Thriller mit vielschichtigen Protagonisten

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Inhalt:

Maxim Fuchs ist Meteorologe, Wettermoderator bei einem Berliner Fernsehsender, glücklich verheiratet und Vater einer kleinen Tochter. Seine Welt ist in Ordnung. Bis eines Abends bei seiner Heimkehr das Haus verlassen vorfindet. Frau und Tochter sind spurlos verschwunden. Kommissarin Sofia Nikolaidis wird mit dem Fall betraut und versucht, die beiden zu finden. Dabei rückt Maxim immer mehr in den Fokus der Ermittlungen und scheint der Kommissarin der Verdächtige schlechthin zu sein. Schließlich ereignen sich im direkten Umfeld des sympathischen Moderators seltsame Unfälle. Aber irgendetwas lässt sie zweifeln.

Gleichzeitig ist sie sehr mit sich selbst und ihrer Nichte, die nach einem tödlichen Unfall der Eltern bei ihr lebt, beschäftigt. Was ihr auf professioneller Ebene gut gelingt, schafft sie im privaten nicht im Geringsten. Statt ihre Nichte, die mit 16 die Schule schwänzt und immer wieder für Tage abtaucht zu suchen und wieder auf den Weg zu bringen, ertränkt sie ihre Nöte im abendlichen Wein.

Meine Meinung:

Marie Kopplin hat aus drei Erzählsträngen, die am Ende ineinander aufgehen, einen spannenden Thriller geflochten. Da ist zum einen Maxim, der seine Familie nicht finden kann und schier verzweifelt. Zumal er dadurch auch im Job unaufmerksam ist. Außerdem tauchen Nachrichten auf, die er angeblich geschrieben hat, an die er sich aber nicht erinnern kann. Unfälle passieren und es gibt einen Mord. Alles deutet auf Maxim als Verursacher. Mit der Zeit zweifelt er an sich selbst. Ist er schizophren? Oder spielt ihm jemand einen üblen Streich?

Kommissarin Sofia Nikaloidis sieht ermittelt in alle Richtungen und kommt doch immer wieder auf den Familienvater als Hauptverdächtigen. Dass ihre durch den Unfall der Eltern verstörte Nichte in den Fall verstrickt sein könnte, kommt ihr nicht in den Sinn.

Und dann ist da noch eine Person. Ein Junge, von dem weder der Name noch seine Rolle genannt werden. Erst im letzten Drittel wird er personalisiert. Spätestens ab diesem Zeitpunkt wird die Geschichte für den Leser durchschaubar, dennoch verliert der Roman nicht viel an Spannung. Denn auch wenn man sich jetzt den Rest zusammenreimen kann, bleibt doch noch zu ergründen, wie sich der Showdown entwickelt.

Der Thriller ist spannend, aber nicht blutrünstig. Für Leser mit schwachen Nerven dürfte er gerade noch so durchgehen, für Hardcorefans ist die Story eher ein Krimi.

Fazit:

Die Autorin hat mit „Dunkler Sommer“ einen wirklich fesselnden Thriller veröffentlicht. Der Schreibstil ist flüssig und leicht zu lesen, die Protagonisten präsentieren sich vielschichtig. Dass man doch schon relativ früh hinter das Geheimnis kommt, ist schade. Da hätten noch ein paar irreführende Hinweise eingestreut werden können. Trotzdem konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen.

Meine Leseempfehlung:

Von mir gibt es viereinhalb Sterne. Den halben Stern ziehe ich für das frühe Durchschauen der Story ab.

Das Buch „Dunkler Sommer – Ich kenne dein Gesicht “ von Marie Kopplin   wurde mir vom dp Verlag kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt, was meine Bewertung jedoch nicht beeinflusst hat.

Spannend ganz ohne Gewalt und Blut

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Inhalt:

Kari Lürsen hat als Ermittlerin des BKA einen Undercover-Einsatz versemmelt und wurde daraufhin vom Dienst suspendiert. Sie verkriecht sich in der leerstehenden Kate ihres verstorbenen Großvaters, um sich die Wunden zu lecken. Doch dazu kommt sie nicht. Denn bei ihrer Ankunft erfährt sie, dass ihre Schulfreundin Wiebke sich das Leben genommen hat. Ein Ereignis, das so gar nicht zu der immer fröhlichen Wiebke passt, die sie gekannt hat. Kari kommen Zweifel, sie beginnt, nach Antworten zu suchen und deckt dabei Geheimnisse ihrer beiden verbliebenen Schulfreundinnen auf. Auch der Wirt der „Blauen Möwe“ erscheint ihr suspekt. Wenngleich er auch einen gewissen Reiz auf sie ausübt.

Meine Meinung:

Cornelia Härtl hat mit „Tod auf Föhr“ einen authentischen Krimi herausgebracht, der komplett ohne Gewalt auskommt und sein Augenmerk auf die Ermittlung und das Lösen von Rätseln legt. Häppchenweise gibt sie Erkenntnisse frei, lässt Kari und damit auch den Leser einen Blick hinter Kulissen und in Familien hineinwerfen. Dabei werden alle als Menschen mit alltäglichen Problemen dargestellt, mit denen sich die Leser voll identifizieren können. Obwohl: Nicht alle Probleme sind alltäglich. Das stellt sich mit der Zeit heraus.

Kari ist der Autorin als Protagonistin sehr gelungen. Die suspendierte Ermittlerin pendelt zwischen verschiedenen Gefühlswelten hin und her, ist mal verzweifelt, weil ihr Chef nichts von sich hören lässt, mal gefangen in ihren Zweifeln an Wiebkes Tod und dann wieder die toughe Ermittlerin, die das Rätsel lösen will. Die psychischen Wechselbäder, die Kari durchmacht, zeigen die gute Recherchearbeit und Fantasie der Autorin.

Auch das Lokalkolorit der Nordseeinsel und die Mentalität der Bewohner vermittelt die Schreiberin sehr authentisch. Da bekommt man so richtig Lust, mal Urlaub auf dem Eiland zu machen. Ihr Schreibstil ist eingängig und flüssig zu lesen. Der Spannungsbogen wird vom Anfang bis zum Ende gehalten. Und das ganz ohne ständig lauernde Gefahr oder Gewalt.

Fazit:

Der Krimi kommt mit nur wenigen Protagonisten aus. Etwa zehn kommen figürlich vor, zwei werden nur erwähnt. Das sind Karis Mutter und ihr Chef, die allerdings auch, wenngleich nur eine nebensächliche Rolle spielen. Dass die Autorin nicht näher auf den Grund der Suspendierung eingeht, finde ich absolut in Ordnung. Sie hätte sich vielleicht sonst zu sehr verzettelt. Der Grund für Kari Beurlaubung ist für die Story nicht wichtig. So ist sie dem roten Faden gefolgt, den sie ausgelegt hat und der für die Entwicklung der Geschichte notwendig ist. Dafür hätte ich mir einen genaueren Hintergrund für Bents seltsames Verhalten gewünscht. Es wird zwar angerissen, bleibt aber doch etwas oberflächlich. Nach dem, was der Leser erfährt, müsste der Wirt keine Angst vor juristischen Folgen haben. Das sollte schon verjährt sein.

Das Ende bleibt offen. In einem zweiten Band könnte die Autorin die weitere beruflich Entwicklung Karis aufgreifen und auch die Geschichte mit und um Bent weiter entwickeln.

Meine Leseempfehlung:

Für Krimifans ein absolutes Muss. Selbst Freunde des Thriller-Genres, zu denen ich mich eigentlich zähle, kommen auf ihre Kosten. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen und hatte es in kürzester Zeit durch. Gerne vergebe ich hier fünft Sterne.

Das Buch „Tod auf Föhr “ von Cornelia Härtl wurde mir vom dp Verlag kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt, was meine Bewertung jedoch nicht beeinflusst hat.

Meine Erwartungen wurden leider nicht erfüllt

Eher ein unblutiger Krimi als ein Thriller

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Hazel ist erfolgreiche Theaterschauspielerin. Nach Jahren auf der Bühne möchte sie sich neuen Aufgaben zuwenden und erwägt, als Schauspiellehrerin zu arbeiten. Obwohl niemand davon weiß, werden ihr die letzten Tage im Theater schwer gemacht, was sie in ihrer Entscheidung nur bestärkt. Sowohl im Schauspielhaus als auch zu Hause findet sie immer wieder bedrohliche Nachrichten, die ihr einerseits zusetzen, sie andererseits aber dagegen aufbegehren lassen. Zumindest in ihren Gedanken. Dabei hat sie ihre junge Kollegin Pia im Verdacht, während Elliot immer zudringlicher wird und ihr Angst macht. Ihre ehemalige Schauspiellehrerin Orla, von der sie sich Unterstützung bei der Umsetzung ihrer Berufspläne erhofft, macht sie nur immer wieder nieder. Mit der Zeit spitzt sich die Lage zu, die Bedrohungen werden mehr, bis es zum Eklat und unerwarteten Ende kommt.

Meine Meinung:

Antonia Richter hat sich ein gutes Thema vorgenommen. Mobbing und Stalking sind heutzutage fast schon normal, die Opfer, oft nicht in der Lage  sich zu wehren, leiden und werden krank. So geht es auch Hazel. Die anfangs kleinen Piesackereien und Botschaften steckt sie noch weg. Mit der Zeit allerdings reagiert ihr Körper mit Migräneattacken.

Das Verhalten der Schauspielerin, in deren Psyche die Autorin tiefe Einblicke gestattet, ist allerdings nicht immer verständlich. Sie hat Angst und ist verunsichert, geht aber nach der Abendvorstellung mitten in der Nacht von der Bushaltestelle eine Abkürzung von rund einem Kilometer durch den Wald nach Hause. Wer macht so etwas? Ein ängstlicher Mensch – vor allem eine Frau – würde nachts niemals alleine durch einen Wald gehen. Schon gar nicht so eine lange Strecke. Sie würde eher den längeren Weg nehmen und sich auf beleuchteten Straßen bewegen.

Und würde sich eine Frau nicht gegen die Mobbing-Attacken wehren und dem zudringlichen Kollegen Einhalt gebieten? Nicht unbedingt. Das hat Antonia Richter ganz gut beschrieben. Die meisten Opfer ziehen sich eher in sich zurück und machen das mit sich aus.

Aber spätestens nachdem in ihr Haus eingebrochen wird, hätte Hazel reagieren müssen. Nicht nur mit neuen Schlössern, die sie hat einbauen lassen, sondern mit einer Anzeige bei der Polizei. Das tut sie aber nicht. Ihr Mann, der sich auf Geschäftsreise befindet, nimmt sie nicht ernst, wiegelt ab und ist ihr somit auch keine Hilfe.

All das könnte man so richtig spannend verarbeiten. Leider nehmen Längen, in denen sich die Protagonistin gedanklich immer wieder um sich selbst dreht, die Spannung fast komplett raus. Für den Leser sind die ständigen Gedanken fast schon Wiederholungen – nur mit anderen Worten.

Das Ende und der Täter/die Täterin haben mich dann aber doch überrascht. Das hatte ich so nicht im Verdacht. Ein Pluspunkt für die Autorin. Allerdings wirkt die Geschichte dann doch konstruiert.

Fazit:

Das Thema Stalking und Mobbing ist eigentlich ein sehr dankbares, das Autoren unglaublich viele Möglichkeiten bietet, einen wirklich spannenden Thriller zu entwickeln. Leider ist das an der Autorin vorbeigegangen. Da hat sie viel Potenzial verschenkt. Vielleicht überarbeitet sie ihr Buch irgendwann noch einmal und baut noch einen durchgehenden Spannungsbogen ein.  Möglichkeiten bietet die Geschichte zur Genüge.

Meine Leseempfehlung:

Ich würde den Roman nicht als Thriller bezeichnen. Es handelt sich hier eher um einen unblutigen Krimi – und auch das nicht wirklich. Eine Einordnung fällt mir schwer. Für Leser mit schwachen Nerven ist der Roman sicherlich interessant. Wer einen Thriller erwartet, wie er auch durch das Cover impliziert wird, wird enttäuscht sein.

Von mir gibt es drei Sterne für die Idee, die Aufarbeitung des Themas und ihren flüssigen, gut lesbaren Schreibstil.

Das Buch „Ich sehe, was du tust “ von Antonia Richter wurde mir vom dp Verlag kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt, was meine Bewertung jedoch nicht beeinflusst hat.

Viel Potenzial verschenkt

Die Totenzeichnerin von Raiko Oldenettel

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Eine junge Krankenschwester löst mithilfe ihrer obskuren Leidenschaft kurz nach dem ersten Weltkrieg eine Reihe von Mordfällen. So könnte man die Geschichte zusammenfassen, die sich um Minna Dahl dreht. Die junge Frau liebt es Leichen zu zeichnen und ihnen damit das Unheimliche des Todes zu nehmen. Dass das 1919 nicht gern gesehen ist, kann man sich vorstellen. Minna wird, als sie erwischt wird, aufs Land versetzt, um den kriegsversehrten Paul Frauenlob zu versorgen, der an einer Schlafkrankheit leidet. Als es dort einen Mordfall gibt, zeichnet sie das Opfer heimlich und wird natürlich erwischt. Diesmal kann sie aber durch ihre Beobachtungen, die sie während des Zeichnens an den Toten gemacht hat, nicht nur diesen Mord, sondern eine ganze Reihe, die damit zusammenhängt, aufklären.

Meine Meinung:

Die Geschichte hat Potenzial. Die Kombination von Thriller und Historischem Roman kann, wenn sie gut ausgearbeitet ist, richtig gut und spannend sein. Und auch aus der zugegeben morbiden Idee, die Hauptfigur leidenschaftlich Leichen zeichnen zu lassen, hätte sich was machen lassen. Leider hat es der Autor nicht geschafft, diese Mischung herzustellen, sie dem Leser zu verdeutlichen und ihn damit in den Bann zu ziehen. Nach einem spannenden, düsteren Beginn flacht die komplette Geschichte leider stark ab und beginnt schon bald, sich zu ziehen. Zwar flammt immer mal wieder ein bisschen Spannung auf, aber der Bogen hält nicht durch.

Der Kern der Geschichte, die Leidenschaft, Leichen zu zeichnen und das Faible für detektivische Arbeit kamen leider nicht bei mir an. Auch die Auflösung der Morde hat mich nicht überzeugt. Die Protagonisten haben mich nicht sich gewinnen können. Lediglich der Studienrat zeigte sympathische Seiten.

Fazit:

Schade, der Autor hat hier viel verschenkt. Da hat er sicherlich noch mehr auf dem Kasten. Denn die Ansätze sind da. Vielleicht überarbeitet er die Geschichte auch noch einmal und achtet etwas mehr auf den Spannungsbogen und die Plausibilität der Handlungen einzelner Personen.

Meine Leseempfehlung:

Von mir gibt es leider nur drei Punkte.

Das Buch „Die Totenzeichnerin“ von Raiko Oldenettel wurde mir vom dp Verlag kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt, was meine Bewertung jedoch nicht beeinflusst hat.

Hass, Morde, Mobbing und schwierige Charaktere

Moorgrab von Eva-Maria Silber

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Die Story:

Der junge Lukas Bauer untersucht mithilfe eines Angler Sonars das Tote Moor des Steinhuder Meers. Er hofft darauf, ein Rätsel zu lösen, das ihn schon länger beschäftigt. Doch bevor er das gewünschte Ergebnis bekommt, wird er mit einem Kopfschuss getötet.

Kriminalhauptkommissar Torben Montag und die junge Beamtin Effi Lu, die gemeinsam die Cold Case Unit Hannover bilden und alte nie aufgeklärte Fälle lösen sollen, kommen als erste an die Fundstelle. Bald darauf trifft auch Karen Austerlitz vom LKA ein, die den Tod des jungen Mannes aufklären soll. Effi Lu, die niemand ernst nimmt, entdeckt das Angler Sonar und löst damit eine weitere Suche im Moor aus. Gefunden werden zwei Fahrzeuge, beide sind im Kofferraum mit Steinen vollgepackt, in den Autos sitzen einmal zwei und einmal drei Leichen. Die Fahrersitze sind allerdings leer, die Leichen wurden vor ihrem Tod gefesselt. Alles deutet auf Jahrzehnte alte Morde hin.

Somit ergibt das Szenario einen Ermittlungsansatz für das LKA im Fall Lukas Bauer und einen im Fall der Moorleichen für die Cold Case Unit. Dass beides zusammenhängen muss, wird schnell klar. Dennoch gestaltet sich die Zusammenarbeit der beiden Einheiten mehr als schwierig. Denn Karen Austerlitz ist eine verflossene Liebschaft des Weiberhelden Montag, der die Beziehung vor Jahren einfach durch einen Abgang beendet hat. Doch Montag hat nicht nur mit der LKA-Beamtin zu kämpfen. Seine früheren Kollegen, seine Frau, die sich von ihm getrennt und sein Konto geplündert hat und sogar der frühere Dienststellenleiter machen ihm das Leben schwer. Das Ermittlerteam des LKA mobbt ihn, indem er nur als Monday angesprochen und bei jedem Zusammentreffen mit der gepfiffenen Melodie von „I don’t like Mondays“ der Gruppe The Boomtown Rats begrüßt wird.

Effi Lu wird erst gar nicht ernst genommen, nur belächelt. Mit gerade mal 1,63 Metern Körpergröße hat sie die Mindestgröße für den Polizeidienst gerade so erreicht, sie ist schüchtern und unscheinbar. Ihr werden sämtliche Kompetenzen abgesprochen.

Die beiden sind Außenseiter, mit denen niemand zusammenarbeiten will. Selbst Montag lehnt seine neue Partnerin anfangs ab. Doch sie hat einen sehr wachen Verstand und eine gute Kombinationsgabe. Die beiden wachsen zu einem Team zusammen und kommen bei der Lösung des Falles dem Täter auf die Spur.

Meine Meinung:

Der Schreibstil von Eva-Maria Silber hat mir ganz gut gefallen. Die nicht gerade einfachen Charaktere der Protagonisten sind gut ausgearbeitet, lassen den Leser zwischen Abneigung, Mitleid und Anerkennung schwanken. Das Thema Mobbing hat die Autorin meiner Meinung nach sehr gut eingearbeitet. Einige Rezensenten finden das beschriebene Verhalten der Kriminalbeamten zu dick aufgetragen. Doch leider ist Mobbing in allen Bereichen und auch bei der Polizei mittlerweile Alltag. Warum also dieses Verhalten nicht aufgreifen und die Leser dazu bringen, eigenes Benehmen oder das von Kollegen zu reflektieren?

Mich hat etwas ganz anderes gestört. Torben Montag bekommt den Spitznamen „Monday“ verpasst. Die Autorin wechselt ständig zwischen den beiden Namen. Das irritiert. Besser wäre: Im Verlauf der Erzählung bei Montag zu bleiben und immer, wenn er angesprochen wird, Monday zu verwenden. So ist der Gebrauch unkoordiniert und besonders anfangs verwirrend.

Dem Täter war ich schon recht früh auf der Spur. Allerdings wollte ich die Hintergründe wissen, die jemanden dazu bringen, Menschen umzubringen. Die, zusammen mit dem Showdown, waren mir dann aber doch zu konstruiert und an den Haaren herbeigezogen. Das hätte sich vielleicht auch anders lösen lassen.

Fazit:

Im Großen und Ganzen hat mir der Plot gut gefallen. Eva-Maria Silber erzählt unterhaltend, den Spannungsbogen zieht sie schon früh hoch und hält ihn auch bis zum Schluss. Das Verhalten der einzelnen Figuren ist nicht immer nachvollziehbar. Sei es die Alkoholsucht des Kommissars, Effi Lu’s Alleingänge oder der übertriebene Hass, mit dem Karen Austerlitz ihrem ehemaligen Liebhaber begegnet. Aber es sind eben schwierige Charaktere, die hier aufeinandertreffen.

Meine Leseempfehlung:

Von mir gibt es vier Sterne. Der Plot ist spannend, der Leser bekommt einen guten Einblick in das Privatleben der Protagonisten, was so manche Verhaltensweisen erklärt. Das Thema Mobbing ist meines Erachtens gut und deutlich ausgearbeitet und regt zum Nachdenken an. Den einen Stern ziehe ich für die konstruierte Mordursache und den etwas an den Haaren herbeigezogenen Showdown, sowie für die ständigen Wechsel zwischen Nachnamen und Spitznamen des Hauptkommissars, also zwischen Montag und Monday, ab.

Das Buch „Moorgrab “ von Eva-Maria Silber wurde mir vom dp Verlag kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt, was meine Bewertung jedoch nicht beeinflusst hat.

Zwei Fälle die zusammenhängen?

Der wohl letzte Band der Christopher Diecks-Reihe überzeugt wieder

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Privatdetektiv Christopher Diecks hat es im dritten Band der Reihe gleich mit zwei Fällen zu tun, die sich mehr oder weniger gleichzeitig an einem Ort ereignen. In Hamburg hat ein Unternehmen mehrere alte Bunker aufgekauft und so umgebaut, dass Gruppen und Bands Proberäume zur Verfügung stehen. Christopher, sein Chef Martin und Kollege Andi sollen mehrere Einbrüche in diese Bunker aufklären. Als auch noch Benni, Mitglied einer Band, brutal zusammengeschlagen wird und im Krankenhaus landet, ergibt sich der zweite Fall. Dabei machen die Reaktionen dessen Eltern Christopher misstrauisch. Er beginnt auf eigene Faust zu ermitteln und entdeckt dunkle Geheimnisse und Machenschaften.

Meine Meinung:

Nachdem ich schon die ersten beiden Bände gelesen habe, war es für mich fast wie ein Nachhausekommen. Ich habe mich in und mit der Story gleich wohlgefühlt. Als würde ich gute Freunde besuchen und mir deren Geschichten anhören.

Den Schreibstil von Lara Möller finde ich sehr angenehm. Ohne Schnickschnack und Schnörkel, trotzdem unterhaltend und kein bisschen trocken. Die Arbeit der Privatdetektive beschreibt sie sehr realistisch. Manchen mögen die Observationsszenen zu langatmig sein. Aber genau so laufen die auch ab. Ich habe einen sehr guten Einblick in den Alltag von Polizeibeamten und habe da genau diese Beschreibungen gehört. Warum also sollte man dies nicht auch mal in einem Roman beschreiben und damit aufzeigen, womit sich Ermittler jeglicher Couleur herumschlagen müssen.

Die Protagonisten sind vertraut, es ist schön zu sehen, wie sie sich weiterentwickeln. Die Tatbeteiligten – ganz gleich, ob Täter oder Opfer – sind gut beschrieben. Der Leser spürt das Dilemma, in dem sie teilweise stecken, kann selbst eigentlich unverständliches, verantwortungsloses Verhalten nachempfinden.

An Christopher gefällt mir weiterhin, dass er Nerven zeigt, Blessuren davonträgt und mit verdreckten Klamotten aus einem Einsatz kommt. Anders als in manchen anderen Romanen, in denen die Helden grundsätzlich auch als solche auftreten und ganz ohne Verletzungen und Angst und mit glatt gebügeltem Anzug durch die Ermittlung wandern.

Fazit:

Ich finde auch den dritten Band gelungen. Dass es der letzte der Reihe sein soll, finde ich einerseits sehr schade. Ich hätte gern noch mehr davon gelesen. Andererseits ist die Entscheidung der Autorin vielleicht auch gar nicht schlecht. Bei zu vielen Bänden besteht schnell die Gefahr, langweilig zu werden oder sich zu wiederholen. Mit Christopher Diecks hat sie eine Figur geschaffen, die zu toppen allerdings eine Herausforderung sein dürfte. Ich bin jetzt schon gespannt, welche Geschichten und Figuren die Autorin als nächstes entwickelt.

Meine Leseempfehlung:

Ich kann eine klare Leseempfehlung geben. Die Christopher Diecks Bände sind keine reißerischen Thriller, sondern eher gediegene Krimis mit angenehmem Spannungsbogen und leichter, unterhaltsamer Erzählweise. Die Bände können auch problemlos unabhängig voneinander gelesen werden. Bezüge zu Vorgeschichten werden immer kurz erläutert.

Das Buch „Dunkles Spiel “ von Lara Möller wurde mir vom dp Verlag kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt, was meine Bewertung jedoch nicht beeinflusst hat.

Ein Ermittler mit dem besonderen Auge fürs Detail

„Sünderblut“ von Christoph Heiden – der erste Fall für Henry Killmer

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Die Geschichte:

Die Polizisten tappen lange im Dunkeln. Es gibt einfach zu wenig Hinweise. In der Zwischenzeit meldet ein Mann seine Frau als vermisst.

In einem Fluss wird die Leiche eines Schlägers gefunden, der seit einigen Tagen von der Polizei gesucht wird. Gemeinsam mit einem Kumpel und einer Freundin hat er einen Mann nach einem Barbesuch brutal zusammengeschlagen. Wer war der Schläger und wo hat er sich die letzten Tage aufgehalten? Und woher kommt das eingeritzte Zeichen am Fuß, das nur Kommissar Henry Killmer als Zeichen sieht?

Was die Ermittler unter anderem am Ende Dank des verbohrt wirkenden Henry Killmer herausfinden, sei hier nicht verraten. Nur so viel: Seine Kollegin, Linda Liedke macht sich Sorgen um ihn und teilt ihre Meinung nicht immer mit ihm.

Mein Eindruck:

Die beiden Ermittler könnten unterschiedlicher nicht sein. Henry Killmer ist solo und lebt für seine Arbeit, er ist Teetrinker und schleppt ein Geheimnis aus seiner Jugend mit sich herum. Linda Liedke ist verheiratet und Mutter und ist der Meinung, dass die Arbeit im Privatleben nicht zu suchen hat. Das ist dann aber auch schon so ziemlich alles, was man über die beiden Ermittler erfährt. Da hätte der Autor noch ein bisschen mehr zufüttern können. Es ist zwar ganz angenehm, wenn die Psyche der Polizisten nicht im Mittelpunkt steht, aber etwas mehr Charaktertiefe schadet nicht.

Was den Täter angeht, der bald als Serientäter gehandelt wird, hüllt sich der Autor lange in Schweigen, gibt nur hier und da kleine Häppchen preis, die den Leser dann am Ende doch in die falsche Richtung führen.

Der Spannungsbogen dürfte etwas weiter gespannt werden. Allerdings handelt es sich bei dem „Sünderblut“ auch eher um einen Krimi als einen Psychothriller. Der Schluss mit der Auflösung kommt allerdings etwas plötzlich.

Das ungleiche Ermittlerpaar hat mir gut gefallen. Die erfahrene Kriminalistin und das Greenhorn mit dem besonderen Auge für Details und der Vorliebe für spektakuläre Kriminalfälle der Vergangenheit ergänzen sich ganz gut.

Meine Leseempfehlung:

Für alle, die gern Tatort schauen respektive Krimis mögen, die nicht gar so schlafraubend sind, ist „Sünderblut“ von Christoph Heiden absolut empfehlenswert. Miträtseln lohnt sich.

Das Buch „Sünderblut “ von Christoph Heiden wurde mir vom dp Verlag kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt, was meine Bewertung jedoch nicht beeinflusst hat.

In dieser Reha-Klinik stimmt was nicht

Inselmord von Alice Spogis

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Sie begibt sich zur Reha auf die Insel Juist, um ihr Leben wieder in die richtige Spur zu bringen und erlebt die Hölle. Ella Brandt, die sich als freie Journalistin in Münster durchschlägt setzt ihre ganze berufliche Neugier ein, um gemeinsam mit dem Mitpatienten Lysander Falk zwei Tode aufzuklären, die anfänglich als Suizide gelten. Eines ist ihr schnell klar: In dieser Klinik stimmt was ganz und gar nicht.

Mein Eindruck

Mir hat der Roman ganz gut gefallen. Es geht nicht unbedingt blutrünstig zu. Vielmehr spielt Alice Spogis  mit der Psyche der Protagonisten. Dennoch müssen Ella  und Lysander einige Angriffe einstecken, die nicht gerade sanft verlaufen. Dass die Story in einer Psycho-Klinik stattfindet, macht die Geschichte in meinen Augen nur noch spannender. Denn jede Figur, die hier vorkommt, hat so ihre Probleme, die sie verdächtig machen. Selbst das Personal ist davon nicht ausgenommen.

Nur langsam lässt die Autorin Informationen raus, die dem Leser bei den Ermittlungen helfen können, was das Ganze am Anfang etwas zäh erscheinen lässt. Sie führt aber auch gern auf falsche Fährten. Doch wer aufmerksam liest, kommt dem Täter relativ schnell auf die Schliche. Zumindest hatte ich schon früh einen Verdacht. Ohne jedoch das Motiv zu finden.

Erzählt wird die Geschichte aus zwei Perspektiven – aus Ellas und aus Lysanders Sicht, wobei Ella die Ich-Form, Lysander die Er-Form zugeschrieben wurde. Anfangs ist diese Art vielleicht ein wenig ungewohnt. Man muss sich erst daran gewöhnen. Genauso wie an die ruppig erscheinende Art Ellas. Dabei sind gerade Ellas Gedanken von abgrundtiefem Sarkasmus geprägt, der sie anfangs vielleicht etwas arrogant oder überheblich erscheinen lässt. Dabei scheint mir die Art eher ein Versuch der Protagonistin zu sein, nicht zu viel an sich ranzulassen und sich zu schützen. Doch wenn man sich erst einmal eingelesen hat, zieht Alice Spogis  den Leser immer tiefer in den Bann.

Gestört haben mich Fremdwörter wie „Miasma“ (laut Wiktionary aus dem Altgriechischen = übler Dunst, Verunreinigung, Synonym: Gifthauch, Pesthauch). Ich kenne mich mit Fremdwörtern eigentlich gut aus. Wenn ich dann erst einmal nachschlagen muss, um die Bedeutung eines Wortes zu finden, verliert das Buch an Lesefluss und Lese-Spaß. Der E-Book-Reader bietet zwar die Möglichkeit, sich mit einem Fingerdruck eine Erklärung liefern zu lassen, doch wird man dadurch aus der Handlung herausgerissen. Eine einfachere Sprache, die jeder versteht, ist manchmal besser.

Bei Inselmord handelt es sich nicht um die übliche Form eines Krimis oder Thrillers, bei dem die Spannung von Anfang an über die gesamte Lesedauer anhält. Vielmehr baut sich der Bogen langsam auf, der Leser wird eher zum Knobeln und Kombinieren angeregt. Es lohnt sich auf jeden Fall, bis zum Ende dran zu bleiben.

Meine Leseempfehlung:

Wer sich gern mit der menschlichen Psyche befasst, keine Unmengen am Blut und durchgeknallte Serienmörder für den Kick benötigt, wird mit diesem Buch seine Freude haben. Ich hatte es innerhalb von vier Tagen durch.

Das Buch „Inselmord “ von Alice Spogis  wurde mir vom dp Verlag kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt, was meine Bewertung jedoch nicht beeinflusst hat.

Ambivalenz einer Rezensentin

Rezept zum Mord von Eduard-Florian Reisigl

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Die Geschichte:

Christof Weinkeiler ist ein Sternekoch aus Östereich, der ins Elsass umgesiedelt ist, um dort eine Kochschule zu eröffnen. Doch irgendwie scheint er Leichen anzuziehen. Bei einem Ausflug ins Naturschutzgebiet Grand Ried, wo er frischen Bärlauch sammeln will, stolpert er förmlich über einen Toten. Bis die alarmierte Polizei, die er am Parkplatz abholt und zum Tatort lotst, vor Ort ist, ist die Leiche jedoch verschwunden. Dafür trifft er nachts auf der Straße eine orientierungslose junge Frau, die an Amnesie leidet und die er vorläufig bei Freunden unterbringt.

Mein Eindruck:

Man nehme ein bisschen Kochbuch, etwas Reiseführer und eine Prise Krimi – so könnte man die Geschichte, die Eduard-Florian Resigl zusammenfassen. Was es mir aber auch schwer macht, das Buch zu bewerten. Einerseits erfährt man viel über das Elsass, die Kultur, die Geschichte, die Region, die Mentalität und die Küche, wobei der Autor, der tatsächlich Koch ist, viele Rezepte verrät und am Ende des Buches nochmal zusammengefasst freigibt. Andererseits aber soll das ein Krimi sein. Und da sind mir manche Passagen einfach zu langatmig. Mir fehlt die Spannung. Irgendwie findet der Krimipart nur nebensächlich statt.

Die Charaktere sind sehr eigenwillig und keinesfalls aus einem Einheitsbreiguss, was mir wieder gefällt. Auch wenn ich nicht jeden der einzelnen Typen mochte. Sympathisch ist die Hauptfigur Christof Weinkeiler. Er ist äußerst gastfreundlich, verwöhnt seine Gäste – ganz gleich ob eingeladen oder überraschend eingetrudelt – mit kulinarischen Köstlichkeiten. Problemlösungen sucht er im Gespräch, Streit geht er möglichst aus dem Weg. Typisch ist der Aperitif, den es vor jeder Mahlzeit gibt. Was mich irritiert hat sind die Freunde und Nachbarn, die jederzeit bei Christof einfallen und erwarten, von ihm verköstigt zu werden. Der Dorfpolizist, der in dem Fall ermittelt ist ein sonderbarer Kauz. Einerseits möchte er, dass Christof sich aus den Ermittlungen raushält, andererseits verrät er ihm Ermittlungsergebnisse und bittet um seine Hilfe.

Der Mordfall selbst ist meiner Meinung nach ein bisschen sehr konstruiert. Da dürfte sich der Autor noch etwas mehr an Feinheiten einfallen lassen. Vielleicht den Mord und die Lösung im Vorfeld der Arbeit schon skizzieren und sich überlegen, ob der Plot halbwegs realistisch erscheint. Im Gegensatz zu den Hardcore-Thrillern, bei denen es ruhig etwas überzogen sein darf, sollte die Tat bei einem derart gemütlichen Tempo umso realistischer sein. Zumal die Rahmenhandlung gemütlich angelegt ist und die beschriebene Region tatsächlich so existiert.

Ich lebe im Prinzip genau gegenüber des Schauplatzes auf der deutschen Rheinseite und bin oft im Elsass unterwegs. Beispielsweise auf einem der unzähligen sonntäglichen Flohmärkte. Von daher kenne ich mich in der Region recht gut aus und kann die Charakterisierung der Bevölkerung nur bestätigen. Sowohl das gemütlich Freundliche als auch das Ablehnende, das Deutsche und Deutschsprachige – allerdings nur noch selten – erleben können. Auch der obligatorische Aperitif und das gemeinschaftliche Essen in großer Runde, das man sogar auf den Flohmärkten beobachten kann, gehören zum elsässischen aber auch französischen Lebensstil.

Dafür stören mich unlogische Abläufe. In einem Fall ist es beispielsweise fast Mitternacht, im weiteren Zeitverlauf ist es knapp fünf Minuten später, gleichzeitig aber zwei Stunden zu früh, um in einen Geburtstag hinein zu feiern – also erst 22 Uhr. In einem anderen Fall fährt Christof von Marckolsheim ins Grand Ried und, nachdem die Polizei ihn vom Tatort entlässt, startet er nach Hause in Richtung Straßburg. Straßburg liegt aber nördlich des Tatorts, Marckolsheim südlich, beide Städte sind rund 60 Kilometer voneinander entfernt. Er hätte also in Richtung Süden nach Marckolsheim fahren müssen. Und das im Buch genannte „Nachbardorf“ Sand liegt tatsächlich 30 Kilometer von Marckolsheim entfernt. So locker besiedelt ist das Elsass nun doch nicht, dass die Gemeinden so viel Abstand voneinander hätten.

Ich würde mir vom Autor und vom Lektorat wünschen, dass Fakten die nachprüfbar sind, wie beispielsweise die geografischen Gegebenheiten oder eben Zeitabläufe etwas genauer recherchiert bzw. überprüft werden.

Meine Leseempfehlung:

Für alle, die es gemütlich mögen ist der Elsass Krimi empfehlenswert. Schlaflose Nächte gibt es danach nicht. Obwohl mir die Spannung gefehlt hat, hat mich das Buch unterhalten. Der Schreibstil ist eingängig und – sieht man von den unlogischen Abläufen ab – gut zu lesen. Und wie gesagt: Man erfährt viel über Kultur, Geschichte und Küche der Region sowie die Mentalität der Elsässer. Von daher gibt es von mir dreieinhalb Sterne.

Das Buch „Rezept zum Mord “ von Eduard-Florian Reisigl  wurde mir vom dp Verlag kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt, was meine Bewertung jedoch nicht beeinflusst hat.

Authentisch und glaubwürdig

Unter dem Eis von Lara Möller

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Christopher Diecks hat sich nach seinem ersten gelösten Fall als Privatdetektiv voll und ganz auf die neue Herausforderung eingelassen und hat seinen Job beim Umzugsunternehmen gekündigt. Im Restaurant seines Stiefvaters hilft er hin und wieder weiterhin aus.

Eigentlich soll er in seinem neuen Fall den Stalker und Erpresser einer Bauunternehmerin finden. Die Managerin hatte sich auf ein Liebesabenteuer eingelassen und wird nun von ihrem ehemaligen Liebhaber unter Druck gesetzt. Doch es kommt ganz anders als Christopher denkt und der Leser erwartet. Sein Weg führt zunächst über eine junge Frau die gesucht wird. Der anfangs ganz einfach erscheinende Fall wird am Ende nicht nur knifflig, sondern auch gefährlich für den jungen Ermittler.

Mein Eindruck:

Christopher hat aus den Erfahrungen seines ersten Falls gelernt. Und trotzdem tappt er immer wieder in Fallen oder bringt sich selbst in Gefahr. Dennoch bringt ihn seine Beharrlichkeit und seine Spürnase auch dieses Mal wieder ans Ziel. Auch wenn das am Ende nicht so aussieht, wie er es sich erhofft.

Lara Möller hat auch in ihrem zweiten Christopher-Diecks-Band wieder ihrer Fantasie freien Lauf gelassen, wenngleich sie den Showdown am Ende nicht ganz so spektakulär, dafür aber glaubwürdiger gestaltet und somit eine schöne runde Geschichte entwickelt hat. Der Erzählstil ist, wie schon im ersten Band, leicht und unterhaltsam, der Spannungsbogen reicht vom Anfang bis zum Ende. Und auch dieses Mal ist der Täter ein ganz anderer, als erwartet.

Was mir am Charakter des Christopher Diecks gut gefällt ist die Natürlichkeit. Er ist kein Superheld, der Schläge ohne Ende kassiert, um dann im knitterfreien Outfit und komplett ohne Blessuren vom Schauplatz weggeht und dabei noch den bösen Schläger abführt. Im Gegenteil. Er schreit, wenn er Schmerzen hat, liegt am Boden, wenn ein Schlag ihn außer Gefecht setzt, hat Angs, zeigt Nerven und Gefühle.

Meine Leseempfehlung:

Für alle, die einen spannenden Krimi ohne übermäßiges Blutvergießen dafür aber mit viel Mitdenken und Rätseln liebt, liegt bei der Christopher-Diecks-Reihe genau richtig.

Das Buch „Die Spur des Todes“ von Lara Möller wurde mir vom dp Verlag kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt, was meine Bewertung jedoch nicht beeinflusst hat.