Alpträume, die mir definitiv zu viel waren. Die Tatsache, dass ich das Buch innerhalb weniger Tage durchhatte, zeigt, dass mich die Story gefesselt hat. Ich wollte einfach wissen, wie sie endet.

Das Buch „Mordseegrab “ von Andreas Temmer  wurde mir vom dp Verlag kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt, was meine Bewertung jedoch nicht beeinflusst hat.

Ein Pageturner par Excellence

Spannender Thriller mit Aufklärung über Locked In Syndrom

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Ein Serienmörder treibt in London sein Unwesen, hinterlässt verstümmelte, ausgeweidete Frauenleichen. Die Taten erinnern an Jack the Ripper und dessen Imitator Putney Slasher, der vor sieben Jahren gefasst wurde. Ist der Täter ein Trittbrettfahrer? Oder wurde vor sieben Jahren mit Armstrong womöglich der Falsche verhaftet? Das wäre fatal, denn der Mann wurde von einem Polizeibeamten angeschossen und liegt seither bei vollem Bewusstsein in einem komplett gelähmten Körper, einem Zustand, der auch Locked In Syndrom (LIS) genannt wird. DI Olivia Jenner, die damals bei der Verhaftung dabei war, hat der Fall nie in Ruhe gelassen. An den Ermittlungen nach der Verhaftung war sie familiär bedingt nicht beteiligt gewesen. Deshalb glaubt sie nicht an die Schuld des damaligen Verdächtigen und will den Slasher, von dem sie annimmt, dass er wieder aktiv geworden ist, schnappen. Unterstützung erhält sie von Professorin Susanna Madueke, einer Spezialistin für das LIS, die versuchen will, einen Kommunikationsweg zu schaffen. Die beiden Frauen geraten immer mehr ins Ziel des Täters.

Meine Meinung:

Für mich war der Roman ein wahrer Pageturner. Ich konnte das Buch kaum aus den Händen legen. Jede freie Minute habe ich mich in den Fortgang der Story vertieft.

Matthias Ernst versteht es seine Leser, in leicht lesbarem Schreibstil zu fesseln. Und zwar von Anfang an. Die Charaktere der beiden starken Frauen hat er sehr fein nachgezeichnet, hat die familiären Umstände aufgezeigt, die beide meistern müssen – Olivia, die vom Fall des Putney Slashers regelrecht besessen ist und in ihrem Drang, den Fall zu lösen, ihre Familie vernachlässigt und ihre Ehe aufs Spiel setzt und Susanna Madueke, die Professorin, die als alleinerziehende Mutter zweier Kindergartenkinder, die ständig in Zeitnot auf die Hilfe ihrer stets nörgelnden Mutter angewiesen istund die außerdem um ihre Professur an der Uni bangt.

Auf der anderen Seite ist Olivias ehemaliges Team bei der Mordkommission, das Olivias Hinweise ignoriert und abwiegelt. Selbst der Dienststellenleiter lässt nichts auf die Kollegen kommen. Marcus Harrison, der den Verdächtigen damals angeschossen hatte, möchte den Fall gar nicht erst mit dem Slasher in Verbindung binden. Schließlich hatte die Verhaftung des vermeintlichen Täters seiner Karriere einen ansehnlichen Schub eingebracht.  

Dass die beiden Frauen einen Kontakt zu Armstrong finden, kann verraten werden. Aber ist er wirklich der liebenswürdige, Haiku-dichtende junge Mann, als den die beiden ihn kennenlernen? Mit der Zeit wird eine perfide Geschichte aufgedeckt, die auf ein überraschendes und erschreckendes Ende hinführt.

Interessant fand ich die Beschreibungen des LIS, von dem ich bisher noch nie gehört hatte. Bislang kannte ich nur Wachkoma. Dass es Möglichkeiten gibt, mit Menschen, die in ihrem Körper eingeschlossen sind, Kontakt aufzunehmen ist für mich absolut fesselnd.

Fazit:

Mein Kompliment an den Autor. Das komplexe Thema hat er nicht nur super recherchiert, sondern in einem fesselnden Thriller verpackt gut verständlich und spannend vermittelt, sodass es am Ende jeder verstehen kann. Die Spannungsbogen hält von Anfang bis Ende an, sodass der Leser unbedingt wissen möchte, wie es weitergeht.

Meine Leseempfehlung:

Für Freunde des Thriller-Genre ein absolutes Muss. Für zartbesaitete Menschen sind die Beschreibungen der Mordopfer vielleicht zu blutig, wobei ich sie als begeisterter Thriller-Fan nicht so schlimm finde. Die Taten selbst werden in ihrer Ausführung nie beschrieben, immer nur das Ergebnis.

Das Buch „Die Professorin “ von Matthias Ernst wurde mir vom dp Verlag kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt, was meine Bewertung jedoch nicht beeinflusst hat.

Zwei Fälle die zusammenhängen?

Der wohl letzte Band der Christopher Diecks-Reihe überzeugt wieder

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Privatdetektiv Christopher Diecks hat es im dritten Band der Reihe gleich mit zwei Fällen zu tun, die sich mehr oder weniger gleichzeitig an einem Ort ereignen. In Hamburg hat ein Unternehmen mehrere alte Bunker aufgekauft und so umgebaut, dass Gruppen und Bands Proberäume zur Verfügung stehen. Christopher, sein Chef Martin und Kollege Andi sollen mehrere Einbrüche in diese Bunker aufklären. Als auch noch Benni, Mitglied einer Band, brutal zusammengeschlagen wird und im Krankenhaus landet, ergibt sich der zweite Fall. Dabei machen die Reaktionen dessen Eltern Christopher misstrauisch. Er beginnt auf eigene Faust zu ermitteln und entdeckt dunkle Geheimnisse und Machenschaften.

Meine Meinung:

Nachdem ich schon die ersten beiden Bände gelesen habe, war es für mich fast wie ein Nachhausekommen. Ich habe mich in und mit der Story gleich wohlgefühlt. Als würde ich gute Freunde besuchen und mir deren Geschichten anhören.

Den Schreibstil von Lara Möller finde ich sehr angenehm. Ohne Schnickschnack und Schnörkel, trotzdem unterhaltend und kein bisschen trocken. Die Arbeit der Privatdetektive beschreibt sie sehr realistisch. Manchen mögen die Observationsszenen zu langatmig sein. Aber genau so laufen die auch ab. Ich habe einen sehr guten Einblick in den Alltag von Polizeibeamten und habe da genau diese Beschreibungen gehört. Warum also sollte man dies nicht auch mal in einem Roman beschreiben und damit aufzeigen, womit sich Ermittler jeglicher Couleur herumschlagen müssen.

Die Protagonisten sind vertraut, es ist schön zu sehen, wie sie sich weiterentwickeln. Die Tatbeteiligten – ganz gleich, ob Täter oder Opfer – sind gut beschrieben. Der Leser spürt das Dilemma, in dem sie teilweise stecken, kann selbst eigentlich unverständliches, verantwortungsloses Verhalten nachempfinden.

An Christopher gefällt mir weiterhin, dass er Nerven zeigt, Blessuren davonträgt und mit verdreckten Klamotten aus einem Einsatz kommt. Anders als in manchen anderen Romanen, in denen die Helden grundsätzlich auch als solche auftreten und ganz ohne Verletzungen und Angst und mit glatt gebügeltem Anzug durch die Ermittlung wandern.

Fazit:

Ich finde auch den dritten Band gelungen. Dass es der letzte der Reihe sein soll, finde ich einerseits sehr schade. Ich hätte gern noch mehr davon gelesen. Andererseits ist die Entscheidung der Autorin vielleicht auch gar nicht schlecht. Bei zu vielen Bänden besteht schnell die Gefahr, langweilig zu werden oder sich zu wiederholen. Mit Christopher Diecks hat sie eine Figur geschaffen, die zu toppen allerdings eine Herausforderung sein dürfte. Ich bin jetzt schon gespannt, welche Geschichten und Figuren die Autorin als nächstes entwickelt.

Meine Leseempfehlung:

Ich kann eine klare Leseempfehlung geben. Die Christopher Diecks Bände sind keine reißerischen Thriller, sondern eher gediegene Krimis mit angenehmem Spannungsbogen und leichter, unterhaltsamer Erzählweise. Die Bände können auch problemlos unabhängig voneinander gelesen werden. Bezüge zu Vorgeschichten werden immer kurz erläutert.

Das Buch „Dunkles Spiel “ von Lara Möller wurde mir vom dp Verlag kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt, was meine Bewertung jedoch nicht beeinflusst hat.

Wenn Idealismus in Fanatismus umschlägt

Schatten der Gier von Fred Persson basiert auf einem wahren Fall

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Wie weit darf man gehen, um seine Ziele durchzusetzen? Eine Frage, die sich beim Lesen des Thrillers Schatten der Gier von Fred Persson unwillkürlich stellt. Denn der ermittelnde Beamte des BK Wien, Edwin Anders, wird gemeinsam mit seinen Kollegen aus Frankfurt mit einer entstellten Leiche konfrontiert, die als Resultat eines grausamen Mordes auch noch per Live-Video der Tat im Internet zur Schau gestellt wird. Im Zusammenhang mit den Ermittlungen stoßen Anders und die Kollegen auf einen Umsatzsteuerbetrug durch den Handel mit CO2-Papieren, der tatsächlich stattgefunden hat, der den österreichischen Ermittler nach England und Indien verschlägt. Gleichzeitig kommt noch Afrika ins Spiel, in dem die Superreichen auf verbotene Großwildjagd gehen und somit genau so wie der Handel mit den CO2 Papieren die Umweltorganisationen XR (Extinction Rebellion) und FFF (Fridays for Future) auf den Plan ruft.

Meine Meinung:

Die ganze Geschichte beruht auf einem tatsächlichen Fall, der sich aber auf den Handel mit CO2 Papieren und den damit verbundenen Umsatzsteuerbetrug bezieht. Der Rest der Geschichte scheint Fiktion zu sein. Zumindest habe ich nichts gefunden, was die einzelnen Erzählstränge in Realität in Verbindung bringen würde.

Trotzdem – oder gerade deswegen – hat der Autor einen recht spannenden Roman geschrieben, der den Leser in die Welt der Umweltschutzbewegungen und der skrupellosen Umweltsünder führt.

Edwin Anders, die Hauptfigur, ist ein Mensch, der für seinen Beruf brennt und dadurch seine Ehe aufs Spiel setzt. Gleichzeitig kann er sich nicht so richtig von einer früheren Liebschaft trennen. Seine Epilepsie ist weder beruflich noch privat hilfreiche.

Was an der Geschichte irritiert, sind die eigenmächtigen Handlungen des Ermittlers, der, zunächst von der Dienststelle nach Frankfurt geschickt, auf eigene Faust nach London und Indien reist, ohne sich die Reisen genehmigen zu lassen. Und auch sein manchmal naives Handeln ist nicht nachvollziehbar.

Auf der anderen Seite sind da die Umweltschutzorganisationen wie FFF, bei der sich Anders Tochter engagiert und XR, der sich ihr Freund zuwendet. Zwei Organisationen, die dasselbe Ziel verfolgen, sich trotzdem gegenseitig argwöhnisch beäugen. Nicht ohne Grund. FFF ist nach Meinung von XR ein Kindergeburtstag, umgekehrt zeigt sich XR in dieser Geschichte als stellenweise skrupellos, wenngleich es sich auch nur um einzelne Mitglieder handelt.

Fazit:

Das Thema ist aktuell, wie es aktueller nicht geht und hat Potenzial. Es gibt Längen in der Geschichte, die auf Kosten der Spannung gehen. Der Protagonist ist gut beschrieben, dürft aber charakterlich noch etwas mehr Tiefe bekommen. Zeitweise fand ich die vielen Personen und Ereignisse verwirrend. Vielleicht hatte ich aber auch nicht die nötige Konzentration, der komplexen Geschichte durchgehend zu folgen.

Meine Leseempfehlung:

Vier von fünf Sternen würde ich dem Roman geben, den ich nicht so richtig als Krimi oder Thriller einordnen kann. Er ist von jedem ein bisschen. Wer sich für Wirtschaftskriminalität interessiert, ist mit diesem Buch bestimmt gut versorgt. Aber auch Freunde des Thriller-Genre mit Mord als Mittelpunkt kommen auf ihre Kosten.

Das Buch „Rezept zum Mord “ von Eduard-Florian Reisigl  wurde mir vom dp Verlag kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt, was meine Bewertung jedoch nicht beeinflusst hat.

Ein Ermittler mit dem besonderen Auge fürs Detail

„Sünderblut“ von Christoph Heiden – der erste Fall für Henry Killmer

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Die Geschichte:

Die Polizisten tappen lange im Dunkeln. Es gibt einfach zu wenig Hinweise. In der Zwischenzeit meldet ein Mann seine Frau als vermisst.

In einem Fluss wird die Leiche eines Schlägers gefunden, der seit einigen Tagen von der Polizei gesucht wird. Gemeinsam mit einem Kumpel und einer Freundin hat er einen Mann nach einem Barbesuch brutal zusammengeschlagen. Wer war der Schläger und wo hat er sich die letzten Tage aufgehalten? Und woher kommt das eingeritzte Zeichen am Fuß, das nur Kommissar Henry Killmer als Zeichen sieht?

Was die Ermittler unter anderem am Ende Dank des verbohrt wirkenden Henry Killmer herausfinden, sei hier nicht verraten. Nur so viel: Seine Kollegin, Linda Liedke macht sich Sorgen um ihn und teilt ihre Meinung nicht immer mit ihm.

Mein Eindruck:

Die beiden Ermittler könnten unterschiedlicher nicht sein. Henry Killmer ist solo und lebt für seine Arbeit, er ist Teetrinker und schleppt ein Geheimnis aus seiner Jugend mit sich herum. Linda Liedke ist verheiratet und Mutter und ist der Meinung, dass die Arbeit im Privatleben nicht zu suchen hat. Das ist dann aber auch schon so ziemlich alles, was man über die beiden Ermittler erfährt. Da hätte der Autor noch ein bisschen mehr zufüttern können. Es ist zwar ganz angenehm, wenn die Psyche der Polizisten nicht im Mittelpunkt steht, aber etwas mehr Charaktertiefe schadet nicht.

Was den Täter angeht, der bald als Serientäter gehandelt wird, hüllt sich der Autor lange in Schweigen, gibt nur hier und da kleine Häppchen preis, die den Leser dann am Ende doch in die falsche Richtung führen.

Der Spannungsbogen dürfte etwas weiter gespannt werden. Allerdings handelt es sich bei dem „Sünderblut“ auch eher um einen Krimi als einen Psychothriller. Der Schluss mit der Auflösung kommt allerdings etwas plötzlich.

Das ungleiche Ermittlerpaar hat mir gut gefallen. Die erfahrene Kriminalistin und das Greenhorn mit dem besonderen Auge für Details und der Vorliebe für spektakuläre Kriminalfälle der Vergangenheit ergänzen sich ganz gut.

Meine Leseempfehlung:

Für alle, die gern Tatort schauen respektive Krimis mögen, die nicht gar so schlafraubend sind, ist „Sünderblut“ von Christoph Heiden absolut empfehlenswert. Miträtseln lohnt sich.

Das Buch „Sünderblut “ von Christoph Heiden wurde mir vom dp Verlag kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt, was meine Bewertung jedoch nicht beeinflusst hat.

Jane Wunderly ermittelt in Ägypten

Die Tote im Mena House von Erica Ruth Neubauer

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Eigentlich soll es für Jane Wunderly und ihre Tante Millie ein entspannter Urlaub in Ägypten werden, der die Auswirkungen des ersten Weltkriegs, bei dem Jane ihren Mann verloren hat, und die in der Heimat herrschende Prohibition, vergessen werden sollen. Millie möchte außerdem einen Mann für Jane finden. Doch es kommt alles anders. Denn die junge xxx Anna, die in jedem weiblichen Wesen eine Konkurrentin sieht, wird ermordet. Und ausgerechnet Jane findet sie und gerät so in den Fokus der Ägyptischen Polizei. Jane beginnt daraufhin, zu ermitteln und erhält Schützenhilfe vom undurchsichtigen Mister Redvers, der eigene Ziele verfolgt.

Mein Eindruck:

Die Tote im Mena House ist ein unaufgeregter, aber dennoch spannender Krimi. Ich hatte das Buch in wenigen Tagen durch.

Die Geschichte spielt Anfang des 20. Jahrhunderts, also in einer Zeit in der die Männer noch immer ein Problem mit Frauen hatten, die sich emanzipierten und mit ihnen auf Augenhöhe waren. Da sticht Mr. Redvers, der gemeinsam mit Jane ermittelt aus der Menge heraus. Er nimmt die junge Witwe ernst, zeigt sich zwar galant und als Beschützer, doch nie so, dass sie in ihren Talenten und geistigen Fähigkeiten herabgesetzt fühlen könnte. Im Gegenteil. Die beiden bilden ein unschlagbares Team.

Die Charaktere der einzelnen Figuren sind gut beschrieben und gehen auch die die Tiefe. Ganz gleich ob Jane, Millie und Mr. Redvers, der Colonell und seine Tochter Anne oder der seltsame Ammons – man kann sich die Personen gut vorstellen und sich in sie hineinversetzen.

Der Schreibstil ist sehr eingängig und an den Stil des damaligen Sprachgebrauchs angelehnt. Ein paar Mal kommen Ausdrücke wie beispielsweise „delirant“ vor, die der Leser erst nachschlagen muss. Das könnte auch einfacher beschrieben werden, ohne dem Flair etwas anzuhaben. Die Beschreibungen der Umgebung – wie beispielsweise die Pyramiden – und des Kostümfests vermitteln einen Einblick in das Land und seine Kultur.

Der Mord wird unblutig beschrieben, der Schwerpunkt liegt auf den Ermittlungen. Den Mörder ausfindig zu machen ist nicht einfach. Die Autorin legt immer wieder falsche Fährten. Selbst Mr. Redvers bleibt dem Leser lange Zeit suspekt. Und auch Millie hat ein Geheimnis, das erst spät gelüftet wird.

Meine Leseempfehlung:

Wer Cosy Crime mag, ist bei Erica Ruth Neubauer und Jane Wunderly bestens aufgehoben.

Das Buch „Die Tote im Mena House “ von Erica Ruth Neubauer wurde mir vom dp Verlag kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt, was meine Bewertung jedoch nicht beeinflusst hat.