Ein Vigilant nimmt das Recht in die Hand

Die Geschichte:

Recht und Gerechtigkeit sind im menschlichen Empfinden oft zwei Paar Stiefel. Was Richter nach Paragrafen als richtig entscheiden, stößt so manchem gesetzestreuen Bürger bitter auf. So auch im Roman von David Seinsche. Hier wird ein bekannter Vergewaltiger vor Gericht freigesprochen. Ein Urteil, das jemandem nicht gefällt. Der Vergewaltiger und auch sein Anwalt werden am nächsten Tag brutal ermordet aufgefunden. Ein Fall für die beiden FBI-Agents Carl Maddox und Nici Fulton, die sich auf die Spur des Mörders begeben und auch bald schon in dessen Visier geraten.

Mein Eindruck:

David Seinsche hat einen Roman veröffentlicht, der im Stil der amerikanischen Krimi-Thriller gehalten ist. Für einen Krimi ist die Story zu hart, für einen Thriller nicht hart genug. Und doch ist die Jagd nach dem Mörder absolut spannend und so fesselnd, dass man ohne Problem auch mal eine Nacht mit der Nase im Buch verbringt.

Im Klappentext und auch im Roman taucht der Begriff „Vigilant“ auf. Ich gebe zu, ich habe ihn nicht gekannt. Da ich vermutlich (hoffentlich) nicht die Einzige bin, der es so geht, habe ich hier mal eine Definition aus dem Web, die deutlich macht, worum es in diesem Buch geht. So heißt es: Vigilantismus (lateinisch vigilans, wachsam) ist Gewalt jenseits des Gewaltmonopols des Staates, bei dem eigenmächtiges Bestrafen und die Herstellung von Gerechtigkeit im Vordergrund stehen. 

Es geht also um Selbstjustiz. Ein Mensch nimmt die Rechtsprechung selbst in die Hand, legt sie nach seinem Rechtsempfinden aus und handelt entsprechend.

Im Fall dieses Romans macht sich also jemand auf, um seiner Meinung nach falsch beurteilte Täter, so zu bestrafen, wie er es für richtig hält. So bleiben weitere Morde nicht aus. Für die beiden Ermittler beginnt mit dem ersten Mord ein Wettlauf gegen die Zeit. Denn je länger sie brauchen, desto größer ist die Gefahr weiterer Morde.

Seinsche hat die Charaktere gewohnt ausgefeilt angelegt. Sie sind eigenwillig, ein eingespieltes Team, das zielgerichtet vorgeht und doch immer wieder Rückschläge einstecken muss. Lange Zeit tappen sie im Dunkeln, bis sie schließlich erste ernstzunehmende Hinweise bekommen. Der Leser wird von Anfang an in die Ermittlungen gezogen, wobei der Autor des Öfteren Hinweise einstreut, die dem Leser einen Vorsprung vor den Ermittlern ermöglichen. So ist man während des Lesens immer wieder geneigt, den beiden Kommissaren Tipps zu geben, was aber eben leider nicht geht.

Doch Seinsche wäre nicht der Autor, der er ist, wenn er es so einfach machen würde. Denn mit den Hinweisen streut er zwar Hilfen ein, verwirrt aber gleichzeitig und legt falsche Fährten. Mit dem Täter, den er am Ende nach einem atemberaubenden Showdown präsentiert, rechnet garantiert niemand.

Einziger Minuspunkt, der aber nicht wirklich ins Gewicht fällt: Neben Prolog und Epilog gibt es nur fünf Kapitel. Da fällt jedes einzelne natürlich sehr lang aus. Aber das ist meckern auf sehr hohem Niveau.

Dies war der dritte Roman des Autors, den ich gelesen habe. Und ich muss sagen: Chapeau Herr Seinsche. Ich bin in Sachen Krimis und Thriller eine alte Häsin, der man so schnell nichts vormacht. Aber bei Ihrem Roman hatte ich bis zum Schluss nicht den blassesten Schimmer. Sie haben mich voll erwischt und sind auf dem besten Weg zu einem meiner Lieblingsautoren zu mutieren.

Fazit:

Am Anfang habe ich geschrieben, der Roman sei für einen Krimi zu hart, für einen Thriller nicht hart genug. Nicht hart genug bedeutet einfach, dass die Mordszenen nicht so blutig und brutal sind, wie in manchen Romanen. Die Morde an sich werden nicht beschrieben. Lediglich das Auffinden der Opfer.

Leseempfehlung:

Von mir gibt es volle fünf Sterne. Wer Krimis mag, bei denen man automatisch in die Ermittlungen mit einbezogen wird und miträtselt und dabei keinen Zusammenbruch erlebt, wenn das Auffindeszenario beschrieben wird, ist mit „Ihr seid schuldig“ von David Seinsche gut bedient.

Das Buch „Ihr seid schuldig“ von David Seinsche wurde mir vom dp Verlag kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt, was meine Bewertung jedoch nicht beeinflusst hat.

Pass auf, wem du vertraust

Die Geschichte:

Eine Muse ist eine Person, die einen anderen Menschen zu kreativen Leistungen anspornt oder inspiriert. Oft finden sich Musen, vor allem Frauen, im Umfeld von Künstlern. Musen werden seit der Zeit der Griechischen Mythologie als göttliche oder genialische Inspirationsquelle für Künstler genannt lautet die Definition bei Wikipedia. Leider sind die Opfer des Goethe-Mörders, wie der Täter von den Medien genannt wird, nur ein Mal Muse. Danach sind sie tot – mit verwirrenden in die Haut geritzten Versen versehen und grausam getötet. Die Polizei tappt lange im Dunkeln und ignoriert auch einen Hinweis von Literaturprofessorin Rika Hohenstedt, der ihn weiterbringen könnte.

Mein Eindruck:

Ich bin etwas zwiegespalten. Einerseits ist der Roman unglaublich gut geschrieben. Die Protagonisten sind super beschrieben. Man fühlt und leidet mit ihnen mit.

Allerdings sind einige Aktionen und Reaktionen der Charaktere für mich nicht nachvollziehbar. Welcher Polizist öffnet ein merkwürdiges Päckchen zuhause. Und dann noch ohne Handschuhe. Das macht garantiert keiner. Schon gar nicht, wenn er vorher schon den Verdacht hat, dass da was nicht stimmen könnte. Und eine Frau, die – eigentlich etwas ängstlich vom Typ her – geht nachts alleine durch einen Park nach Hause? Und wie naiv muss man sein, wenn … nein, das erzähle ich jetzt nicht. Ich will ja nichts verraten.

Nichtsdestotrotz muss ich anerkennen, dass Jana Schikorra es geschafft hat, den Spannungsbogen vom Anfang bis zum Ende hochzuhalten und am Ende eine Wendung hinlegt, die selbst erfahrene Thriller-Leser verblüfft. Aber, und hier komme ich zum zweiten Kritikpunkt, es geht gegen etwas zu sehr Schlag auf Schlag. Man muss sich schon konzentrieren, wenn man noch durchblicken will.

Fazit:

Die Autorin hat eine sehr angenehme Erzählweise, die sie in einfach zu lesendem Schreibstil zu Papier bringt. Die Geschichte fängt auch schon gleich im Prolog spannend an und bringt einen dazu, immer „nur noch ein Kapitel“ zu lesen. Da diese recht kurz sind, ist das auch kein Problem. Allerdings kann die Nacht dadurch ziemlich kurz werden.

Leseempfehlung:

Trotz der kleinen Anmerkungen empfehle ich das Buch an alle, die Thriller mögen und kein Problem mit grausigen, blutigen Szenen haben, weiter. Von mir gibt es viereinhalb Sterne.

Das Buch „Musentod“ von Jana Schikorra wurde mir vom dp Verlag kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt, was meine Bewertung jedoch nicht beeinflusst hat.

Packender Psychothriller-Krimi

Die Geschichte:

Eine grausam zugerichtete Frauenleiche wird gefunden. Das Ermittlerteam Martin Keller, Julia Beck, Li Cheung Kwok-Wing und Kriminalrat Rudolf Preiß steht vor einem Rätsel und einem Wettlauf mit dem Mörder. Denn der belässt es nicht bei dem einen Opfer.

Meine Meinung:

Stefan Zeh hat einen Thriller geschrieben, der zugleich durch die Ermittler auch in den Bereich Krimi reicht. Als Grundthema hat er sich Stalking ausgesucht. Ein Thema, das man mit all seinen Facetten und Folgen gar nicht so auf dem Schirm hat, solange man nicht direkt oder indirekt betroffen ist. Dass gestalkte Menschen besonders belastet und am Ende nervliche Wracks sind, ist bekannt und auch nachvollziehbar. Wie perfide Stalker aber vorgehen, dass sie ihren Opfern eben nicht nur an jeder Ecke auflauern und sie mit Anrufen und Briefen bombardieren, wird einem eigentlich erst so richtig klar, wenn man den Roman gelesen hat.

Besonders spannend wird die Geschichte durch die Verflechtung von drei Erzählsträngen: dem nächsten Opfer, dem Ermittlerteam und dem Täter, wobei letzterer die Entwicklung seiner Brutalität von Kindesbeinen an in Ich-Form erzählt und somit auch einen guten Blick in die Psyche gibt. Dabei hat Zeh Wendungen und Fährten gelegt, die, folgt man ihnen weiter, oftmals in die Irre oder ins Leere führen. Bis sich ein kleiner Zipfel zeigt, der dann den Beginn des Fadens zum Knoten bildet.

Die Charaktere sind absolut gelungen. Julia, die junge Kommissarin, die gerade aus der Polizeischule kommend gleich in ihren ersten Mordfall gezogen wird. Leider wird sie Martin Keller zugeordnet, der sich als absoluter Stinkstiefel erweist, der sich gern mal einen Schluck aus dem Flachmann gönnt und Julia niedermacht, wo er nur kann. Die einzige Kompetenz, die er ihr zuspricht, ist das Kaffee kochen. Gleichzeitig hat sie noch mit dem Tod ihrer Mutter zu kämpfen, der zwar schon zwei Jahre zurückliegt, sie aber immer noch belastet. Als Dritter im Bunde bildet Li den Ruhepool, der sich mit täglichen Qigong Übungen in psychischer Balance hält. Nicht zuletzt ist da noch Kriminalrat Preiß, der als einziger noch Einfluss auf Keller hat.

Wie perfide Stalker ihre Opfer manipulieren, sie vor den Ermittlern als vom Wahn getriebene, schon fast unzurechnungsfähige und nach Aufmerksamkeit suchende Simulanten erscheinen lassen, ist schon heftig.

Der Roman spielt in Stuttgart, der schwäbischen Hauptstadt Baden-Württembergs und Zehs Heimatstadt. Zeh hat es sich nicht nehmen lassen, augenzwinkernd die schwäbische Mentalität in Form eines breit schwäbelnden, kleinkarierten, peniblen typisch schwäbischen Hausmeisters in die Geschichte einzubauen. Ich habe bei der Passage herzhaft gelacht. Als Südbadnerin habe ich mit dem Dialekt kein Problem und mein Gelächter entstammt der nicht ernst gemeinten Hassliebe zwischen Badnern und Schwaben. Das Schwäbische unterscheidet sich zwar vom Badischen, gehört aber genauso zum Alemannischen Sprachbereich und hat von daher viele Parallelen. Für Nordlichter (Norden beginnt für uns ab der Landesgrenze) dürfte es aber schwierig werden. Für diese Leser hat Zeh wohlwissend eine Übersetzung der Passage ans Ende des Romans gesetzt.

Fazit:

Der Autor hat einen absolut packenden Psychothriller geschrieben, in dem er gut recherchierte Informationen zum Thema Stalking verarbeitet hat. Er führt den Leser in eine Welt, die überall um uns herum existiert und schärft damit die Aufmerksamkeit und den Blick auf Mitmenschen. Denn nicht alle Betroffenen zeigen, dass sie mit einem Stalker zu kämpfen haben. Und auch die gesetzlichen Maßnahmen gegen Stalker greifen erst, wenn es tatsächlich ernst geworden ist. Gerade deshalb sind solche Romane auch wichtig. Denn in Form eines fesselnden Thrillers lassen sich solche Informationen leichter in die Köpfe der Menschen transportieren. Vom eigenwilligen Ermittlerteam wünsche ich mir noch mehr Geschichten. Wenn’s geht immer mit einer Prise schwäbischem Humors.

Meine Leseempfehlung:

Klare fünf Sterne. Für zartbesaitete und sensible Leser ist der Stoff vielleicht etwas zu hart. Für Liebhaber gut geschriebener Thriller optimal. Wer nur auf blutrünstige Täter mit extrem dargestellten Szenen von Morden setzt, könnte nach diesem Roman ein neues Genre für sich gefunden haben.

Das Buch „Fataler Wahn “ von Stefan Zeh wurde mir vom dp Verlag kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt, was meine Bewertung jedoch nicht beeinflusst hat.

Packend und aufrüttelnd vom ersten bis zum letzten Wort

Die Geschichte:

Valerie de Crécy ist Investigativ-Journalistin, die in der TV-Sendung „Die Aufdecker“ Lügner und Betrüger enthüllt. Aktuell hat sie den Hellseher Gabriel Nexx auf dem Kieker, dem sie nachweisen will, dass seine Vorhersagen, die sogar Wissenschaftler zweifeln lassen, nur auf Betrug und Täuschung basieren. Obwohl sie erstaunlich genau zutreffen. So verkündet er beispielsweise während einer TV-Show einen Flugzeugabsturz mit 200 Toten, der sich auf die Minute genau noch im Verlauf der Sendung tatsächlich ereignet. Auch der Journalistin sagt er den Tod voraus. Bis dahin bleibt nur wenig Zeit.

Meine Meinung:

Volker Dützer hat sich für diesen Roman intensiv mit zwei Themen beschäftigt und diese perfekt zu einer atemberaubenden Story verwoben: Stalking und Datenklau bzw. Überwachung von Menschen und Manipulation von Datenträgern. Eindrücklich erklärt er, was heute schon alles möglich ist und was in naher Zukunft noch möglich sein könnte. Wie er selbst im Nachtrag erklärt, hat er bei der Neubearbeitung seines Romans, die Erstauflage kam 2007 mit dem Titel „Nexx: Die Spur“ auf den Markt, festgestellt, was sich seit damals von der Fiktion zur Realität gewandelt hat.

Auch wenn die Story der Fantasie des Autors entsprungen ist und die Personen erfunden sind, beim Lesen überkommt einen stellenweise das kalte Grausen. Vor allem bei der Vorstellung, was künstliche Intelligenz anrichten kann, wenn sie von den falschen Menschen kontrolliert wird.

Und auch das Thema Stalking mit all seinen Facetten und Folgen hat man, solange man nicht direkt oder indirekt betroffen ist, gar nicht so auf dem Schirm. Auch von daher ist der Roman äußerst interessant. Dass gestalkte Menschen besonders belastet und am Ende nervliche Wracks sind, ist bekannt und auch nachvollziehbar. Wie perfide Stalker aber vorgehen, dass sie ihren Opfern eben nicht nur an jeder Ecke auflauern und sie mit Anrufen und Briefen bombardieren, wird einem eigentlich erst so richtig klar, wenn man den Roman gelesen hat.

Dützer hat einen sehr packenden und bildhaften Schreibstil. Er zieht seine Leser vom ersten Wort an tief in die Geschichte und lässt sie nicht mehr los. Und nach dem Motto „Wenn’s noch nicht gut ist, ist es auch nicht zu Ende“, hat er seinen Roman in zwei Teile gegliedert, wobei der erste Teil auf einen traurigen Tiefpunkt zusteuert und der zweite dramatisch endet. Wie gesagt: Vom ersten bis zum letzten Wort.

Die Charaktere, die der Autor zeichnet, haben mir sehr gut gefallen. Der vordergründig charismatische, gutaussehende Gabriel Nexx, der lediglich durch seine kalte Eleganz und den stechenden Augen einen Blick in seine Psyche gibt, verschleiert so vieles, was sukzessive ans Tageslicht kommt. Valerie de Crécy ist so darauf aus, ihn bloßzustellen, dass sie wie in einem Tunnel nicht bemerkt, was um sie herum vorgeht. Und dann sind da noch Lenny Koriatis, der griechischstämmige Polizist, der Valerie helfen möchte und Sanchez, der als Hacker Zugang zu Daten und Rechnern bekommt, die für Valerie und Lenny wichtig und nützlich sind, der aber auch Zusammenhänge der künstlichen Intelligenz so erklärt, dass auch der unwissende Leser begreift, welche Möglichkeiten – gute wie schlechte – hier verborgen liegen.

Fazit:

Volker Dützer hat einen Thriller veröffentlicht, der den Leser von Anfang an packt und aufrüttelt. Im Verlauf der Geschichte legt er falsche Fährten und baut Wendungen ein, die selbst erfahrene Thriller-Leser immer wieder überraschen. Der Spannungsbogen wird durchgängig hoch gehalten, ohne übertrieben auf Action und Drama zu bauen.

Meine Leseempfehlung:

Klare fünf Sterne. Vor allem, weil der Roman auf zwei wichtige Themen aufmerksam macht und den Leser regelrecht wachrüttelt.

Das Buch „Morgen bist du tot “ von Volker Dützer wurde mir vom dp Verlag kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt, was meine Bewertung jedoch nicht beeinflusst hat.

Absolut fesselnd aber ohne übertriebene Action

Ein Pageturner, den man gelesen haben muss

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Die Geschichte: Zwei Liebesromane, zwei weibliche übel zugerichtet Leichen – Vera Winter und ihr junger Kollege Peters müssen einen perfiden Mörder erwischen, der sich an den Liebesromanen der Autorin Julia Jaspers orientiert. Die Suche entwickelt sich zu einem kniffligen Puzzle, dessen Teile Stück für Stück ihren Platz finden. Ein dritter Roman steht vor der Veröffentlichung. Steht damit auch ein dritter Mord bevor? Zur Lösung des Falls begibt sich Vera auch selbst in Lebensgefahr.  

Meine Meinung: Ich bin wieder aufgetaucht. Zwei Tage (und Nächte) war ich untergetaucht. Jede freie Minute, von denen es nachts bekanntlich viele gibt, habe ich mich in den Roman vergraben und musste mir von meinem Mann anhören: „Du bist krank.“ Krank ist allerdings nur einer: der Mörder. Warum und was ihm fehlt, will ich hier nicht näher erläutern. Ich will ja nicht spoilern.

Stefan S. Kassner ist ein richtig guter Thriller gelungen. Spannend von Anfang bis Ende, der den Leser ganz schön fordert mit richtigen und falschen Hinweisen und mit fesselndem Showdown, der ohne übertriebene Action auskommt. Wer intensiv liest, kommt schon bald auf den möglichen Täter, allerdings ohne die Person dahinter zu erkennen. Denn hier ist nichts, wie es scheint.

Der Autor schreibt flüssig und gut lesbar, vermeidet komplizierte, verschachtelte Sätze und hochtrabende Begriffe, sodass die Story für jeden unterhaltend sein kann.

Die Charaktere hat er, so unterschiedlich sie auch sind, sehr gut ausgearbeitet. Der Leser kann sowohl mit den Kommissaren als auch mit den Zeugen mitfühlen und die Motivation des Mörders auch nachvollziehen. Besonders gut hat mir die Beschreibung des jungen Polizeibeamten Peters gefallen, der, scheinbar frisch von der Polizeischule kommend, vor lauter Unsicherheit fast im Boden versinkt, sobald er seiner toughen und manchmal etwas raubeinigen Chefin Vera Winter gegenübersteht. Es ist schön zu beobachten, wie sich der Frischling zu einem cleveren Kriminalbeamten mit Intuition und Bauchgefühl entwickelt.

Das Cover mit der im Blut liegenden Rose passt sehr gut zur Geschichte. Die kurzen Kapitel verleiten den Leser immer wieder dazu, noch ein Stückchen weiterzulesen. Interessant ist auch die Bezeichnung der Kapitel, von denen einige nur mit „der Junge“ bezeichnet sind.

Die ersten Seiten des Romans muten verwirrend an, da im Wechsel immer über drei bis vier Zeilen aus zwei Sichten erzählt wird: Einmal romantisch und einmal – nun ja, eben nicht romantisch. Mehr will ich aber nicht verraten.

Fazit: Für Liebhaber des Thriller Genres ist dieses Buch meiner Meinung nach ein absolutes Muss.

Meine Leseempfehlung: Von mir gibt es dafür glatte fünf Sterne.

Das Buch „Todesschweigen “ von Stefan S. Kassner wurde mir vom dp Verlag kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt, was meine Bewertung jedoch nicht beeinflusst hat.

Perfides Spiel mit Emotionen

Ein spannender Thriller von Doris Litz

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Die Geschichte:

Jan und Sina Lehman genießen ihren Urlaub auf Rügen. In der Nähe des Königsstuhls wollen sie Steinkreise besuchen. Doch den letzten bekommen sie nicht zu Gesicht. Vorher geschieht ein Unglück.

Für die Kommissare der Mordkommission Stralsund tut sich ein Rätsel auf. Am Kreidefelsen hängt ein toter Mann, der sich schnell als Jan Lehmann entpuppt. Er scheint vom Rand des Felsens abgestürzt, aber mit seinem Rucksack an einem Ast hängen geblieben zu sein. Wäre er in die Ostsee gestürzt, wäre er vielleicht für immer verschwunden. Von seiner Frau Sina fehlt jedoch jede Spur. Mit der Zeit zeigt sich, dass die Lehmanns nicht die einzigen Opfer sind.

Das Ermittlerteam bekommt ungebetene Hilfe durch Alexander Bierbrauer, Kommissar und Sinas ehemaliger Lebensgefährte aus Koblenz. Eine Unterstützung, die sich am Ende als hilfreich erweist.

Meine Meinung:

Ich habe das Buch in kürzester Zeit durchgelesen, konnte es kaum aus der Hand legen. Schon gleich am Anfang hatte ich das Gefühl, das junge Ehepaar warnen zu müssen. Denn das Unvermeidliche ist deutlich zu erkennen. Auch Sina hat ein ungutes Gefühl. Ihr Mann jedoch, der sie wegen ihrer ständigen Vorsicht belächelt, gibt sich leutselig und tappt naiv in die Falle. Und die beiden sollen nicht die einzigen sein, denen es wie den Lehmanns ergeht.

Sehr gut gefallen hat mir das perfide Spiel des Mörders, das sich mit der Zeit entwickelt. Den Täter habe ich schon relativ früh herausgefiltert, wobei ich zwischen zwei Personen geschwankt habe. Somit war die Entlarvung des Mörders für mich keine richtige Überraschung. Dennoch war es spannend zu sehen, welchen Weg die Ermittler gegangen sind und welche Gefahren auf diesem Weg gelauert haben.

Die Charaktere der Protagonisten hat Doris Litz fein ausgearbeitet. Sei es die Kommissarin Katie Hansen, die sich auf einen zwielichtigen Typen eingelassen hat, der sie immer wieder betrügt oder Alex Bierbrauer, der sich nie von seiner großen Liebe Sina gelöst hat. Die Polizeiarbeit, die oft genug in regelrechte Sisyphusarbeit ausufert, wird gekonnt dargestellt. Dabei wird ein Team vorgestellt, bei dem jedes Mitglied seine Ecken und Kanten hat, das aber am Ende doch effektiv zusammenarbeitet.

Fazit:

Ich habe das Buch nicht nur gelesen, ich bin regelrecht in die Geschichte eingetaucht, hab mitgerätselt und mitgefiebert, wollte am liebsten Tipps geben oder die Protagonisten warnen, wenn ich Gefahren gesehen habe.

Meine Leseempfehlung:

Klare fünf Sterne. Doris Litz ist ein richtig guter und spannender Thriller gelungen. Von ihr würde ich gern mehr lesen. „Tödliche Ufer“ ist eine überarbeitete Neuauflage des bereits erschienenen Romans „Spur der Rache“.

Das Buch „Tödliche Ufer “ von Doris Litz wurde mir vom dp Verlag kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt, was meine Bewertung jedoch nicht beeinflusst hat.

Nichts für schwache Nerven

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Die Story:

Jacks Familie wurde an Weihnachten brutal ermordet und zur Schau gestellt. Eine Tat, die den Künstler zutiefst erschüttert. Von Rachegedanken getrieben, sucht er nach dem Mörder. Schon bald trifft er im Darknet auf ein Portal, in dem sich Serienmörder treffen, sich über ihre Taten austauschen und mit Bildern, Videos und Beschreibungen versuchen, sich gegenseitig zu übertreffen. Jack schleust sich in die Community ein, indem er selbst beginnt, Menschen zu foltern und dann umzubringen. Seine Opfer sind allerdings alles andere als unschuldig. Sie sind allesamt Serienmörder. So wie auch der Patron, der berüchtigtste unter den Mördern, der auch für den Tod von Jacks Familie verantwortlich ist. Jack nimmt sich einen nach dem anderen vor, gibt dadurch den Familien der Opfer die Gewissheit, was mit ihren Liebsten passiert ist und wird deshalb von der Polizei und den Medien als „der Closer“ bezeichnet. Mit der Zeit gewinnt er Gefallen an seinem Tun und kommt über seine Motivation ins Zweifeln.

Meine Meinung:

So ganz überzeugen konnte mich der Roman nicht. Zwar habe ich am ganz gut in die Geschichte hineingefunden, habe dann aber schon bald Probleme bekommen. Die Handlungsstränge sind kaum voneinander zu unterscheiden. Abschnittsmarkierungen wären hier sicherlich eine Hilfe. So aber schlittert man von einer Szene zur nächsten, die eine ganz andere Seite der Geschichte beleuchtet und ist zunächst einmal irritiert.

Die anfängliche Spannung verliert sich leider sehr schnell. Das mittlere Drittel besteht hauptsächlich auch Chatdialogen sowie gesellschaftskritischen, philosophischen und ethischen Betrachtungen, die nicht nur den Schwung aus dem Ablauf nehmen und somit den Spannungsbogen abrupt abbrechen, sondern auch, wenngleich nicht unberechtigt, so aber doch fürchterlich langweilig sind. Ich habe hier einige Seiten einfach übersprungen. Das mache ich sonst nie. Zeitweise war ich auch geneigt, das Buch komplett abzubrechen. Im letzten Drittel war ich zwar froh, durchgehalten zu haben, aber so richtig in Schwung bin ich nicht mehr gekommen.

Die Beschreibungen sind definitiv nichts für schwache Nerven oder sensible Menschen. Die könnten bei empfindsamen Menschen Alpträume auslösen. Die Taten werden fast alle explizit in ihrer ganzen Brutalität beschrieben, was mir stellenweise schon fast zu viel war. Und das will was heißen.

Donn Cortez gewährt dem Leser einen Blick in die Köpfe von Serienmördern. Sowohl Jacks Psyche, die von innerer Zerrissenheit, Wut und Zweifeln geprägt ist, als auch die verqueren Gedankenspiele der Killer sind gut beschrieben und nachvollziehbar. 

Fazit:

Mir war der Roman zum einen zu blutig und zu brutal, andererseits stellenweise auch sehr langatmig und zäh. Der Spannungsbogen hat keine Chance, sich über die gesamte Geschichte zu entwickeln und zu halten. Schade. Da wäre noch Potenzial.

Meine Leseempfehlung:

Von mir gibt es drei Sterne. Für mehr reicht es leider nicht.

Das Buch „Schuldig bist du – Der Closer“ von Donn Cortez  wurde mir vom dp Verlag kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt, was meine Bewertung jedoch nicht beeinflusst hat.

Ein Pageturner par Excellence

Spannender Thriller mit Aufklärung über Locked In Syndrom

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Ein Serienmörder treibt in London sein Unwesen, hinterlässt verstümmelte, ausgeweidete Frauenleichen. Die Taten erinnern an Jack the Ripper und dessen Imitator Putney Slasher, der vor sieben Jahren gefasst wurde. Ist der Täter ein Trittbrettfahrer? Oder wurde vor sieben Jahren mit Armstrong womöglich der Falsche verhaftet? Das wäre fatal, denn der Mann wurde von einem Polizeibeamten angeschossen und liegt seither bei vollem Bewusstsein in einem komplett gelähmten Körper, einem Zustand, der auch Locked In Syndrom (LIS) genannt wird. DI Olivia Jenner, die damals bei der Verhaftung dabei war, hat der Fall nie in Ruhe gelassen. An den Ermittlungen nach der Verhaftung war sie familiär bedingt nicht beteiligt gewesen. Deshalb glaubt sie nicht an die Schuld des damaligen Verdächtigen und will den Slasher, von dem sie annimmt, dass er wieder aktiv geworden ist, schnappen. Unterstützung erhält sie von Professorin Susanna Madueke, einer Spezialistin für das LIS, die versuchen will, einen Kommunikationsweg zu schaffen. Die beiden Frauen geraten immer mehr ins Ziel des Täters.

Meine Meinung:

Für mich war der Roman ein wahrer Pageturner. Ich konnte das Buch kaum aus den Händen legen. Jede freie Minute habe ich mich in den Fortgang der Story vertieft.

Matthias Ernst versteht es seine Leser, in leicht lesbarem Schreibstil zu fesseln. Und zwar von Anfang an. Die Charaktere der beiden starken Frauen hat er sehr fein nachgezeichnet, hat die familiären Umstände aufgezeigt, die beide meistern müssen – Olivia, die vom Fall des Putney Slashers regelrecht besessen ist und in ihrem Drang, den Fall zu lösen, ihre Familie vernachlässigt und ihre Ehe aufs Spiel setzt und Susanna Madueke, die Professorin, die als alleinerziehende Mutter zweier Kindergartenkinder, die ständig in Zeitnot auf die Hilfe ihrer stets nörgelnden Mutter angewiesen istund die außerdem um ihre Professur an der Uni bangt.

Auf der anderen Seite ist Olivias ehemaliges Team bei der Mordkommission, das Olivias Hinweise ignoriert und abwiegelt. Selbst der Dienststellenleiter lässt nichts auf die Kollegen kommen. Marcus Harrison, der den Verdächtigen damals angeschossen hatte, möchte den Fall gar nicht erst mit dem Slasher in Verbindung binden. Schließlich hatte die Verhaftung des vermeintlichen Täters seiner Karriere einen ansehnlichen Schub eingebracht.  

Dass die beiden Frauen einen Kontakt zu Armstrong finden, kann verraten werden. Aber ist er wirklich der liebenswürdige, Haiku-dichtende junge Mann, als den die beiden ihn kennenlernen? Mit der Zeit wird eine perfide Geschichte aufgedeckt, die auf ein überraschendes und erschreckendes Ende hinführt.

Interessant fand ich die Beschreibungen des LIS, von dem ich bisher noch nie gehört hatte. Bislang kannte ich nur Wachkoma. Dass es Möglichkeiten gibt, mit Menschen, die in ihrem Körper eingeschlossen sind, Kontakt aufzunehmen ist für mich absolut fesselnd.

Fazit:

Mein Kompliment an den Autor. Das komplexe Thema hat er nicht nur super recherchiert, sondern in einem fesselnden Thriller verpackt gut verständlich und spannend vermittelt, sodass es am Ende jeder verstehen kann. Die Spannungsbogen hält von Anfang bis Ende an, sodass der Leser unbedingt wissen möchte, wie es weitergeht.

Meine Leseempfehlung:

Für Freunde des Thriller-Genre ein absolutes Muss. Für zartbesaitete Menschen sind die Beschreibungen der Mordopfer vielleicht zu blutig, wobei ich sie als begeisterter Thriller-Fan nicht so schlimm finde. Die Taten selbst werden in ihrer Ausführung nie beschrieben, immer nur das Ergebnis.

Das Buch „Die Professorin “ von Matthias Ernst wurde mir vom dp Verlag kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt, was meine Bewertung jedoch nicht beeinflusst hat.

Ein Ermittler mit dem besonderen Auge fürs Detail

„Sünderblut“ von Christoph Heiden – der erste Fall für Henry Killmer

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Die Geschichte:

Die Polizisten tappen lange im Dunkeln. Es gibt einfach zu wenig Hinweise. In der Zwischenzeit meldet ein Mann seine Frau als vermisst.

In einem Fluss wird die Leiche eines Schlägers gefunden, der seit einigen Tagen von der Polizei gesucht wird. Gemeinsam mit einem Kumpel und einer Freundin hat er einen Mann nach einem Barbesuch brutal zusammengeschlagen. Wer war der Schläger und wo hat er sich die letzten Tage aufgehalten? Und woher kommt das eingeritzte Zeichen am Fuß, das nur Kommissar Henry Killmer als Zeichen sieht?

Was die Ermittler unter anderem am Ende Dank des verbohrt wirkenden Henry Killmer herausfinden, sei hier nicht verraten. Nur so viel: Seine Kollegin, Linda Liedke macht sich Sorgen um ihn und teilt ihre Meinung nicht immer mit ihm.

Mein Eindruck:

Die beiden Ermittler könnten unterschiedlicher nicht sein. Henry Killmer ist solo und lebt für seine Arbeit, er ist Teetrinker und schleppt ein Geheimnis aus seiner Jugend mit sich herum. Linda Liedke ist verheiratet und Mutter und ist der Meinung, dass die Arbeit im Privatleben nicht zu suchen hat. Das ist dann aber auch schon so ziemlich alles, was man über die beiden Ermittler erfährt. Da hätte der Autor noch ein bisschen mehr zufüttern können. Es ist zwar ganz angenehm, wenn die Psyche der Polizisten nicht im Mittelpunkt steht, aber etwas mehr Charaktertiefe schadet nicht.

Was den Täter angeht, der bald als Serientäter gehandelt wird, hüllt sich der Autor lange in Schweigen, gibt nur hier und da kleine Häppchen preis, die den Leser dann am Ende doch in die falsche Richtung führen.

Der Spannungsbogen dürfte etwas weiter gespannt werden. Allerdings handelt es sich bei dem „Sünderblut“ auch eher um einen Krimi als einen Psychothriller. Der Schluss mit der Auflösung kommt allerdings etwas plötzlich.

Das ungleiche Ermittlerpaar hat mir gut gefallen. Die erfahrene Kriminalistin und das Greenhorn mit dem besonderen Auge für Details und der Vorliebe für spektakuläre Kriminalfälle der Vergangenheit ergänzen sich ganz gut.

Meine Leseempfehlung:

Für alle, die gern Tatort schauen respektive Krimis mögen, die nicht gar so schlafraubend sind, ist „Sünderblut“ von Christoph Heiden absolut empfehlenswert. Miträtseln lohnt sich.

Das Buch „Sünderblut “ von Christoph Heiden wurde mir vom dp Verlag kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt, was meine Bewertung jedoch nicht beeinflusst hat.

Spannend, blutrünstig, gut geschrieben

Der Killer – giftige Rache von Christian Hardinghaus

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„Der Killer – giftige Rache“ ist ein Thriller mit hohem Tempo und blutigen Szenen. Einerseits geht es um den leicht durchgeknallten Kriminaloberkommissar Echtner, der wegen psychischer Probleme vorübergehend in den Innendienst versetzt wurde und auf berufliche Rehabilitation hofft. Auf der anderen Seite steht der Serienmörder Konrad, der, zerfressen von Rachegefühlen, diejenigen jagt und qualvoll tötet, die vermeintlich Schuld am Tod seiner Tochter haben. Aber wer jagt am Ende wen? Sicher ist – so viel kann man verraten – die beiden kommen sich sehr nah.

Meine Meinung:

Es gibt viele Thriller und die meisten folgen einem System: Der Killer wird immer wieder nur kurz ins Spiel gebracht, das Hauptaugenmerk liegt auf den Polizisten, die ihn jagen. Bei Hardinghaus´ Roman „Der Killer – giftige Rache“ ist das anders. Beide Seiten bekommen gleich viel Raum eingeräumt. Heißt: Man verfolgt von Anfang an sowohl den Killer Konrad, der sich nach einer Figur der Kindersendung „Sesamstraße“ Inspektor Schlehmil nennt, als auch Kommissar Echtner, dessen psychische Probleme sukzessive sichtbarer werden.

Was Konrad sich so alles einfallen lässt, um seine Opfer leiden zu lassen, ist schon grausam. So etwas muss man sich erst einmal ausdenken. Was Echtner auf die Beine stellt, um den Killer zu entlarven, steht dem in nichts nach. Als Leser könnte man hin und wieder eher Sympathie für den Mörder entwickeln und weniger für den Polizisten, der im Großen und Ganzen im Gegensatz zu seinem Gegenspieler recht unsympathisch rüberkommt.

Die Psyche der beiden Protagonisten hat Hardinghaus sehr fein und tiefgründig angelegt und ausgearbeitet. Der Schreibstil ist flüssig und fesselnd und macht Spaß. Der Autor entwickelt von Anfang an eine unglaubliche Spannung, die den Leser förmlich an den Roman bindet. Die blutigen Szenen sind sehr blutrünstig und brutal. Aber dafür ist es ja auch ein Thriller, den man in den Händen hält.

Ein, zwei Stellen waren für mich etwas verwirrend und schienen mir unlogisch – bis ich die Auflösung gelesen habe. Das Ende hätte ich mir so nicht vorgestellt. Obwohl es schon am Anfang einen Hinweis gibt, den ich aber nicht als solchen wahrgenommen hatte. Ich war einerseits überrascht, andererseits muss ich sagen: Chapeau Herr Hardinghaus. Gut gelöst.

Meine Leseempfehlung:

Von mir gibt es ganz klare fünf Sterne. Zartbesaitete Leser sollten sich lieber anderen Büchern zuwenden. Aber da stellt sich ohnehin die Frage, ob sie überhaupt einen Thriller oder vielleicht doch besser einen Krimi lesen sollten. Für alle, die einen richtig kernigen Thriller bevorzugen, ist „Der Killer“ in jedem Fall empfehlenswert.

Das Buch „Der Killer – giftige Rache“ von Christian Hardinghaus wurde mir vom dp Verlag kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt, was meine Bewertung jedoch nicht beeinflusst hat.