Spannend, teils mit Längen

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Meine Meinung: Ich glaube, ich war bei einer Rezension noch nie so zwiegespalten. Der Anfang hat mir sehr gut gefallen. Der Leser wird sofort in die Geschichte hineingezogen. Dann flaut es allerdings ziemlich rasch ab. Tamaras Leiden, der Entschluss, sich das Leben zu nehmen, das Leid der Familie – das alles wird nur oberflächlich gestreift. Dazwischen kommt mal die Sicht des Täters, der das Haus der Familie weiterhin beobachtet.

Auf die Geschichte selbst möchte ich nicht weiter eingehen. Das wäre spoilern. Aber es gibt so ein paar Dinge, die ich nennen muss, um meine Meinung zu begründen.

So gibt es beispielsweise eine Entführung und kurz vor der Vergewaltigung trifft Hilfe ein, die allerdings selbst in Bedrängnis kommt. Die erste Sorge des Opfers in dem Moment ist, sich mit BH und Höschen zu bekleiden, bevor es dem in Not geratenen Retter zu Hilfe kommt. Ich glaube in so einer Situation wäre es mir herzlich egal, ob ich bekleidet bin oder nicht.

Die Schreib- und Ausdrucksweise ist an manchen Stellen sehr gewöhnungsbedürftig. Für mich ist sie jedenfalls nicht flüssig genug. Vielmehr hört sich manches aufgesetzt an, gezwungen auf Spannung ausgelegt. Ich weiß, der Autor ist Südtiroler und in der Gegend spricht man etwas anders als bei uns. Aber mich hat es gestört und beim Lesen stolpern lassen. Wenn er für den deutschen Markt schreibt, sollte er vielleicht einen Lektor oder Korrektor einsetzen, um sprachliche Unterschiede und damit auch Fallen, die es zwischen Tiroler Deutsch und Schriftdeutsch gibt, zu umgehen.

Was die Ausdrucksweise betrifft – die ist manchmal arg hölzern, bürokratisch und wissenschaftlich. Hin und wieder sind Situationen ungeschickt beschrieben. Da bedankt sich beispielsweise ein Kommissar für die „Kollaboration“, Lippen formen sich zu einem seichten Lächeln, es gibt eine koagulierende Wunde (eine gerinnende Wunde), ein Klebeband windet sich um Lippen, ein Rock wird nach einer Vergewaltigung wieder hochgezogen und der Vergewaltiger hat ein „haariges Werkzeug“ – um nur ein paar aufzuzählen.

Die Story an sich ist ganz gut durchdacht, wenngleich nichts absolut Neues, birgt aber noch einiges an Potential. Die rechtliche Seite ist gut recherchiert, manchmal allerdings zu weit ausgeführt. An einigen Stellen ist der Roman aber sehr spannend, mitreißend und atemlos, was mir die Bewertung unendlich schwer macht.ie Story an sich ist ganz gut durchdacht, wenngleich nichts absolut Neues, birgt aber noch einiges an Potential. An einigen Stellen ist der Roman auch sehr spannend, mitreißend und atemlos, was mir die Bewertung unendlich schwer macht.

Fazit: Meiner Meinung nach kann man die Story noch verbessern, indem man sie sprachlich mehr dem Schriftdeutsch anpasst und Längen mit wissenschaftlichem Hintergrund kürzt oder kreativer gestaltet. Mit meiner Kritik möchte ich den Autor nicht niedermachen. Ganz im Gegenteil. Ich hoffe, er nimmt sie als konstruktiv an.

Meine Leseempfehlung:

Fünf Sterne kann ich auf keinen Fall geben. Allein für das „haarige Werkzeug“ des Vergewaltigers muss ich schon einen abziehen. Ich gebe drei bis dreieinhalb Sterne. Zu mehr reicht es bei mir leider nicht.

Das Buch „Mädchenseelen“ von David Tappeiner wurde mir vom dp Verlag kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt, was meine Bewertung jedoch nicht beeinflusst hat.

Die Geschichte: Lorena ist Psychotherapeutin und die jüngere Schwester von Tamara, die vor 25 Jahren von einem Stalker vergewaltigt wurde und sich daraufhin das Leben nahm. Nun bekommt Lorena von ebendiesem Mann eine Botschaft, die sie in Angst und Schrecken versetzt. Er hat es auf sie abgesehen. Lorena bitten ihren Patienten Domenico um Hilfe. Der Polizist stimmt zu, zwischen den beiden entwickelt sich darüber hinaus eine Liebesgeschichte. Die Ermittlungen entwickeln sich zu einer lebensbedrohlichen Aktion.

Eine schöne Frau ein kranker Geist

Olaf Büttner thematisiert Gefahren der Internetpartnersuche

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Die Geschichte: Die 17-jährige Emily möchte ihren Vater nach dem Tod ihrer Mutter wieder glücklich sehen und organisiert über eine Internetplattform ein Blind Date. Vera ist die auserkorene Frau, die Emilys Vater auf Anhieb gefällt. Doch für Emily geht dann alles viel zu schnell. Vera zieht schon bald beim Vater-Tochter- Team ein. Damit nimmt das Unheil seinen Lauf.

Meine Meinung:

Olaf Büttner hat mit diesem Thriller ein interessantes Thema aufgegriffen. Denn man kann nie wissen, worauf man sich bei einer Internetbekanntschaft einlässt. Nicht alles, was im Netz steht, muss der Realität entsprechen. So ergeht es auch Emily und ihrem Vater.

Das Buch lässt sich gut lesen. Büttner hat einen flüssigen, unterhaltenden Schreibstil mit dem er seine Leser von Anfang an mitnimmt. Die Charaktere hat er sehr gut ausgearbeitet. Zum einen ist da Emily, die ihren Vater wieder glücklich sehen will. Sie ist eine typische Jugendliche – mal vernünftig denkend, mal trotzig und dann wieder sehr emotional. Der Vater lebt nur für seine Tochter, hat seine Frau noch nicht losgelassen und will sich eigentlich nicht auf eine neue Beziehung einlassen. Vera ist sehr vielschichtig. Sie ist charmant und liebevoll, die perfekte Hausfrau und Mutter und hat doch ein Geheiminis, das für die Familie noch zum Problem wird. Emilys Freundin Lena, die mit ihrem zweijährigen Bruder und ihrer Mutter zusammenlebt ist im Gegensatz zu Emily sehr verantwortungsbewusst und zuverlässig.

Manches finde ich nicht ganz plausibel und das Ende kam für mich zu schnell und zu unspektakulär. Da hätte noch ein bisschen mehr Spannung rein dürfen. Andererseits ist der Roman so auch für zart besaitete Leser und für Jugendliche gut zu lesen. Der Spannungsbogen ist durchgängig aber eben nicht so hoch wie bei anderen Thrillern.

Fazit:

„Die Frau am See“ ist ein Generationen übergreifender eher sanfter Thriller, der mit vielschichtigen Protagonisten spielt. Ich würde ihn schon fast in Richtung Jugendbuch schieben, er ist aber wie gesagt auch für sensible Menschen geeignet. Die Grundidee der Story ist geeignet für einen Thriller, es dürfte aber vor allem am Ende noch etwas mehr Spannung rein.

Meine Leseempfehlung:

Für Hardcore-Thriller Fans ist das Buch eher zu harmlos. Von mir gibt es viereinhalb Sterne. Der Autor hat mich gut unterhalten. Das Ende kam mir aber zu schnell und nicht ganz nachvollziehbar.

Das Buch „Die Frau am See“ von Olaf Büttner  wurde mir vom dp Verlag kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt, was meine Bewertung jedoch nicht beeinflusst hat.

Thriller mit vielschichtigen Protagonisten

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Inhalt:

Maxim Fuchs ist Meteorologe, Wettermoderator bei einem Berliner Fernsehsender, glücklich verheiratet und Vater einer kleinen Tochter. Seine Welt ist in Ordnung. Bis eines Abends bei seiner Heimkehr das Haus verlassen vorfindet. Frau und Tochter sind spurlos verschwunden. Kommissarin Sofia Nikolaidis wird mit dem Fall betraut und versucht, die beiden zu finden. Dabei rückt Maxim immer mehr in den Fokus der Ermittlungen und scheint der Kommissarin der Verdächtige schlechthin zu sein. Schließlich ereignen sich im direkten Umfeld des sympathischen Moderators seltsame Unfälle. Aber irgendetwas lässt sie zweifeln.

Gleichzeitig ist sie sehr mit sich selbst und ihrer Nichte, die nach einem tödlichen Unfall der Eltern bei ihr lebt, beschäftigt. Was ihr auf professioneller Ebene gut gelingt, schafft sie im privaten nicht im Geringsten. Statt ihre Nichte, die mit 16 die Schule schwänzt und immer wieder für Tage abtaucht zu suchen und wieder auf den Weg zu bringen, ertränkt sie ihre Nöte im abendlichen Wein.

Meine Meinung:

Marie Kopplin hat aus drei Erzählsträngen, die am Ende ineinander aufgehen, einen spannenden Thriller geflochten. Da ist zum einen Maxim, der seine Familie nicht finden kann und schier verzweifelt. Zumal er dadurch auch im Job unaufmerksam ist. Außerdem tauchen Nachrichten auf, die er angeblich geschrieben hat, an die er sich aber nicht erinnern kann. Unfälle passieren und es gibt einen Mord. Alles deutet auf Maxim als Verursacher. Mit der Zeit zweifelt er an sich selbst. Ist er schizophren? Oder spielt ihm jemand einen üblen Streich?

Kommissarin Sofia Nikaloidis sieht ermittelt in alle Richtungen und kommt doch immer wieder auf den Familienvater als Hauptverdächtigen. Dass ihre durch den Unfall der Eltern verstörte Nichte in den Fall verstrickt sein könnte, kommt ihr nicht in den Sinn.

Und dann ist da noch eine Person. Ein Junge, von dem weder der Name noch seine Rolle genannt werden. Erst im letzten Drittel wird er personalisiert. Spätestens ab diesem Zeitpunkt wird die Geschichte für den Leser durchschaubar, dennoch verliert der Roman nicht viel an Spannung. Denn auch wenn man sich jetzt den Rest zusammenreimen kann, bleibt doch noch zu ergründen, wie sich der Showdown entwickelt.

Der Thriller ist spannend, aber nicht blutrünstig. Für Leser mit schwachen Nerven dürfte er gerade noch so durchgehen, für Hardcorefans ist die Story eher ein Krimi.

Fazit:

Die Autorin hat mit „Dunkler Sommer“ einen wirklich fesselnden Thriller veröffentlicht. Der Schreibstil ist flüssig und leicht zu lesen, die Protagonisten präsentieren sich vielschichtig. Dass man doch schon relativ früh hinter das Geheimnis kommt, ist schade. Da hätten noch ein paar irreführende Hinweise eingestreut werden können. Trotzdem konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen.

Meine Leseempfehlung:

Von mir gibt es viereinhalb Sterne. Den halben Stern ziehe ich für das frühe Durchschauen der Story ab.

Das Buch „Dunkler Sommer – Ich kenne dein Gesicht “ von Marie Kopplin   wurde mir vom dp Verlag kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt, was meine Bewertung jedoch nicht beeinflusst hat.

Meine Erwartungen wurden leider nicht erfüllt

Eher ein unblutiger Krimi als ein Thriller

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Hazel ist erfolgreiche Theaterschauspielerin. Nach Jahren auf der Bühne möchte sie sich neuen Aufgaben zuwenden und erwägt, als Schauspiellehrerin zu arbeiten. Obwohl niemand davon weiß, werden ihr die letzten Tage im Theater schwer gemacht, was sie in ihrer Entscheidung nur bestärkt. Sowohl im Schauspielhaus als auch zu Hause findet sie immer wieder bedrohliche Nachrichten, die ihr einerseits zusetzen, sie andererseits aber dagegen aufbegehren lassen. Zumindest in ihren Gedanken. Dabei hat sie ihre junge Kollegin Pia im Verdacht, während Elliot immer zudringlicher wird und ihr Angst macht. Ihre ehemalige Schauspiellehrerin Orla, von der sie sich Unterstützung bei der Umsetzung ihrer Berufspläne erhofft, macht sie nur immer wieder nieder. Mit der Zeit spitzt sich die Lage zu, die Bedrohungen werden mehr, bis es zum Eklat und unerwarteten Ende kommt.

Meine Meinung:

Antonia Richter hat sich ein gutes Thema vorgenommen. Mobbing und Stalking sind heutzutage fast schon normal, die Opfer, oft nicht in der Lage  sich zu wehren, leiden und werden krank. So geht es auch Hazel. Die anfangs kleinen Piesackereien und Botschaften steckt sie noch weg. Mit der Zeit allerdings reagiert ihr Körper mit Migräneattacken.

Das Verhalten der Schauspielerin, in deren Psyche die Autorin tiefe Einblicke gestattet, ist allerdings nicht immer verständlich. Sie hat Angst und ist verunsichert, geht aber nach der Abendvorstellung mitten in der Nacht von der Bushaltestelle eine Abkürzung von rund einem Kilometer durch den Wald nach Hause. Wer macht so etwas? Ein ängstlicher Mensch – vor allem eine Frau – würde nachts niemals alleine durch einen Wald gehen. Schon gar nicht so eine lange Strecke. Sie würde eher den längeren Weg nehmen und sich auf beleuchteten Straßen bewegen.

Und würde sich eine Frau nicht gegen die Mobbing-Attacken wehren und dem zudringlichen Kollegen Einhalt gebieten? Nicht unbedingt. Das hat Antonia Richter ganz gut beschrieben. Die meisten Opfer ziehen sich eher in sich zurück und machen das mit sich aus.

Aber spätestens nachdem in ihr Haus eingebrochen wird, hätte Hazel reagieren müssen. Nicht nur mit neuen Schlössern, die sie hat einbauen lassen, sondern mit einer Anzeige bei der Polizei. Das tut sie aber nicht. Ihr Mann, der sich auf Geschäftsreise befindet, nimmt sie nicht ernst, wiegelt ab und ist ihr somit auch keine Hilfe.

All das könnte man so richtig spannend verarbeiten. Leider nehmen Längen, in denen sich die Protagonistin gedanklich immer wieder um sich selbst dreht, die Spannung fast komplett raus. Für den Leser sind die ständigen Gedanken fast schon Wiederholungen – nur mit anderen Worten.

Das Ende und der Täter/die Täterin haben mich dann aber doch überrascht. Das hatte ich so nicht im Verdacht. Ein Pluspunkt für die Autorin. Allerdings wirkt die Geschichte dann doch konstruiert.

Fazit:

Das Thema Stalking und Mobbing ist eigentlich ein sehr dankbares, das Autoren unglaublich viele Möglichkeiten bietet, einen wirklich spannenden Thriller zu entwickeln. Leider ist das an der Autorin vorbeigegangen. Da hat sie viel Potenzial verschenkt. Vielleicht überarbeitet sie ihr Buch irgendwann noch einmal und baut noch einen durchgehenden Spannungsbogen ein.  Möglichkeiten bietet die Geschichte zur Genüge.

Meine Leseempfehlung:

Ich würde den Roman nicht als Thriller bezeichnen. Es handelt sich hier eher um einen unblutigen Krimi – und auch das nicht wirklich. Eine Einordnung fällt mir schwer. Für Leser mit schwachen Nerven ist der Roman sicherlich interessant. Wer einen Thriller erwartet, wie er auch durch das Cover impliziert wird, wird enttäuscht sein.

Von mir gibt es drei Sterne für die Idee, die Aufarbeitung des Themas und ihren flüssigen, gut lesbaren Schreibstil.

Das Buch „Ich sehe, was du tust “ von Antonia Richter wurde mir vom dp Verlag kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt, was meine Bewertung jedoch nicht beeinflusst hat.

Ein Pageturner par Excellence

Spannender Thriller mit Aufklärung über Locked In Syndrom

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Ein Serienmörder treibt in London sein Unwesen, hinterlässt verstümmelte, ausgeweidete Frauenleichen. Die Taten erinnern an Jack the Ripper und dessen Imitator Putney Slasher, der vor sieben Jahren gefasst wurde. Ist der Täter ein Trittbrettfahrer? Oder wurde vor sieben Jahren mit Armstrong womöglich der Falsche verhaftet? Das wäre fatal, denn der Mann wurde von einem Polizeibeamten angeschossen und liegt seither bei vollem Bewusstsein in einem komplett gelähmten Körper, einem Zustand, der auch Locked In Syndrom (LIS) genannt wird. DI Olivia Jenner, die damals bei der Verhaftung dabei war, hat der Fall nie in Ruhe gelassen. An den Ermittlungen nach der Verhaftung war sie familiär bedingt nicht beteiligt gewesen. Deshalb glaubt sie nicht an die Schuld des damaligen Verdächtigen und will den Slasher, von dem sie annimmt, dass er wieder aktiv geworden ist, schnappen. Unterstützung erhält sie von Professorin Susanna Madueke, einer Spezialistin für das LIS, die versuchen will, einen Kommunikationsweg zu schaffen. Die beiden Frauen geraten immer mehr ins Ziel des Täters.

Meine Meinung:

Für mich war der Roman ein wahrer Pageturner. Ich konnte das Buch kaum aus den Händen legen. Jede freie Minute habe ich mich in den Fortgang der Story vertieft.

Matthias Ernst versteht es seine Leser, in leicht lesbarem Schreibstil zu fesseln. Und zwar von Anfang an. Die Charaktere der beiden starken Frauen hat er sehr fein nachgezeichnet, hat die familiären Umstände aufgezeigt, die beide meistern müssen – Olivia, die vom Fall des Putney Slashers regelrecht besessen ist und in ihrem Drang, den Fall zu lösen, ihre Familie vernachlässigt und ihre Ehe aufs Spiel setzt und Susanna Madueke, die Professorin, die als alleinerziehende Mutter zweier Kindergartenkinder, die ständig in Zeitnot auf die Hilfe ihrer stets nörgelnden Mutter angewiesen istund die außerdem um ihre Professur an der Uni bangt.

Auf der anderen Seite ist Olivias ehemaliges Team bei der Mordkommission, das Olivias Hinweise ignoriert und abwiegelt. Selbst der Dienststellenleiter lässt nichts auf die Kollegen kommen. Marcus Harrison, der den Verdächtigen damals angeschossen hatte, möchte den Fall gar nicht erst mit dem Slasher in Verbindung binden. Schließlich hatte die Verhaftung des vermeintlichen Täters seiner Karriere einen ansehnlichen Schub eingebracht.  

Dass die beiden Frauen einen Kontakt zu Armstrong finden, kann verraten werden. Aber ist er wirklich der liebenswürdige, Haiku-dichtende junge Mann, als den die beiden ihn kennenlernen? Mit der Zeit wird eine perfide Geschichte aufgedeckt, die auf ein überraschendes und erschreckendes Ende hinführt.

Interessant fand ich die Beschreibungen des LIS, von dem ich bisher noch nie gehört hatte. Bislang kannte ich nur Wachkoma. Dass es Möglichkeiten gibt, mit Menschen, die in ihrem Körper eingeschlossen sind, Kontakt aufzunehmen ist für mich absolut fesselnd.

Fazit:

Mein Kompliment an den Autor. Das komplexe Thema hat er nicht nur super recherchiert, sondern in einem fesselnden Thriller verpackt gut verständlich und spannend vermittelt, sodass es am Ende jeder verstehen kann. Die Spannungsbogen hält von Anfang bis Ende an, sodass der Leser unbedingt wissen möchte, wie es weitergeht.

Meine Leseempfehlung:

Für Freunde des Thriller-Genre ein absolutes Muss. Für zartbesaitete Menschen sind die Beschreibungen der Mordopfer vielleicht zu blutig, wobei ich sie als begeisterter Thriller-Fan nicht so schlimm finde. Die Taten selbst werden in ihrer Ausführung nie beschrieben, immer nur das Ergebnis.

Das Buch „Die Professorin “ von Matthias Ernst wurde mir vom dp Verlag kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt, was meine Bewertung jedoch nicht beeinflusst hat.

Spannend aber teilweise abstrus

Opfergrab von Ralf Gebhardt

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Ein Ermittlerteam, das sich nicht ausstehen kann, ein Staatsanwalt, der von den beiden Kriminalbeamten nichts hält, ein Serienmörder, der immer sonntags tötet und ein Pfarrer, der mehr weiß, als er zugibt und sich auf das Beichtgeheimnis beruft – so könnte die Quintessenz aus dem Thriller „Opfergrab“ lauten.

Mein Eindruck

Ralf Gebhardt ist in seinem Roman tief in die menschliche Psyche eingetaucht. Sowohl in die des Killers, als auch in die der ermittelnden Beamten und des Staatsanwalts. So müssen zwei Kriminalpolizisten, die unterschiedlicher nicht sein könnten, als Notbesetzung der Soko Morde aufklären, die ziemlich brutal ausgeführt sind. Und das ganz ohne Ansatzpunkt und unter Druck des Staatsanwalts. Dabei lässt der überhebliche, von sich eingenommene Kralik, der als Leiter der Soko eingesetzt wird, den ruhigeren, sanfteren Thaler spüren, was er von ihm hält – und das ist nicht viel. Allerdings haben die beiden auch im Staatsanwalt keinen Freund. Als Vorgesetzter, der von der Presse belagert wird, gibt er den Druck auf die Polizisten weiter.

Der Pfarrer ist eine wiederkehrende Konstante, über die die Ermittler immer wieder stolpern. Aber was hat der Priester mit den Morden zu tun? Ist er womöglich selbst der Mörder, oder kennt er diesen? Thaler und Kralik haben Mühe, die Morde aufzuklären. Und auch für den Leser ist es schwierig, hinter das Geheimnis zu kommen.

Die Geschichte wird sowohl aus der Sicht der ermittelnden Beamten als auch aus der des Mörders erzählt, sodass der Leser Infos hat, die den Polizisten fehlen. Dennoch bleibt die Story bis zum Showdown undurchsichtig.

Ein bisschen abstrus wird es am Ende, als der Mörder bereits gefasst ist. Es geschehen Dinge, die stark übertrieben und unglaubwürdig sind, die Ermittler verhalten sich wie Anfänger und das Ende wirkt an den Haaren herbeigezogen. Hätte Gebhardt hier nicht gar so tief in die Action-Kiste gegriffen, wäre dem Roman nichts verloren gegangen. Etwas weniger hätte auch gereicht.

Nichts desto trotz ist die Story spannend und flüssig geschrieben. Wenn der Autor jetzt noch die seitenweise Passagen der Dialoge, die ohne Hinweis auf die entsprechenden Sprecher auskommen, etwas genauer ausarbeitet, so dass man weiß, wer einen Ausspruch getätigt hat, reicht es auch für fünf Sterne.

Meine Lesempfehlung

Wer Thriller mag, bei denen es blutiger zugeht und die Charaktere etwas spezieller sind, wird mit „Opfergrab“ seinen Lesespaß finden.

Das Buch „Opfergrab“ von Ralf Gebhardt wurde mir vom dp Verlag kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt, was meine Bewertung jedoch nicht beeinflusst hat.

Spannend, blutrünstig, gut geschrieben

Der Killer – giftige Rache von Christian Hardinghaus

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„Der Killer – giftige Rache“ ist ein Thriller mit hohem Tempo und blutigen Szenen. Einerseits geht es um den leicht durchgeknallten Kriminaloberkommissar Echtner, der wegen psychischer Probleme vorübergehend in den Innendienst versetzt wurde und auf berufliche Rehabilitation hofft. Auf der anderen Seite steht der Serienmörder Konrad, der, zerfressen von Rachegefühlen, diejenigen jagt und qualvoll tötet, die vermeintlich Schuld am Tod seiner Tochter haben. Aber wer jagt am Ende wen? Sicher ist – so viel kann man verraten – die beiden kommen sich sehr nah.

Meine Meinung:

Es gibt viele Thriller und die meisten folgen einem System: Der Killer wird immer wieder nur kurz ins Spiel gebracht, das Hauptaugenmerk liegt auf den Polizisten, die ihn jagen. Bei Hardinghaus´ Roman „Der Killer – giftige Rache“ ist das anders. Beide Seiten bekommen gleich viel Raum eingeräumt. Heißt: Man verfolgt von Anfang an sowohl den Killer Konrad, der sich nach einer Figur der Kindersendung „Sesamstraße“ Inspektor Schlehmil nennt, als auch Kommissar Echtner, dessen psychische Probleme sukzessive sichtbarer werden.

Was Konrad sich so alles einfallen lässt, um seine Opfer leiden zu lassen, ist schon grausam. So etwas muss man sich erst einmal ausdenken. Was Echtner auf die Beine stellt, um den Killer zu entlarven, steht dem in nichts nach. Als Leser könnte man hin und wieder eher Sympathie für den Mörder entwickeln und weniger für den Polizisten, der im Großen und Ganzen im Gegensatz zu seinem Gegenspieler recht unsympathisch rüberkommt.

Die Psyche der beiden Protagonisten hat Hardinghaus sehr fein und tiefgründig angelegt und ausgearbeitet. Der Schreibstil ist flüssig und fesselnd und macht Spaß. Der Autor entwickelt von Anfang an eine unglaubliche Spannung, die den Leser förmlich an den Roman bindet. Die blutigen Szenen sind sehr blutrünstig und brutal. Aber dafür ist es ja auch ein Thriller, den man in den Händen hält.

Ein, zwei Stellen waren für mich etwas verwirrend und schienen mir unlogisch – bis ich die Auflösung gelesen habe. Das Ende hätte ich mir so nicht vorgestellt. Obwohl es schon am Anfang einen Hinweis gibt, den ich aber nicht als solchen wahrgenommen hatte. Ich war einerseits überrascht, andererseits muss ich sagen: Chapeau Herr Hardinghaus. Gut gelöst.

Meine Leseempfehlung:

Von mir gibt es ganz klare fünf Sterne. Zartbesaitete Leser sollten sich lieber anderen Büchern zuwenden. Aber da stellt sich ohnehin die Frage, ob sie überhaupt einen Thriller oder vielleicht doch besser einen Krimi lesen sollten. Für alle, die einen richtig kernigen Thriller bevorzugen, ist „Der Killer“ in jedem Fall empfehlenswert.

Das Buch „Der Killer – giftige Rache“ von Christian Hardinghaus wurde mir vom dp Verlag kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt, was meine Bewertung jedoch nicht beeinflusst hat.

Gänsehaut am laufenden Band

Seeleneis von Volker Dützer

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„Drum prüfe, wer sich ewig bindet, ob sich das Herz zum Herzen findet! Der Wahn ist kurz, die Reu ist lang“, sagt schon Friedrich Schiller in seinem Gedicht „Die Glocke“. Bekannter ist das Sprichwort in der Form: „Drum prüfe, wer sich ewig bindet, ob sich nicht was Besseres findet.“ Dieses hätte sich Lisa durch den Kopf gehen lassen sollen, bevor sie sich auf Vicent van Dyk eingelassen hat. Der smarte Wissenschaftler hat ihr in einer schwierigen Lage geholfen und sie so in einer toxischen Beziehung an sich gebunden. Das Fatale: van Dyk forscht an der Überwindung des Todes, am ewigen Leben.

Meine Meinung:

Das war mal wieder ein Roman, der mich von Anfang bis zum Ende gefesselt hat. Volker Dützer schreibt in flüssigem, gut lesbarem Stil und zieht den Leser dabei schon gleich von Anfang an so in die Geschichte, dass man sich fast als Teil des Geschehens fühlt. Oft genug ist man geneigt, der Protagonistin, der Unfallchirurgin Lisa Wegner Tipps zu geben oder sie zu warnen. Gleichzeitig ist man einerseits angetan vom Charme des Wissenschaftlers, andererseits abgestoßen von seinen emotionalen Ausbrüchen.

Der Autor befasst sich in der Geschichte mit einer Frage, die so alt sein dürfte wie die Welt: Was passiert nach dem Tod, kann man diesen überwinden und ewig leben? Nun weiß ich nicht, wie weit die Forschung in diesem Bereich tatsächlich ist. Aber vorstellen kann ich mir so manches. Und die Erklärungen, die Dützer dazu liefert, könnten auch passen.

Die Charaktere hat er meiner Meinung nach sehr gut ausgearbeitet. Den Wahn, dem van Dyk verfällt, die Angst, die Lisa beherrscht und den schier endlosen Ehrgeiz von Kommissar Wolzow, der keine Ruhe gibt, obwohl der eigentliche Fall bereits abgeschlossen ist und damit ein gutes Näschen beweist, kann man als Leser gut nachvollziehen.

Das eigentliche System, das dem Plot zugrunde liegt, ist kein neues. Worauf ich hier anspiele, will ich nicht näher erläutern. Ich will ja nichts verraten. Wer das Buch liest, wird mit der Zeit aber merken, was ich meine. Aber obwohl es nicht neu ist, hat Dützer es sehr spannend verarbeitet.

Titel und Cover passen nicht immer zum Inhalt eines Buches. Aber in diesem Fall passt es schon sehr gut.

Meine Leseempfehlung:

Für alle, die auf Gänsehautfeeling und Spannung stehen ist der Thriller in jedem Fall zu empfehlen.

Das Buch „Seeleneis“ von Volker Dützer wurde mir vom dp Verlag kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt, was meine Bewertung jedoch nicht beeinflusst hat.

Das Ergebnis verkorkster Erziehung

Narbenkinder von Cecily von Hundt

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Es ist schon heftig, wie die Lebensumstände in der Kindheit einen Menschen prägen und sein Leben lang beeinflussen können. In „Narbenkinder“ von Cecily von Hundt gibt es dafür gleich zwei dominante Beispiele: Den Mörder und die junge Journalistin Penny Kalunke.

Die Geschichte:

Ein Serienmörder treibt im vorweihnachtlichen Berlin sein Unwesen. Gleich fünf Menschen, drei Frauen und zwei Männer müssen innerhalb weniger Tage ihr Leben lassen. Mit Nachrichten, die er den weiblichen Opfern in den Mund steckt und einem Brief, den er an Penny schickt, weist er auf die Möglichkeit weiterer Morde hin und fordert eine Berichterstattung durch Penny – und zwar nur durch sie. Die Journalistin, die vor ein paar Jahren mit einem Journalistenpreis ausgezeichnet wurde, und ihr Chef und Patenonkel Max informieren die Polizei, die mehr oder weniger begeistert Penny an den Ermittlungen beteiligt. Doch dem Täter auf die Spur zu kommen ist gar nicht so leicht. Vor allem, weil sich das Motiv nicht eindeutig ermitteln lässt.

Meine Meinung:

Mich hat die Geschichte von Anfang an eingenommen und dabei eine Eigendynamik entwickelt, die mich gefesselt hat. Spannend fand ich vor allem Pennys komplizierten Charakter, der durch eine bipolare Störung, ein Erbe ihrer Mutter, für die Umwelt schwierig zu handeln ist. Aber auch ihr Vater, ein Alkoholiker und natürlich nicht zuletzt der Mörder haben ihr Päckchen zu tragen. Vor allem der Mörder, dessen Gedankengänge und Lebensumstände immer wieder in kurzen Kapiteln eingeschoben werden und somit einen Einblick in eine stark gestörte Persönlichkeit geben. Dabei spielt die Autorin mit den Gefühlen der Leser. Denn eigentlich hat er ein hehres Motiv, das hier aber nicht verraten werden soll.

Dem Mörder war ich nach rund 75 Prozent der Geschichte auf der Spur. Was die Spannung aber nicht gemindert hat. Und dann gibt es da noch den überheblichen Hauptkommissar, der auch noch auf der Anrede mit Dienstgrad besteht. Auch er hat sein Psychopaket abbekommen in Form eines Minderwertigkeitskomplexes aufgrund seiner Größe – oder eben auch nicht Größe – der durch fast schon autoritäres Auftreten kompensiert werden muss.

Aber auch das Redaktionsleben hat Cecily von Hundt anschaulich dargestellt. Ich habe selbst fast 30 Jahre als Journalistin – meistens frei – gearbeitet und kann nur bestätigen, was sie in ihre Geschichte einfließen lässt. Die Redaktionskonferenzen, die spontanen Aufträge, die dann möglichst noch aktuell ins Blatt müssen und die Sonn- und Feiertagsdienste, bei denen ein kleines Team die Ausgabe des nächsten Werktags vorbereitet. Absolut nicht ungewöhnlich ist, dass einzelne Journalisten für die Berichterstattung gezielt bei den Redaktionen angefragt werden.

Interessant fand ich die Aufarbeitung des Themas der bipolaren Störung. Man hört immer wieder darüber, aber wie sich die Krankheit äußert, wird selten wirklich offen und informativ anhand von Beispielen erklärt.

Ein bisschen hat mich der übermäßige Alkoholgenuss verschiedener Persönlichkeiten im Buch gestört. Aber das ist eine Nebensächlichkeit, die keine Abwertung verdient.

Einzig die Namensgebung war mir zu albern. Penny Kalunke geht ja noch. Aber Nick Zwieback fand ich dann nicht so passend. Auch wenn dadurch Dialoge zwischen Penny und Nick möglich wurden. Aber da hätte es vielleicht auch noch andere Möglichkeiten gegeben.

Die Autorin hat einen guten, flüssigen und nicht zu komplizierten Schreibstil. Das Cover passt gut zum Thema und lässt Schlüsse auf den Inhalt zu.

Meine Leseempfehlung:

Ein ganz klares Ja. Ich fand die Story spannend, auch wenn es immer wieder Ausflüge in Pennys Privatleben gibt. Die kann und soll es auch geben. Schließlich sind die Protagonisten – egal in welcher Geschichte – auch immer ganz normale Menschen. Das Private darf nur nicht überwiegen.

Das Buch „Narbenkinder“ von Cecily von Hundt wurde mir vom Verlag digitalpublishers  kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt, was meine Bewertung nicht beeinflusst hat.