Mord oder Selbstmord?

Linn und Terry ermitteln

Dieser Text kann Werbung enthalten

Die Story:

Linn und Terry besitzen eine Bakery in Londons Stadtteil Soho. Während Terry mit Linns Exfreund Phil glücklich ist, ist Linn unglücklich in Inspector Bruce Mansville verliebt, was sie in eine trübe Stimmung versetzt. Selbst die freche und immer gut gelaunte Terry und das immer besser laufende Geschäft können sie nicht aufmuntern. Da kommt ihr die traurig wirkende Norah, die sich in das Café der beiden Freundinnen verirrt, gerade recht. Die empathische Linn nimmt die depressiven Schwingungen der jungen Frau auf. Sie freundet sich mit Norah an, die sich allerdings plötzlich trotz Verabredung nicht mehr meldet. Als Linn erfährt, dass Norah Selbstmord begangen haben soll, glaubt sie keine Sekunde daran. Zwar war Norah tieftraurig gewesen, aber sie hatte auch neue Ziele ins Auge gefasst. Linn und Terry beginnen zu ermitteln.

Mein Eindruck:

Der Autor hat sich gleich zwei schwere Themen vorgenommen: die leider noch immer tabuisierten Depressionen und die Belastungen, denen die Mitarbeiter Telefonseelsorge, bei der Norah arbeitet, ausgesetzt sind. So nimmt sich Norah auch die Probleme ihrer Telefonpartner zu Herzen. Vor allem der Selbstmord eines jungen Mannes, mit dem sie immer wieder gesprochen hat, setzt ihr zu. Als sie mit aufgeschnittenen Pulsadern in ihrer Wohnung aufgefunden wird, liegt der Schluss nahe: Norah hat die komplette Situation nicht mehr verkraftet. 

Stefan S. Kassner beschreibt das Gefühlsleben von Linn und Norah so eindrücklich, dass man meinen könnte, er spreche aus Erfahrung – ganz gleich ob eigene oder im Umfeld beobachtete. Denn sich in eine depressive Person einzufühlen ist nicht leicht. Der Wechsel zwischen Hoffnung und Hoffnungslosigkeit, unter der diese Menschen leiden kann man nicht einfach so beschreiben. Um authentisch zu sein, muss der Autor diese Gefühlswelt irgendwo kennengelernt haben.

Die Story ist aber nicht durchweg durch düstere Stimmungen geprägt. Gerade Terry bringt immer wieder Stimmung und gute Laune in die Bude und lässt den Leser des Öfteren schmunzeln. Sie sieht keine Probleme, nur Lösungen.

Die Erzählart des Autors ist sehr angenehm, eingängig und gut zu lesen.

Mein Fazit:

Das Ende kam mir leider ein bisschen zu schnell und zu schwach daher. Da hätte es mehr Potenzial gegeben. Auch die unglückliche Liebe zum Inspector wird leider nicht so ausgespielt, wie es sein könnte. Wer da auf ein Happy End hofft, wird wohl auf einen weiteren Band der Poison Bakery-Reihe warten müssen. Denn die, dessen bin ich sicher, wird schon bald kommen. Und ob es dann endgültig zwischen Linn und Bruce funkt – wer weiß.

Meine Leseempfehlung:

Ein spannendes Vergnügen – so könnte man den Roman in einem Wortspiel bezeichnen. Denn die Geschichte ist sowohl spannend als auch vergnüglich, ohne in den Klamauk abzurutschen. Von mir gibt es vier Punkte. Einen Punkt ziehe ich für das Ende ab, das wie schon beschrieben, etwas spannender und spektakulärer hätte sein können.

Intrigen, Macht und Missbrauch

Sebastian St. Cyr ermittelt im London von 1812

Dieser Text kann Werbung enthalten

Die Story:

Heros gute Freundin und Altertumsforscherin, Miss Gabrielle Tennyson wird in der Nähe des verfallenen Schloss Camlet Moat erstochen in einem Boot aufgefunden. Die besondere Brisanz dabei: Gabrielle war sich sicher, das echte Camelot gefunden zu haben. Eine Behauptung, mit der sie für Aufsehen sorgte. Mit dem Mord sind auch die beiden kleinen Cousins des Opfers verschwunden. Für Sebastian St. Cyr und seine frisch angetraute Gattin Hero gilt es jetzt, statt auf Hochzeitsreise zu gehen, den oder die Täter und vor allem die Kinder zu finden. Sie begeben sich dabei nicht nur in Gefahr, sie kommen auch Heros skrupellosen Vater Jarvis in die Quere. Für Hero entwickelt sich hier ein Zwiespalt.

Mein Eindruck:

Dass die Autorin europäische Geschichte studiert hat, zahlt sich im Roman, der im England von 1812 spielt, eindeutig aus. Sie vermittelt einen guten und interessanten Einblick in das Alltagsleben der Bevölkerung – sowohl der wohlhabenden als auch der ärmeren. Dabei bindet sie auch die französischen Kriegsgefangenen im Offiziersrang mit ein, die sich auf Parole – also auf Ehrenwort – frei bewegen durften. Einer dieser Offiziere spielt in der Geschichte auch eine wichtige Rolle. Die Geschichte führt durch alle Gesellschaftsschichten – von erlesenen Persönlichkeiten bis hin zu Spelunken und Schlägern. Intrigen, Macht und Machtmissbrauch, Pädophilie und Schmuggel – die Spannweite der menschlichen Abgründe ist weit.

Eine besonders sympathische Nebenrolle spielt Tom, der Kutscherjunge, der keine Probleme hat, Informationen zu beschaffen. Ihn interessiert auch die Sprache der gehobenen Gesellschaft nicht besonders. Er spricht die Sprache der einfachen Menschen, was ihn umso liebenswerter macht.

Den Plot hat C. S. Harris gut durchdacht und logisch aufgebaut, viele Wendungen und die Erzählung aus verschiedenen Sichtweisen bauen die Spannung permanent auf und ziehen den Leser immer tiefer in die Ereignisse hinein. Die Charaktere hat sie fein und schlüssig gezeichnet, sodass man Gedankengänge, Handlungen und Reaktionen gut nachvollziehen kann.

Mein Fazit:

Für mich war es das erste Buch dieser Reihe. Zwar werden immer wieder Hinweise auf Ereignisse aus Vorgängerbänden gegeben, die helfen, Beziehungen zu verstehen, sodass die Bücher auch unabhängig voneinander gelesen werden können. Dennoch würde ich empfehlen, die ganze Reihe in Abfolge zu lesen, was helfen dürfte, die Entwicklung der einzelnen Personen besser einordnen zu können.

Meine Leseempfehlung:

Ich habe mich gut unterhalten gefühlt und habe die Spannung genossen. Für Leser, die sowohl das Krimi Genre als auch den historischen Hintergrund mögen, ist das Buch absolut zu empfehlen.

Eine Leiche statt Hochzeitstorte

Der fünfte Fall für die Countess of Harleigh

Dieser Text kann Werbung enthalten

Die Geschichte:

Frances, die Countess of Harleigh, heiratet. Doch kaum ist der offizielle Teil vorbei, wird im Nachbarhaus eine Leiche entdeckt. Und der erste Verdächtige ist ausgerechnet ihr Bruder Alonzo. Für Frances und ihren Mann George, der als Rechtsanwalt die Vertretung seines Schwagers übernimmt, heißt es jetzt ermitteln. Die Hochzeitsreise nach Cannes muss warten.

Meine Meinung:

Dianne Freeman hat mit dem fünften Band ihrer Countess of Harleigh-Reihe einen spannenden und komplexen Fall geschaffen, der den Leser zum Miträtseln animiert. Komplex, weil sehr viele Personen auftreten. Die einen hilfreich, die anderen eher verdächtig. Es geht um eine versprochene aber von der künftigen Braut ungewollte Ehe, einen Galan, der ebendieser Frau den Hof machen will und damit den Unwillen des heiratswilligen Fitzgerald auf sich zieht sowie um die Eltern der beiden und deren Rolle in der Geschichte. Und es geht um die amerikanische Familie der Countess, die zur Hochzeit angereist ist und natürlich gleich mittendrinsteckt im Mordfall.

Die beiden Hauptfiguren, Frances und George sind sehr sympathisch gezeichnet, Frances ist darüber hinaus außerordentlich schlau.

Als Nebenschauplatz hat die Autorin die amerikanische, sehr anstrengende Familie der Braut eingebaut, die ohne Rücksicht auf das neuvermählte Paar, das gerne auch mal ein paar Minuten für sich hätte, im Haus der Hazeltons – so heißt die Countess nach ihrer Heirat mit bürgerlichem Namen – ein- und ausgeht.

Fazit:

Dianne Freeman hat eine angenehme Erzählweise, die den Leser von Anfang an mitnimmt und fesselt. Gleichzeitig zeichnet sie ein gut vorstellbares Bild der englischen höheren Gesellschaft im 19. Jahrhundert. Den oder die TäterIn hatte ich zwar schon recht bald im Visier, doch brachte mich die Autorin immer wieder ins Wanken.

Meine Leseempfehlung:

Für Freunde des gepflegten Krimis, der neben dem Mordfall auch noch viel Atmoshpäre ist der Cosy Crime ein Muss. Für mich war der fünfte Band der erste, aber sicher nicht der letzte.

Das Buch „Die Countess of Harleigh – Ein Tanz mit dem Tod “ von Dianne Freeman wurde mir vom dp Verlag kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt, was meine Bewertung jedoch nicht beeinflusst hat.

Erschreckend nah an der Realität

Doris Litz greift das hochbrisante Thema Kindesmissbrauch auf

Dieser Text kann Werbung enthalten

Die Geschichte:

Der Koblenzer Kommissar Alex Bierbrauer ist eigentlich gerade dabei, die Mordkommission zu verlassen und zur Organisierten Kriminalität zu wechseln. Da wird eine Kinderleiche gefunden. Bierbrauer soll den Täter ermitteln. Im Verlauf der Recherchen deckt er einen Kinderhändlerring auf. Dabei geraten nicht nur er und seine Lebensgefährtin Sina Lehmann in Gefahr, sondern auch die Stralsunder Kollegen Katie Hansen und Hendrik van Loh, mit denen Bierbrauer ein Jahr zuvor schon zusammengearbeitet und einen Psychopathen zur Strecke gebracht hat. 

Meine Meinung:

Das ist einer der besten Romane die ich je gelesen habe. Doris Litz hat sauber und gründlich recherchiert und ein hochbrisantes Thema aufgegriffen, das leider noch immer für viele ein Tabu ist. Denn die Päderasten sind nicht unbedingt irgendwelche vereinzelt vorkommende heruntergekommenen Gestalten. Tatsächlich sitzen viele der Kinderschänder in höchsten Positionen von Wirtschaft, Politik, Justiz und Polizei.

Die Geschichte entwickelt sich rasant, zum Atmen bleibt einem kaum Zeit. Vor allem gegen Ende, als mehrere Aktionen gleichzeitig stattfinden, die durch kurze Kapitel beschrieben werden, bekommt man das Gefühl, gehetzt zu werden oder besser gesagt die Täter atemlos an der Seite der Polizeibeamten zu jagen.

Die Autorin legt aber nicht nur die Päderasten offen, sondern auch die Mitglieder rumänischer Mafiabanden, die die Ware Kind liefern – und das nicht nur aus den östlichen Balkanländern. Im Darknet finden die Polizisten auch Kataloge, aus denen die Kinderschänder sich europäische Kinder bestellen können, die zuvor beobachtet und fotografiert worden sind und auf Bestellung entführt werden. Wenn man den Roman liest, könnte einem schlecht werden.

Doris Litz beschreibt eine grauenvolle Welt, die es tatsächlich gibt und hangelt sich dabei in einer fiktiven Geschichte so nah an der Realität entlang, ohne dabei voyeuristisch zu sein. Der Leser weiß oder kann zumindest erahnen, was mit den Kindern geschieht.

Sie streift auch das Ansinnen der Grünen in den 1980ern, die die Liebe, respektive den Sex mit Kindern legalisieren wollten. Das Argument der Politiker damals: Der Sex fände in beiderseitigem Einvernehmen statt und füge der Entwicklung der Kinder deshalb keinen Schaden zu.

Wer das Buch „Tödliche Ufer“ von Doris Litz gelesen hat, kennt den manchmal knurrig und streng wirkenden Alex Bierbrauer und seine Kollegen schon. Auch in diesem Buch hat die Autorin die Eigenheiten der einzelnen Protagonisten fein ausgearbeitet. Dabei entwickeln sich Katie Hansen und Hendrik von Loh am meisten. Katie in negative, Hendrik in positive Richtung – zumindest ist das mein Empfinden. Warum ich so denke, will ich hier nicht weiter ausführen. Das würde im Spoilern enden.

Fazit:

Sensible Menschen mit schwachem Magen oder schwachen Nerven, sollten dieses Buch lieber nicht lesen. Es könnte Alpträume verursachen. Andererseits wäre das auch wieder mit einem Wegsehen gleichzusetzen, das leider immer noch viel zu häufig vorkommt.

Meine Leseempfehlung:

Klare fünf Sterne. Meiner Meinung nach sollte jeder dieses Buch gelesen haben. Auch wenn es sich nur um eine fiktive Geschichte handelt, so beschreibt sie doch die erschreckende Realität.

Das Buch „Kinderseelen “ von Doris Litz wurde mir vom dp Verlag kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt, was meine Bewertung jedoch nicht beeinflusst hat.

Eine schöne Frau ein kranker Geist

Olaf Büttner thematisiert Gefahren der Internetpartnersuche

Dieser Text kann Werbung enthalten

Die Geschichte: Die 17-jährige Emily möchte ihren Vater nach dem Tod ihrer Mutter wieder glücklich sehen und organisiert über eine Internetplattform ein Blind Date. Vera ist die auserkorene Frau, die Emilys Vater auf Anhieb gefällt. Doch für Emily geht dann alles viel zu schnell. Vera zieht schon bald beim Vater-Tochter- Team ein. Damit nimmt das Unheil seinen Lauf.

Meine Meinung:

Olaf Büttner hat mit diesem Thriller ein interessantes Thema aufgegriffen. Denn man kann nie wissen, worauf man sich bei einer Internetbekanntschaft einlässt. Nicht alles, was im Netz steht, muss der Realität entsprechen. So ergeht es auch Emily und ihrem Vater.

Das Buch lässt sich gut lesen. Büttner hat einen flüssigen, unterhaltenden Schreibstil mit dem er seine Leser von Anfang an mitnimmt. Die Charaktere hat er sehr gut ausgearbeitet. Zum einen ist da Emily, die ihren Vater wieder glücklich sehen will. Sie ist eine typische Jugendliche – mal vernünftig denkend, mal trotzig und dann wieder sehr emotional. Der Vater lebt nur für seine Tochter, hat seine Frau noch nicht losgelassen und will sich eigentlich nicht auf eine neue Beziehung einlassen. Vera ist sehr vielschichtig. Sie ist charmant und liebevoll, die perfekte Hausfrau und Mutter und hat doch ein Geheiminis, das für die Familie noch zum Problem wird. Emilys Freundin Lena, die mit ihrem zweijährigen Bruder und ihrer Mutter zusammenlebt ist im Gegensatz zu Emily sehr verantwortungsbewusst und zuverlässig.

Manches finde ich nicht ganz plausibel und das Ende kam für mich zu schnell und zu unspektakulär. Da hätte noch ein bisschen mehr Spannung rein dürfen. Andererseits ist der Roman so auch für zart besaitete Leser und für Jugendliche gut zu lesen. Der Spannungsbogen ist durchgängig aber eben nicht so hoch wie bei anderen Thrillern.

Fazit:

„Die Frau am See“ ist ein Generationen übergreifender eher sanfter Thriller, der mit vielschichtigen Protagonisten spielt. Ich würde ihn schon fast in Richtung Jugendbuch schieben, er ist aber wie gesagt auch für sensible Menschen geeignet. Die Grundidee der Story ist geeignet für einen Thriller, es dürfte aber vor allem am Ende noch etwas mehr Spannung rein.

Meine Leseempfehlung:

Für Hardcore-Thriller Fans ist das Buch eher zu harmlos. Von mir gibt es viereinhalb Sterne. Der Autor hat mich gut unterhalten. Das Ende kam mir aber zu schnell und nicht ganz nachvollziehbar.

Das Buch „Die Frau am See“ von Olaf Büttner  wurde mir vom dp Verlag kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt, was meine Bewertung jedoch nicht beeinflusst hat.

Perfides Spiel mit Emotionen

Ein spannender Thriller von Doris Litz

Dieser Text kann Werbung enthalten

Die Geschichte:

Jan und Sina Lehman genießen ihren Urlaub auf Rügen. In der Nähe des Königsstuhls wollen sie Steinkreise besuchen. Doch den letzten bekommen sie nicht zu Gesicht. Vorher geschieht ein Unglück.

Für die Kommissare der Mordkommission Stralsund tut sich ein Rätsel auf. Am Kreidefelsen hängt ein toter Mann, der sich schnell als Jan Lehmann entpuppt. Er scheint vom Rand des Felsens abgestürzt, aber mit seinem Rucksack an einem Ast hängen geblieben zu sein. Wäre er in die Ostsee gestürzt, wäre er vielleicht für immer verschwunden. Von seiner Frau Sina fehlt jedoch jede Spur. Mit der Zeit zeigt sich, dass die Lehmanns nicht die einzigen Opfer sind.

Das Ermittlerteam bekommt ungebetene Hilfe durch Alexander Bierbrauer, Kommissar und Sinas ehemaliger Lebensgefährte aus Koblenz. Eine Unterstützung, die sich am Ende als hilfreich erweist.

Meine Meinung:

Ich habe das Buch in kürzester Zeit durchgelesen, konnte es kaum aus der Hand legen. Schon gleich am Anfang hatte ich das Gefühl, das junge Ehepaar warnen zu müssen. Denn das Unvermeidliche ist deutlich zu erkennen. Auch Sina hat ein ungutes Gefühl. Ihr Mann jedoch, der sie wegen ihrer ständigen Vorsicht belächelt, gibt sich leutselig und tappt naiv in die Falle. Und die beiden sollen nicht die einzigen sein, denen es wie den Lehmanns ergeht.

Sehr gut gefallen hat mir das perfide Spiel des Mörders, das sich mit der Zeit entwickelt. Den Täter habe ich schon relativ früh herausgefiltert, wobei ich zwischen zwei Personen geschwankt habe. Somit war die Entlarvung des Mörders für mich keine richtige Überraschung. Dennoch war es spannend zu sehen, welchen Weg die Ermittler gegangen sind und welche Gefahren auf diesem Weg gelauert haben.

Die Charaktere der Protagonisten hat Doris Litz fein ausgearbeitet. Sei es die Kommissarin Katie Hansen, die sich auf einen zwielichtigen Typen eingelassen hat, der sie immer wieder betrügt oder Alex Bierbrauer, der sich nie von seiner großen Liebe Sina gelöst hat. Die Polizeiarbeit, die oft genug in regelrechte Sisyphusarbeit ausufert, wird gekonnt dargestellt. Dabei wird ein Team vorgestellt, bei dem jedes Mitglied seine Ecken und Kanten hat, das aber am Ende doch effektiv zusammenarbeitet.

Fazit:

Ich habe das Buch nicht nur gelesen, ich bin regelrecht in die Geschichte eingetaucht, hab mitgerätselt und mitgefiebert, wollte am liebsten Tipps geben oder die Protagonisten warnen, wenn ich Gefahren gesehen habe.

Meine Leseempfehlung:

Klare fünf Sterne. Doris Litz ist ein richtig guter und spannender Thriller gelungen. Von ihr würde ich gern mehr lesen. „Tödliche Ufer“ ist eine überarbeitete Neuauflage des bereits erschienenen Romans „Spur der Rache“.

Das Buch „Tödliche Ufer “ von Doris Litz wurde mir vom dp Verlag kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt, was meine Bewertung jedoch nicht beeinflusst hat.

Thriller mit vielschichtigen Protagonisten

Dieser Text kann Werbung enthalten

Inhalt:

Maxim Fuchs ist Meteorologe, Wettermoderator bei einem Berliner Fernsehsender, glücklich verheiratet und Vater einer kleinen Tochter. Seine Welt ist in Ordnung. Bis eines Abends bei seiner Heimkehr das Haus verlassen vorfindet. Frau und Tochter sind spurlos verschwunden. Kommissarin Sofia Nikolaidis wird mit dem Fall betraut und versucht, die beiden zu finden. Dabei rückt Maxim immer mehr in den Fokus der Ermittlungen und scheint der Kommissarin der Verdächtige schlechthin zu sein. Schließlich ereignen sich im direkten Umfeld des sympathischen Moderators seltsame Unfälle. Aber irgendetwas lässt sie zweifeln.

Gleichzeitig ist sie sehr mit sich selbst und ihrer Nichte, die nach einem tödlichen Unfall der Eltern bei ihr lebt, beschäftigt. Was ihr auf professioneller Ebene gut gelingt, schafft sie im privaten nicht im Geringsten. Statt ihre Nichte, die mit 16 die Schule schwänzt und immer wieder für Tage abtaucht zu suchen und wieder auf den Weg zu bringen, ertränkt sie ihre Nöte im abendlichen Wein.

Meine Meinung:

Marie Kopplin hat aus drei Erzählsträngen, die am Ende ineinander aufgehen, einen spannenden Thriller geflochten. Da ist zum einen Maxim, der seine Familie nicht finden kann und schier verzweifelt. Zumal er dadurch auch im Job unaufmerksam ist. Außerdem tauchen Nachrichten auf, die er angeblich geschrieben hat, an die er sich aber nicht erinnern kann. Unfälle passieren und es gibt einen Mord. Alles deutet auf Maxim als Verursacher. Mit der Zeit zweifelt er an sich selbst. Ist er schizophren? Oder spielt ihm jemand einen üblen Streich?

Kommissarin Sofia Nikaloidis sieht ermittelt in alle Richtungen und kommt doch immer wieder auf den Familienvater als Hauptverdächtigen. Dass ihre durch den Unfall der Eltern verstörte Nichte in den Fall verstrickt sein könnte, kommt ihr nicht in den Sinn.

Und dann ist da noch eine Person. Ein Junge, von dem weder der Name noch seine Rolle genannt werden. Erst im letzten Drittel wird er personalisiert. Spätestens ab diesem Zeitpunkt wird die Geschichte für den Leser durchschaubar, dennoch verliert der Roman nicht viel an Spannung. Denn auch wenn man sich jetzt den Rest zusammenreimen kann, bleibt doch noch zu ergründen, wie sich der Showdown entwickelt.

Der Thriller ist spannend, aber nicht blutrünstig. Für Leser mit schwachen Nerven dürfte er gerade noch so durchgehen, für Hardcorefans ist die Story eher ein Krimi.

Fazit:

Die Autorin hat mit „Dunkler Sommer“ einen wirklich fesselnden Thriller veröffentlicht. Der Schreibstil ist flüssig und leicht zu lesen, die Protagonisten präsentieren sich vielschichtig. Dass man doch schon relativ früh hinter das Geheimnis kommt, ist schade. Da hätten noch ein paar irreführende Hinweise eingestreut werden können. Trotzdem konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen.

Meine Leseempfehlung:

Von mir gibt es viereinhalb Sterne. Den halben Stern ziehe ich für das frühe Durchschauen der Story ab.

Das Buch „Dunkler Sommer – Ich kenne dein Gesicht “ von Marie Kopplin   wurde mir vom dp Verlag kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt, was meine Bewertung jedoch nicht beeinflusst hat.

Spannend ganz ohne Gewalt und Blut

Dieser Text kann Werbung enthalten

Inhalt:

Kari Lürsen hat als Ermittlerin des BKA einen Undercover-Einsatz versemmelt und wurde daraufhin vom Dienst suspendiert. Sie verkriecht sich in der leerstehenden Kate ihres verstorbenen Großvaters, um sich die Wunden zu lecken. Doch dazu kommt sie nicht. Denn bei ihrer Ankunft erfährt sie, dass ihre Schulfreundin Wiebke sich das Leben genommen hat. Ein Ereignis, das so gar nicht zu der immer fröhlichen Wiebke passt, die sie gekannt hat. Kari kommen Zweifel, sie beginnt, nach Antworten zu suchen und deckt dabei Geheimnisse ihrer beiden verbliebenen Schulfreundinnen auf. Auch der Wirt der „Blauen Möwe“ erscheint ihr suspekt. Wenngleich er auch einen gewissen Reiz auf sie ausübt.

Meine Meinung:

Cornelia Härtl hat mit „Tod auf Föhr“ einen authentischen Krimi herausgebracht, der komplett ohne Gewalt auskommt und sein Augenmerk auf die Ermittlung und das Lösen von Rätseln legt. Häppchenweise gibt sie Erkenntnisse frei, lässt Kari und damit auch den Leser einen Blick hinter Kulissen und in Familien hineinwerfen. Dabei werden alle als Menschen mit alltäglichen Problemen dargestellt, mit denen sich die Leser voll identifizieren können. Obwohl: Nicht alle Probleme sind alltäglich. Das stellt sich mit der Zeit heraus.

Kari ist der Autorin als Protagonistin sehr gelungen. Die suspendierte Ermittlerin pendelt zwischen verschiedenen Gefühlswelten hin und her, ist mal verzweifelt, weil ihr Chef nichts von sich hören lässt, mal gefangen in ihren Zweifeln an Wiebkes Tod und dann wieder die toughe Ermittlerin, die das Rätsel lösen will. Die psychischen Wechselbäder, die Kari durchmacht, zeigen die gute Recherchearbeit und Fantasie der Autorin.

Auch das Lokalkolorit der Nordseeinsel und die Mentalität der Bewohner vermittelt die Schreiberin sehr authentisch. Da bekommt man so richtig Lust, mal Urlaub auf dem Eiland zu machen. Ihr Schreibstil ist eingängig und flüssig zu lesen. Der Spannungsbogen wird vom Anfang bis zum Ende gehalten. Und das ganz ohne ständig lauernde Gefahr oder Gewalt.

Fazit:

Der Krimi kommt mit nur wenigen Protagonisten aus. Etwa zehn kommen figürlich vor, zwei werden nur erwähnt. Das sind Karis Mutter und ihr Chef, die allerdings auch, wenngleich nur eine nebensächliche Rolle spielen. Dass die Autorin nicht näher auf den Grund der Suspendierung eingeht, finde ich absolut in Ordnung. Sie hätte sich vielleicht sonst zu sehr verzettelt. Der Grund für Kari Beurlaubung ist für die Story nicht wichtig. So ist sie dem roten Faden gefolgt, den sie ausgelegt hat und der für die Entwicklung der Geschichte notwendig ist. Dafür hätte ich mir einen genaueren Hintergrund für Bents seltsames Verhalten gewünscht. Es wird zwar angerissen, bleibt aber doch etwas oberflächlich. Nach dem, was der Leser erfährt, müsste der Wirt keine Angst vor juristischen Folgen haben. Das sollte schon verjährt sein.

Das Ende bleibt offen. In einem zweiten Band könnte die Autorin die weitere beruflich Entwicklung Karis aufgreifen und auch die Geschichte mit und um Bent weiter entwickeln.

Meine Leseempfehlung:

Für Krimifans ein absolutes Muss. Selbst Freunde des Thriller-Genres, zu denen ich mich eigentlich zähle, kommen auf ihre Kosten. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen und hatte es in kürzester Zeit durch. Gerne vergebe ich hier fünft Sterne.

Das Buch „Tod auf Föhr “ von Cornelia Härtl wurde mir vom dp Verlag kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt, was meine Bewertung jedoch nicht beeinflusst hat.

Spannend bis zum Ende

Caroline Seibt greift aktuelles Thema auf

Dieser Text kann Werbung enthalten

Niklas Winter, Sozialarbeiter und Familienvater hat sich auf grausame Weise das Leben genommen. Zumindest sieht es danach aus, was den Polizeichef Alexander Bachmann dazu veranlasst, die Akte möglichst schnell zu schließen und den Fall als geklärt zu den Akten zu legen. Kommissar Theo Weiland hat da allerdings seine Zweifel. Offiziell weiter ermitteln darf er nicht, tut es aber trotzdem. Vor allem, nachdem eine weitere Leiche gefunden wird: Ein Mann, der ebenfalls grausam ums Leben gekommen ist. Aber sicherlich nicht durch Selbsttötung. Weiland deckt mit seinen heimlichen Ermittlungen Abgründe eines Kinderheims auf, deren Ursprünge 20 Jahre zurückliegen.

Meine Meinung:

Caroline Seibt hat ein Thema aufgegriffen, das besonders in den vergangenen Jahren immer wieder in den Medien diskutiert wurde: Die Missstände in Kinderheimen und sogenannten Kinderkuren, die von Kirchen, Krankenkassen und anderen Institutionen bis weit in die 1970er Jahre betrieben wurden. Eingepackt hat sie die Hintergründe in einen fesselnden Thriller, der einen von Anfang bis Ende packt und mitreißt. Mit ihrer gut zu lesenden Schreibweise führt sie ihre Leser mehrfach auf falsche Fährten, lässt sie raten, nur um ihnen dann, wenn sie glauben, den Täter gefunden zu haben, aufzuzeigen, dass sie falsch liegen. So geht es auch Theo Weiland, der lange im Dunkeln tappt, ein fehlendes Puzzleteil lange Zeit übersieht und dann in einem atemberaubenden Showdown den Täter/die Täterin überwältigen kann.

Näher möchte ich auf die Geschichte gar nicht eingehen, weil ich dadurch zu viel verraten würde.

Bei der Aufklärung fehlt eigentlich nur ein Punkt, der zwar nicht besonders wichtig ist, dessen Auflösung aber sicherlich interessant wäre. Gemeint ist eine alte Visitenkarte Weilands, die beim ersten Opfer gefunden wird. Auf der Rückseite steht nur ein Wort: Hilfe! Zwar ist erklärt, woher die Karte stammt, allerdings nicht, wie das Opfer darangekommen ist und wer wann den Hilferuf darauf geschrieben hat.

Erzählt wird die Geschichte aus Sicht des ermittelnden Kommissars, wodurch der Leser Einblick in seine Gedanken erhält sowie aus der Sicht eines Kindes, das vor 23 Jahren in einem Heim lebt.

Fazit:

Das war ein Thriller ganz nach meinem Geschmack. Ich hatte ihn auch ruck zuck durch. Mit ihrem Schreibstil zieht Caroline Seibt die Leser voll in den Bann ihrer Protagonisten. Überrascht hat mich am Ende die Auflösung und vor allem die Begründung für die Taten.

Meine Leseempfehlung:

Von mir gibt es die vollen fünf Sterne. Auch wenn bei der Aufklärung oben erwähnter Punkt fehlt. Er nimmt der Geschichte nichts. Für Thriller-Fans ist der Roman „Gestohlenes Kind“ von Caroline Seibt absolut empfehlenswert.

Das Buch „Gestohlenes Kind “ von Caroline Seibt  wurde mir vom dp Verlag kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt, was meine Bewertung jedoch nicht beeinflusst hat.

Meine Erwartungen wurden leider nicht erfüllt

Eher ein unblutiger Krimi als ein Thriller

Dieser Text kann Werbung enthalten

Hazel ist erfolgreiche Theaterschauspielerin. Nach Jahren auf der Bühne möchte sie sich neuen Aufgaben zuwenden und erwägt, als Schauspiellehrerin zu arbeiten. Obwohl niemand davon weiß, werden ihr die letzten Tage im Theater schwer gemacht, was sie in ihrer Entscheidung nur bestärkt. Sowohl im Schauspielhaus als auch zu Hause findet sie immer wieder bedrohliche Nachrichten, die ihr einerseits zusetzen, sie andererseits aber dagegen aufbegehren lassen. Zumindest in ihren Gedanken. Dabei hat sie ihre junge Kollegin Pia im Verdacht, während Elliot immer zudringlicher wird und ihr Angst macht. Ihre ehemalige Schauspiellehrerin Orla, von der sie sich Unterstützung bei der Umsetzung ihrer Berufspläne erhofft, macht sie nur immer wieder nieder. Mit der Zeit spitzt sich die Lage zu, die Bedrohungen werden mehr, bis es zum Eklat und unerwarteten Ende kommt.

Meine Meinung:

Antonia Richter hat sich ein gutes Thema vorgenommen. Mobbing und Stalking sind heutzutage fast schon normal, die Opfer, oft nicht in der Lage  sich zu wehren, leiden und werden krank. So geht es auch Hazel. Die anfangs kleinen Piesackereien und Botschaften steckt sie noch weg. Mit der Zeit allerdings reagiert ihr Körper mit Migräneattacken.

Das Verhalten der Schauspielerin, in deren Psyche die Autorin tiefe Einblicke gestattet, ist allerdings nicht immer verständlich. Sie hat Angst und ist verunsichert, geht aber nach der Abendvorstellung mitten in der Nacht von der Bushaltestelle eine Abkürzung von rund einem Kilometer durch den Wald nach Hause. Wer macht so etwas? Ein ängstlicher Mensch – vor allem eine Frau – würde nachts niemals alleine durch einen Wald gehen. Schon gar nicht so eine lange Strecke. Sie würde eher den längeren Weg nehmen und sich auf beleuchteten Straßen bewegen.

Und würde sich eine Frau nicht gegen die Mobbing-Attacken wehren und dem zudringlichen Kollegen Einhalt gebieten? Nicht unbedingt. Das hat Antonia Richter ganz gut beschrieben. Die meisten Opfer ziehen sich eher in sich zurück und machen das mit sich aus.

Aber spätestens nachdem in ihr Haus eingebrochen wird, hätte Hazel reagieren müssen. Nicht nur mit neuen Schlössern, die sie hat einbauen lassen, sondern mit einer Anzeige bei der Polizei. Das tut sie aber nicht. Ihr Mann, der sich auf Geschäftsreise befindet, nimmt sie nicht ernst, wiegelt ab und ist ihr somit auch keine Hilfe.

All das könnte man so richtig spannend verarbeiten. Leider nehmen Längen, in denen sich die Protagonistin gedanklich immer wieder um sich selbst dreht, die Spannung fast komplett raus. Für den Leser sind die ständigen Gedanken fast schon Wiederholungen – nur mit anderen Worten.

Das Ende und der Täter/die Täterin haben mich dann aber doch überrascht. Das hatte ich so nicht im Verdacht. Ein Pluspunkt für die Autorin. Allerdings wirkt die Geschichte dann doch konstruiert.

Fazit:

Das Thema Stalking und Mobbing ist eigentlich ein sehr dankbares, das Autoren unglaublich viele Möglichkeiten bietet, einen wirklich spannenden Thriller zu entwickeln. Leider ist das an der Autorin vorbeigegangen. Da hat sie viel Potenzial verschenkt. Vielleicht überarbeitet sie ihr Buch irgendwann noch einmal und baut noch einen durchgehenden Spannungsbogen ein.  Möglichkeiten bietet die Geschichte zur Genüge.

Meine Leseempfehlung:

Ich würde den Roman nicht als Thriller bezeichnen. Es handelt sich hier eher um einen unblutigen Krimi – und auch das nicht wirklich. Eine Einordnung fällt mir schwer. Für Leser mit schwachen Nerven ist der Roman sicherlich interessant. Wer einen Thriller erwartet, wie er auch durch das Cover impliziert wird, wird enttäuscht sein.

Von mir gibt es drei Sterne für die Idee, die Aufarbeitung des Themas und ihren flüssigen, gut lesbaren Schreibstil.

Das Buch „Ich sehe, was du tust “ von Antonia Richter wurde mir vom dp Verlag kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt, was meine Bewertung jedoch nicht beeinflusst hat.