Jane Wunderly ermittelt in Ägypten

Die Tote im Mena House von Erica Ruth Neubauer

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Eigentlich soll es für Jane Wunderly und ihre Tante Millie ein entspannter Urlaub in Ägypten werden, der die Auswirkungen des ersten Weltkriegs, bei dem Jane ihren Mann verloren hat, und die in der Heimat herrschende Prohibition, vergessen werden sollen. Millie möchte außerdem einen Mann für Jane finden. Doch es kommt alles anders. Denn die junge xxx Anna, die in jedem weiblichen Wesen eine Konkurrentin sieht, wird ermordet. Und ausgerechnet Jane findet sie und gerät so in den Fokus der Ägyptischen Polizei. Jane beginnt daraufhin, zu ermitteln und erhält Schützenhilfe vom undurchsichtigen Mister Redvers, der eigene Ziele verfolgt.

Mein Eindruck:

Die Tote im Mena House ist ein unaufgeregter, aber dennoch spannender Krimi. Ich hatte das Buch in wenigen Tagen durch.

Die Geschichte spielt Anfang des 20. Jahrhunderts, also in einer Zeit in der die Männer noch immer ein Problem mit Frauen hatten, die sich emanzipierten und mit ihnen auf Augenhöhe waren. Da sticht Mr. Redvers, der gemeinsam mit Jane ermittelt aus der Menge heraus. Er nimmt die junge Witwe ernst, zeigt sich zwar galant und als Beschützer, doch nie so, dass sie in ihren Talenten und geistigen Fähigkeiten herabgesetzt fühlen könnte. Im Gegenteil. Die beiden bilden ein unschlagbares Team.

Die Charaktere der einzelnen Figuren sind gut beschrieben und gehen auch die die Tiefe. Ganz gleich ob Jane, Millie und Mr. Redvers, der Colonell und seine Tochter Anne oder der seltsame Ammons – man kann sich die Personen gut vorstellen und sich in sie hineinversetzen.

Der Schreibstil ist sehr eingängig und an den Stil des damaligen Sprachgebrauchs angelehnt. Ein paar Mal kommen Ausdrücke wie beispielsweise „delirant“ vor, die der Leser erst nachschlagen muss. Das könnte auch einfacher beschrieben werden, ohne dem Flair etwas anzuhaben. Die Beschreibungen der Umgebung – wie beispielsweise die Pyramiden – und des Kostümfests vermitteln einen Einblick in das Land und seine Kultur.

Der Mord wird unblutig beschrieben, der Schwerpunkt liegt auf den Ermittlungen. Den Mörder ausfindig zu machen ist nicht einfach. Die Autorin legt immer wieder falsche Fährten. Selbst Mr. Redvers bleibt dem Leser lange Zeit suspekt. Und auch Millie hat ein Geheimnis, das erst spät gelüftet wird.

Meine Leseempfehlung:

Wer Cosy Crime mag, ist bei Erica Ruth Neubauer und Jane Wunderly bestens aufgehoben.

Das Buch „Die Tote im Mena House “ von Erica Ruth Neubauer wurde mir vom dp Verlag kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt, was meine Bewertung jedoch nicht beeinflusst hat.

Klar und geradeaus mit starkem Spannungsbogen

Die letzte Lüge des Cameron Swift von Jane Isaac

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Cameron Swift ist ein Geschäftsmann, der viel dafür arbeitet, seiner Familie ein schönes Leben zu ermöglichen. Dafür muss er auch häufig durchs Land reisen und ist regelmäßig über Tage nicht zuhause. Obwohl er selbstständig ist und eigentlich Netzwerke pflegen müsste, meidet er gesellschaftliche Anlässe. Seine Partnerin Monika ist mit den beiden Kindern zuhause. Alles sieht nach einem idealen Leben aus. Bis – ja bis Cameron an einem Sonntagmorgen auf dem Weg zum Golfen direkt vor der Tür seines beachtlichen Anwesens kaltblütig erschossen wird.

Family Liaison Officer DC Beth Chamberlain wird als Opferschutzbeamtin gemeinsam mit einem Kollegen zur Betreuung der Familie eingesetzt. Da meldet sich Sara Swift, die ebenfalls behauptet, mit ihren beiden Kindern die Familie des Cameron Swift zu sein. Obwohl auch sie nicht mit Cameron verheiratet ist, hat sie seinen Namen angenommen. Die beiden Familienbetreuer teilen sich auf, Beth wird zur Betreuung der zweiten Familie abgeordnet.

Es ist ein Leben, das auf eine oder auch mehrere Lügen aufgebaut wurde und durch den Mord wie ein Kartenhaus in sich zusammenfällt. Was vermutlich aber auch sonst passiert wäre. Denn im Verlauf der Geschichte erfährt man immer mehr, wie eng es für Cameron eigentlich gerade geworden ist.

Meine Meinung:

Jane Isaac hat eine komplexe aber gut durchdachte Story entwickelt, die dem Leser allerhand Rätsel aufgibt. In flüssiger, leicht lesbarer Erzählweise entwickelt sie eine Geschichte, die nicht unrealistisch erscheint. Den Mörder entlarvt sie erst sehr spät. Hinweise auf ihn sind zwar irgendwo im Buch versteckt, man muss aber schon sehr genau hinsehen und nachdenken, darf gewisse Aspekte nicht aus dem Auge verlieren.

Die Figuren hat sie gut charakterisiert und beschrieben. Beth, die alles für ihre Schwester Eden und ihre Nichte Lilly tun würde und ausgerechnet durch Eden in Bedrängnis gerät, Nick, ihr Vorgesetzter, mit dem sie ein mehr oder weniger lockeres Verhältnis pflegt, Monika und Sara, die beiden Frauen, die eine ruhig, die andere aufbrausend – sie sind alle Charaktere, die es überall gibt, denen man jederzeit begegnen könnte. Und auch das Opfer, Cameron, ist interessant zu betrachten. Könnte so ein Mensch auch in unserem näheren Umfeld leben? Ich denke schon. Bigamie oder auch die Beziehung zu zwei Partnern ist nicht ungewöhnlich. Und etwas zu vertuschen hat so mancher gute Bürger.

Fazit:

Das Buch „Die letzte Lüge des Cameron Smith“ ist gut zu lesen. Man kommt gut in die Geschichte hinein, der Spannungsbogen steigt gleich zu Beginn an und hält bis zum Schluss, die Handlung ist nicht zu kompliziert verwoben, die Autorin verliert sich nicht in Nebengeschichten, die mit der eigentlichen Geschehen nichts zu tun haben. Ich hatte den Roman in kürzester Zeit durch. Von mir gibt es dafür eine absolute Leseempfehlung.

Das Buch „Die letzte Lüge des Cameron Swift“ von Jane Isaac wurde mir von www.digitalpublishers.de kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt, was meine Bewertung nicht beeinflusst hat.