Ein Diamant, der Leben fordert

Ein neuer spannender Fall für Sebastian St. Cyr

Die Geschichte:

Sebastian St. Cyr wird in seinem neuen Fall gebeten, in einem Mordfall zu ermitteln. Das Opfer: Daniel Eisler, berüchtigter Diamantenhändler mit Kontakten in die obersten Gesellschaftskreise. Verschwunden ist ein großer äußerst seltener blauer Diamant.  Russel Yates der, über die Leiche gebeugt angetroffen wurde, wird als Mörder festgenommen. Somit scheint der Fall gelöst. Allerdings hat Sebastian da so seine Zweifel. Der Gatte seiner früheren Geliebten Kat war in seinem früheren Leben zwar ein berüchtigter Freibeuter, dennoch scheint Sebastian die Lösung des Falles zu einfach zu sein. Bis Sebastian allerdings den wahren Mörder entlarvt hat, lassen einige Menschen ihr Leben.

Mein Eindruck:

Dies war der zweite Band der Serie, den ich gelesen habe. Und auch in diesem Roman erzählt C. S. Harris einen spannenden Krimi, der interessante Einblicke ins Leben des frühen 19. Jahrhunderts gibt, was mir besonders gut gefällt. Mal sind es wie im vorangegangenen Teil die französischen Kriegsgefangenen, die sich auf Ehrenwort frei bewegen durften, mal Besonderheiten wie das Priesterloch, das in diesem Band vorkommt, die erklärt werden.

Allerdings fand ich den Plot in seiner Komplexität etwas verwirrend und stellenweise anstrengend zu lesen. Zum einen ist es die Geschichte um die Herkunft und die Besitzverhältnisse des blauen Diamanten, die bis zu Napoleon reichen, zum anderen die vielen Figuren, die nur sporadisch auftauchen.

Sebastians Frau Hero hilft auch in diesem Fall wieder mit, des Rätsels Lösung zu finden. Und auch in diesem Roman wieder durch die Bekanntschaft einer interessanten Persönlichkeit. Gleichzeitig recherchiert sie im Umfeld der Kinder aus der Schicht der armen Londoner, die sich als Straßenkehrer den Unterhalt für sich und ihre Familien verdienen.

Interessant sind kleine Nebenschauplätze wie das sogenannte Priesterloch und das Leben der kleinen Straßenkehrer, die auch noch andere Arbeiten übernehmen.

Der Schreibstil der Autorin ist angenehm, eingängig und unterhaltsam zu lesen. Die Charaktere hat sie wieder sehr fein ausgearbeitet, wobei die Entwicklung der einzelnen Personen schlüssig geschildert und gut zu verfolgen ist.

Der Titel hat sich mir nicht so ganz erschlossen. Wohl der Londoner Ortsteil Aldgate, weniger aber der Wolf. Den konnte ich irgendwie nicht so richtig zuordnen.

Fazit:

Für Freunde historischer Kriminalromane, die im Groß Britannien des 19. Jahrhunderts spielen, sind die Geschichten um Sebastian St. Cyr in jedem Fall empfehlenswert.

Leseempfehlung:

Von mir gibt es hier vier Sterne. Einen habe ich für die Komplexität abgezogen, die mir ein bisschen zu viel war.

Das Buch „Der Wolf von Aldgate“ von C. S. Harris wurde mir vom dp Verlag kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt, was meine Bewertung jedoch nicht beeinflusst hat.

Intrigen, Macht und Missbrauch

Sebastian St. Cyr ermittelt im London von 1812

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Die Story:

Heros gute Freundin und Altertumsforscherin, Miss Gabrielle Tennyson wird in der Nähe des verfallenen Schloss Camlet Moat erstochen in einem Boot aufgefunden. Die besondere Brisanz dabei: Gabrielle war sich sicher, das echte Camelot gefunden zu haben. Eine Behauptung, mit der sie für Aufsehen sorgte. Mit dem Mord sind auch die beiden kleinen Cousins des Opfers verschwunden. Für Sebastian St. Cyr und seine frisch angetraute Gattin Hero gilt es jetzt, statt auf Hochzeitsreise zu gehen, den oder die Täter und vor allem die Kinder zu finden. Sie begeben sich dabei nicht nur in Gefahr, sie kommen auch Heros skrupellosen Vater Jarvis in die Quere. Für Hero entwickelt sich hier ein Zwiespalt.

Mein Eindruck:

Dass die Autorin europäische Geschichte studiert hat, zahlt sich im Roman, der im England von 1812 spielt, eindeutig aus. Sie vermittelt einen guten und interessanten Einblick in das Alltagsleben der Bevölkerung – sowohl der wohlhabenden als auch der ärmeren. Dabei bindet sie auch die französischen Kriegsgefangenen im Offiziersrang mit ein, die sich auf Parole – also auf Ehrenwort – frei bewegen durften. Einer dieser Offiziere spielt in der Geschichte auch eine wichtige Rolle. Die Geschichte führt durch alle Gesellschaftsschichten – von erlesenen Persönlichkeiten bis hin zu Spelunken und Schlägern. Intrigen, Macht und Machtmissbrauch, Pädophilie und Schmuggel – die Spannweite der menschlichen Abgründe ist weit.

Eine besonders sympathische Nebenrolle spielt Tom, der Kutscherjunge, der keine Probleme hat, Informationen zu beschaffen. Ihn interessiert auch die Sprache der gehobenen Gesellschaft nicht besonders. Er spricht die Sprache der einfachen Menschen, was ihn umso liebenswerter macht.

Den Plot hat C. S. Harris gut durchdacht und logisch aufgebaut, viele Wendungen und die Erzählung aus verschiedenen Sichtweisen bauen die Spannung permanent auf und ziehen den Leser immer tiefer in die Ereignisse hinein. Die Charaktere hat sie fein und schlüssig gezeichnet, sodass man Gedankengänge, Handlungen und Reaktionen gut nachvollziehen kann.

Mein Fazit:

Für mich war es das erste Buch dieser Reihe. Zwar werden immer wieder Hinweise auf Ereignisse aus Vorgängerbänden gegeben, die helfen, Beziehungen zu verstehen, sodass die Bücher auch unabhängig voneinander gelesen werden können. Dennoch würde ich empfehlen, die ganze Reihe in Abfolge zu lesen, was helfen dürfte, die Entwicklung der einzelnen Personen besser einordnen zu können.

Meine Leseempfehlung:

Ich habe mich gut unterhalten gefühlt und habe die Spannung genossen. Für Leser, die sowohl das Krimi Genre als auch den historischen Hintergrund mögen, ist das Buch absolut zu empfehlen.