Ein liebenswerter Detektiv in Gefahr

Die Spur des Todes von Lara Möller

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Christopher Diecks ist ein Lebenskünstler, der sich vom Druck der Eltern und deren Erwartungen befreit hat. Mit knapp 30 Jahren lebt er sein Leben, das er durch drei Jobs finanziert: Er hilft in einem Umzugsunternehmen, kellnert im Restaurant seines Stiefvaters und kommt durch Zufall zu einer Beschäftigung als Privatdetektiv. Gerade in diesem Job beweist er ein mehr als gutes Näschen und Kombinationsgabe. Allerdings ist er in manchen Dingen zu arglos und blauäugig, so dass er sich immer wieder selbst in Schwierigkeiten bringt und einiges an Blessuren davonträgt. Am Ende kommt er durch seine Ermittlungen in große Gefahr. Beim Ausräumen eines völlig verwahrlosten Hauses stößt er auf Dokumente und Fotos, ohne zu wissen, dass er Beweisstücke auf einen internationalen Schmuggel in der Hand hält. Am nächsten Tag sind die Fotos und Dokumenten verschwunden, darüber hinaus klafft im Boden eines Raums ein großes Loch, das vermutlich eine Kassette enthalten hatte, die verschwunden ist. Wie brisant sein Fund ist, merkt er erst, als ihm finstere Gestalten auflauern.

Mein Eindruck

In eingängigem, flottem Schreibstil erzählt Lara Möller die Geschichte eines sehr sympathischen Mannes, der pflichtbewusst arbeitet und ermittelt. Dabei charakterisiert sie Christopher, kurz Topher genannt, als sanftmütig, gewitzt und offen für seine Mitmenschen, manchmal etwas unüberlegt und wagemutig. Auch die weiteren Figuren hat sie ausführlich chrakterisiert, so dass man sich alle sehr gut vorstellen kann. Durch den Spannungsbogen, der über das ganze Buch hinweg hochgehalten wird, wird der Leser auf eine abenteuerliche Reise mitgenommen. Allerdings wirkt das Ende der Geschichte etwas chaotisch und unübersichtlich, so dass man sich dann schon mal fragt, wo diese Gestalten plötzlich herkommen.

Meinem Lesespaß hat das allerdings nicht geschadet. Ich habe mich am Ende auf die Fortsetzung gefreut, die ich gerade lese schon fast wieder durch habe.

Meine Leseempfehlung:

Wer Krimis mit spannenden Wendungen mag, kommt hier voll auf seine Kosten. Ganz unblutig geht es zwar nicht, aber es gibt keine brutalen Massaker.  

Das Buch „Die Spur des Todes“ von Lara Möller wurde mir vom dp Verlag kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt, was meine Bewertung jedoch nicht beeinflusst hat.

Im Bann einer kriminellen Organisation

Detroit Driver von Lara Möller

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Alec Boyd lebt physisch wie psychisch am Rande seiner Leistungsfähigkeit. Als Fluchtwagenfahrer rettet er seine Passagiere in halsbrecherischen Aktionen vor dem Zugriff der Polizei. Dadurch fällt er Ramesh Dewari auf, einem in Detroit gefürchteten Unterweltboss auf, der seinen Unterhalt durch Prostitution, illegales Glücksspiel sowie Drogen- und Zigarettenschmuggel verdient. Dewari ist auf der Suche nach einem zuverlässigen Mitarbeiter. Schon bald gewinnt Alec dessen Vertrauen. Eine für beide Seiten gefährliche Freundschaft beginnt. Vor allem für Alec, der immer tiefer in die Organisation eindringt. Denn der hat ein potenziell tödliches Geheimnis.

Mein Eindruck:

Lara Möller ist ein ausgesprochen spannender Thriller gelungen, in dem es zwar Beschreibungen von Gewalttaten gibt, die allerdings nicht so blutig sind, wie in manch anderen Romanen.

Besonders gut haben mir die unterschiedlichen Charaktere gefallen, die die Autorin sehr fein ausgearbeitet hat. Der Leser hat immer die Möglichkeit, sich in die Figuren hineinzuversetzen oder deren Aktionen und Reaktionen vorherzusehen oder zu verstehen. Vor allem die beiden Hauptpersonen sind ihr besonders gut gelungen: Dewari, der seine zwei Gesichter zeigt, sich mal brutal, man sensibel und freundschaftlich zeigt und manipulativ auf seine Mitarbeiter einwirkt und Alec, der nicht immer mit den Entscheidungen, Taten und Aufgaben, die ihm gestellt werden, einverstanden ist, der zeitweise psychisch daran zu nagen hat und an seine Grenzen gerät. Mehr als einmal steht er vor der Entscheidung für oder gegen die Organisation.

Der Schreibstil ist sehr angenehm, gut und flüssig zu lesen. Lara Möller nimmt den Leser von Anfang an mit auf eine spannende Reise nach Detroit, der einst blühenden Stadt der Autohersteller, die, den Beschreibungen nach zu urteilen, mittlerweile heruntergekommen ist. Dennoch bringt sie das ganz besondere Flair, das einer solchen Stadt anhaftet, mit in die Geschichte ein. Einerseits durch die rasanten Fahrten und aufregenden Verfolgungen, die Alec meistert, andererseits durch die Liebe des Protagonisten zu Autos und zum Autoschrauben. Alec arbeitet zu Beginn in einer Kfz-Werkstatt, wo er nach Feierabend einen Impala wieder herrichtet.

Es macht Spaß, Alec bei der Arbeit in der Werkstatt zu beobachten, bei den Fluchtfahrten mit im Auto zu sitzen oder die latent explosive Stimmung zu spüren, die immer dann herrscht, wenn Alec und Dewari zusammentreffen.

Meine Leseempfehlung:

Für alle, die auf Action und Spannung stehen, die auch die Beschreibung von Kampfszenen und Schießereien vertragen, ist das Buch auf jeden Fall zu empfehlen. Auch Leser, die es sonst blutiger mögen, werden ihren Spaß an dem Roman haben. Von mir gibt es satte fünf verdiente Punkte.

Das Buch „Detroit Driver“ von Lara Möller wurde mir vom dp Verlag kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt, was meine Bewertung jedoch nicht beeinflusst hat.

Vielleicht gar nicht so weit weg von der Realität

Gusenberg und Schröder ermitteln in ihrem ersten Fall

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Die Geschichte

Nachdem ein junger Fußballspieler bei einem Autounfall ums Leben kommt, wird der Fall aufgrund der Bekanntheit des Opfers den Sonderermittlern Dr. Emil Gusenberg und Maryanne Schröder zugeteilt. Schnell wird ihnen klar, dass es sich nicht um einen Unfall, sondern um Mord handelt und der Fall hat es in sich. Während ihrer Ermittlungen tun sich immer mehr Abgründe auf und sie stechen bald in ein Wespennest aus Lügen, zerstörten Träumen und Menschen, die für Geld und Ruhm über Leichen gehen. Doch als der einzige Tatverdächtige ermordet aufgefunden wird, rennt den beiden Ermittlern die Zeit davon. Denn ein weiterer Mörder treibt sein Unwesen und hat sein nächstes Opfer bereits im Visier.

Meine Meinung

Eiskaltes Blut haben in diesem Krimi mehrere Leute – nicht nur der Mörder. Da sind vor allem die Funktionäre eines Fußballvereins der ersten Bundesliga zu nennen, die alles dafür tun würden, ihre Mannschaft auf dem Siegertreppchen zu halten. Und mit „alles“ ist auch wirklich alles gemeint. Aber es gibt auch noch Menschen im Umfeld dieses Clubs, die nicht gerade mit den feinsten Manieren glänzen.

Das, was Johannes Maria Stangl in seinem Krimi beschreibt, scheint gar nicht mal so abwegig. Verein und Szenerie sind zwar fiktiv, trotzdem kann man nicht unbedingt Parallelen zu großen, bekannten Fußballvereinen ziehen, aber ausmalen könnte man sich so einiges. Wobei ich den Clubs jetzt nichts unterstellen möchte.

Dass dies das Erstlingswerk des Autors sein soll, kann man sich kaum vorstellen. Die Story ist gut strukturiert, bietet Perspektivwechsel, die die Geschichte noch spannender machen und dem Leser einen kleinen Wissensvorsprung vor den Ermittlern geben. Die Charaktere der beiden Kommissare sind gut durchdacht und beschrieben. Aber auch die Gegenspieler zeichnet Stangl mit gutem Blick in die Psyche und das Verhalten von Menschen. Der Mörder weckt beim Lesen ambivalente Gefühle. Einerseits kann man seine Beweggründe verstehen, andererseits sind seine Reaktionen natürlich nicht hinnehmbar.

Der Schreibstil ist flüssig, die Geschichte spannend verpackt. Das Buch hatte ich in kürzester Zeit durch. Ich habe die Reihenfolge der Bücher mal umgedreht und erst den zweiten Band „Dunkle Pfade“ und dann erst „Eiskaltes Blut“ gelesen. Beide Bände der Gusenberg/Schröder Krimireihe sind in sich geschlossene Geschichten, die man auch ohne Vorkenntnisse lesen kann.

Was mir ein bisschen gefehlt hat, sind die Auflösungen einzelner loser Fäden, sprich Figuren die zwar auftreten, deren Verbleib am Ende aber nicht weiter verarbeitet wird. So hat sich mir beispielsweise die Frage gestellt, was denn aus Maria geworden ist und welche Konsequenzen Esch zu tragen hat. Leider fehlt auch der Hinweis, in welcher Sparte Gusenberg promoviert hat. Medizin ist es nicht, denn er betont immer dass er „nicht so ein Doktor“ sei.

Meine Leseempfehlung

Für Krimi- oder Thrillerfans ist das Buch aus meiner Sicht unbedingt empfehlenswert. Wer schwache Nerven hat oder nach der Darstellung von Gewalttaten nicht schlafen kann, sollte diesen Krimi besser nicht lesen.

Das Buch „Eiskaltes Blut“ von Johannes Maria Stangl wurde mir vom Verlag digitalpublishers  kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt, was meine Bewertung jedoch nicht beeinflusst hat.