Nichts für schwache Nerven

Spiegelmädchen von Katja Montjano

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Die Geschichte:

Ein brutaler Überfall stürzt das Leben von Jazz in einen Abgrund voller Angst und Grauen. Gleichzeitig verschwinden ihre Mutter und Schwester – die Polizei steht vor einem schier unlösbaren Rätsel. Wurde die Familie Zielscheibe eines perversen Serienkillers oder steckt ein dunkles Geheimnis aus der Vergangenheit hinter dem schrecklichen Geschehen? Als der Entführer Kontakt zu Jazz aufnimmt, entwickelt sich ein erbarmungsloses Katz- und Mausspiel, dem Jazz nicht entkommen kann .

Mein Eindruck:

Jazz ist keine „normale“ junge Frau. Sie leidet unter dem Asperger Syndrom, einer Autismus-Art, die sich durch mangelndes Einfühlungsvermögen und mangelnde Sozialkompetenz auszeichnet. Ein weiteres Symptom, mit dem Jazz zu kämpfen hat: Sie lässt sich nicht gern anfassen und schon gar nicht in den Arm nehmen oder drücken. Und sie nimmt alles wörtlich, was den Leser so manches Mal trotz echt spannender Story schmunzeln lässt.

Gerade Jazz ist sehr gut beschrieben – mit all ihren Stärken und Schwächen und einer beachtlichen Entwicklung, die sie im Verlauf der Geschichte durchläuft. Aber auch der ermittelnde Polizist Joshua hat einen interessanten Charakter und eine ganz eigene Geschichte bekommen. Der Mörder schließlich, ist ein absolut gestörter Mensch, was sich von Anfang an zeigt. Er weiß das auch und kennt auch die Ursache seiner psychischen Abartigkeit, die in seiner Kindheit liegt.

Meine Meinung:

Katja Montejano kann es mit ihrem Thriller locker mit den ganz großen Autoren aufnehmen. Der Spannungsbogen wird durchgehend vom Anfang bis zum Ende hoch gehalten. Ich habe das Buch in einem Rutsch durchgelesen. Gut gefallen hat mir der ständige Perspektivwechsel nach Kapiteln. Mal ging es um Jazz, dann wieder um den Mörder. Joshua hat sein eigenes mit Problemen belastetes Leben, das wird aber nimmt aber nicht überhand und wird mehr oder weniger am Rande erwähnt. Die Morde sind schon ganz schön brutal, also tatsächlich nichts für schwache Nerven, der Täter ist unglaublich schlau, sieht seine Aktionen als Spiel, als Schachpartie, das vorausschauendes Denken und Planen erfordert. Was mir gefehlt hat, war ein bisschen der verspiegelte Raum, der anfangs für kurze Zeit eine Rolle spielt, dann aber total in der Versenkung verschwindet. Schade, wo der doch den Titel des Thrillers prägt. Aber das ist nur marginal.

Meine Leseempfehlung:

Ein ganz klares Ja. Das Buch ist so spannend, gut strukturiert und durchdacht, hat interessante Charaktere und ist so fesselnd, dass ich es tatsächlich nicht aus der Hand legen konnte. Außerdem wird mit der Asperger-Erkrankung der Hauptfigur ein Thema aufgegriffen, von dem viele zwar schon gehört haben, die meisten aber nicht viel anfangen können. Ein Thema, das oft genug zu Ausgrenzung und Mobbing führt, wie es auch in dem Thriller beschrieben wird. Die Autorin hat das Krankheitsbild so gut in ihrer Geschichte verpackt, dass man Menschen mit Asperger danach besser verstehen kann.

Das Buch „Spiegelmädchen“ von Katja Montejano wurde mir vom Verlag digitalpublishers  kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt, was meine Bewertung jedoch nicht beeinflusst hat.

Vielleicht gar nicht so weit weg von der Realität

Gusenberg und Schröder ermitteln in ihrem ersten Fall

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Die Geschichte

Nachdem ein junger Fußballspieler bei einem Autounfall ums Leben kommt, wird der Fall aufgrund der Bekanntheit des Opfers den Sonderermittlern Dr. Emil Gusenberg und Maryanne Schröder zugeteilt. Schnell wird ihnen klar, dass es sich nicht um einen Unfall, sondern um Mord handelt und der Fall hat es in sich. Während ihrer Ermittlungen tun sich immer mehr Abgründe auf und sie stechen bald in ein Wespennest aus Lügen, zerstörten Träumen und Menschen, die für Geld und Ruhm über Leichen gehen. Doch als der einzige Tatverdächtige ermordet aufgefunden wird, rennt den beiden Ermittlern die Zeit davon. Denn ein weiterer Mörder treibt sein Unwesen und hat sein nächstes Opfer bereits im Visier.

Meine Meinung

Eiskaltes Blut haben in diesem Krimi mehrere Leute – nicht nur der Mörder. Da sind vor allem die Funktionäre eines Fußballvereins der ersten Bundesliga zu nennen, die alles dafür tun würden, ihre Mannschaft auf dem Siegertreppchen zu halten. Und mit „alles“ ist auch wirklich alles gemeint. Aber es gibt auch noch Menschen im Umfeld dieses Clubs, die nicht gerade mit den feinsten Manieren glänzen.

Das, was Johannes Maria Stangl in seinem Krimi beschreibt, scheint gar nicht mal so abwegig. Verein und Szenerie sind zwar fiktiv, trotzdem kann man nicht unbedingt Parallelen zu großen, bekannten Fußballvereinen ziehen, aber ausmalen könnte man sich so einiges. Wobei ich den Clubs jetzt nichts unterstellen möchte.

Dass dies das Erstlingswerk des Autors sein soll, kann man sich kaum vorstellen. Die Story ist gut strukturiert, bietet Perspektivwechsel, die die Geschichte noch spannender machen und dem Leser einen kleinen Wissensvorsprung vor den Ermittlern geben. Die Charaktere der beiden Kommissare sind gut durchdacht und beschrieben. Aber auch die Gegenspieler zeichnet Stangl mit gutem Blick in die Psyche und das Verhalten von Menschen. Der Mörder weckt beim Lesen ambivalente Gefühle. Einerseits kann man seine Beweggründe verstehen, andererseits sind seine Reaktionen natürlich nicht hinnehmbar.

Der Schreibstil ist flüssig, die Geschichte spannend verpackt. Das Buch hatte ich in kürzester Zeit durch. Ich habe die Reihenfolge der Bücher mal umgedreht und erst den zweiten Band „Dunkle Pfade“ und dann erst „Eiskaltes Blut“ gelesen. Beide Bände der Gusenberg/Schröder Krimireihe sind in sich geschlossene Geschichten, die man auch ohne Vorkenntnisse lesen kann.

Was mir ein bisschen gefehlt hat, sind die Auflösungen einzelner loser Fäden, sprich Figuren die zwar auftreten, deren Verbleib am Ende aber nicht weiter verarbeitet wird. So hat sich mir beispielsweise die Frage gestellt, was denn aus Maria geworden ist und welche Konsequenzen Esch zu tragen hat. Leider fehlt auch der Hinweis, in welcher Sparte Gusenberg promoviert hat. Medizin ist es nicht, denn er betont immer dass er „nicht so ein Doktor“ sei.

Meine Leseempfehlung

Für Krimi- oder Thrillerfans ist das Buch aus meiner Sicht unbedingt empfehlenswert. Wer schwache Nerven hat oder nach der Darstellung von Gewalttaten nicht schlafen kann, sollte diesen Krimi besser nicht lesen.

Das Buch „Eiskaltes Blut“ von Johannes Maria Stangl wurde mir vom Verlag digitalpublishers  kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt, was meine Bewertung jedoch nicht beeinflusst hat.

Das Ergebnis verkorkster Erziehung

Narbenkinder von Cecily von Hundt

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Es ist schon heftig, wie die Lebensumstände in der Kindheit einen Menschen prägen und sein Leben lang beeinflussen können. In „Narbenkinder“ von Cecily von Hundt gibt es dafür gleich zwei dominante Beispiele: Den Mörder und die junge Journalistin Penny Kalunke.

Die Geschichte:

Ein Serienmörder treibt im vorweihnachtlichen Berlin sein Unwesen. Gleich fünf Menschen, drei Frauen und zwei Männer müssen innerhalb weniger Tage ihr Leben lassen. Mit Nachrichten, die er den weiblichen Opfern in den Mund steckt und einem Brief, den er an Penny schickt, weist er auf die Möglichkeit weiterer Morde hin und fordert eine Berichterstattung durch Penny – und zwar nur durch sie. Die Journalistin, die vor ein paar Jahren mit einem Journalistenpreis ausgezeichnet wurde, und ihr Chef und Patenonkel Max informieren die Polizei, die mehr oder weniger begeistert Penny an den Ermittlungen beteiligt. Doch dem Täter auf die Spur zu kommen ist gar nicht so leicht. Vor allem, weil sich das Motiv nicht eindeutig ermitteln lässt.

Meine Meinung:

Mich hat die Geschichte von Anfang an eingenommen und dabei eine Eigendynamik entwickelt, die mich gefesselt hat. Spannend fand ich vor allem Pennys komplizierten Charakter, der durch eine bipolare Störung, ein Erbe ihrer Mutter, für die Umwelt schwierig zu handeln ist. Aber auch ihr Vater, ein Alkoholiker und natürlich nicht zuletzt der Mörder haben ihr Päckchen zu tragen. Vor allem der Mörder, dessen Gedankengänge und Lebensumstände immer wieder in kurzen Kapiteln eingeschoben werden und somit einen Einblick in eine stark gestörte Persönlichkeit geben. Dabei spielt die Autorin mit den Gefühlen der Leser. Denn eigentlich hat er ein hehres Motiv, das hier aber nicht verraten werden soll.

Dem Mörder war ich nach rund 75 Prozent der Geschichte auf der Spur. Was die Spannung aber nicht gemindert hat. Und dann gibt es da noch den überheblichen Hauptkommissar, der auch noch auf der Anrede mit Dienstgrad besteht. Auch er hat sein Psychopaket abbekommen in Form eines Minderwertigkeitskomplexes aufgrund seiner Größe – oder eben auch nicht Größe – der durch fast schon autoritäres Auftreten kompensiert werden muss.

Aber auch das Redaktionsleben hat Cecily von Hundt anschaulich dargestellt. Ich habe selbst fast 30 Jahre als Journalistin – meistens frei – gearbeitet und kann nur bestätigen, was sie in ihre Geschichte einfließen lässt. Die Redaktionskonferenzen, die spontanen Aufträge, die dann möglichst noch aktuell ins Blatt müssen und die Sonn- und Feiertagsdienste, bei denen ein kleines Team die Ausgabe des nächsten Werktags vorbereitet. Absolut nicht ungewöhnlich ist, dass einzelne Journalisten für die Berichterstattung gezielt bei den Redaktionen angefragt werden.

Interessant fand ich die Aufarbeitung des Themas der bipolaren Störung. Man hört immer wieder darüber, aber wie sich die Krankheit äußert, wird selten wirklich offen und informativ anhand von Beispielen erklärt.

Ein bisschen hat mich der übermäßige Alkoholgenuss verschiedener Persönlichkeiten im Buch gestört. Aber das ist eine Nebensächlichkeit, die keine Abwertung verdient.

Einzig die Namensgebung war mir zu albern. Penny Kalunke geht ja noch. Aber Nick Zwieback fand ich dann nicht so passend. Auch wenn dadurch Dialoge zwischen Penny und Nick möglich wurden. Aber da hätte es vielleicht auch noch andere Möglichkeiten gegeben.

Die Autorin hat einen guten, flüssigen und nicht zu komplizierten Schreibstil. Das Cover passt gut zum Thema und lässt Schlüsse auf den Inhalt zu.

Meine Leseempfehlung:

Ein ganz klares Ja. Ich fand die Story spannend, auch wenn es immer wieder Ausflüge in Pennys Privatleben gibt. Die kann und soll es auch geben. Schließlich sind die Protagonisten – egal in welcher Geschichte – auch immer ganz normale Menschen. Das Private darf nur nicht überwiegen.

Das Buch „Narbenkinder“ von Cecily von Hundt wurde mir vom Verlag digitalpublishers  kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt, was meine Bewertung nicht beeinflusst hat.

Klar und geradeaus mit starkem Spannungsbogen

Die letzte Lüge des Cameron Swift von Jane Isaac

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Cameron Swift ist ein Geschäftsmann, der viel dafür arbeitet, seiner Familie ein schönes Leben zu ermöglichen. Dafür muss er auch häufig durchs Land reisen und ist regelmäßig über Tage nicht zuhause. Obwohl er selbstständig ist und eigentlich Netzwerke pflegen müsste, meidet er gesellschaftliche Anlässe. Seine Partnerin Monika ist mit den beiden Kindern zuhause. Alles sieht nach einem idealen Leben aus. Bis – ja bis Cameron an einem Sonntagmorgen auf dem Weg zum Golfen direkt vor der Tür seines beachtlichen Anwesens kaltblütig erschossen wird.

Family Liaison Officer DC Beth Chamberlain wird als Opferschutzbeamtin gemeinsam mit einem Kollegen zur Betreuung der Familie eingesetzt. Da meldet sich Sara Swift, die ebenfalls behauptet, mit ihren beiden Kindern die Familie des Cameron Swift zu sein. Obwohl auch sie nicht mit Cameron verheiratet ist, hat sie seinen Namen angenommen. Die beiden Familienbetreuer teilen sich auf, Beth wird zur Betreuung der zweiten Familie abgeordnet.

Es ist ein Leben, das auf eine oder auch mehrere Lügen aufgebaut wurde und durch den Mord wie ein Kartenhaus in sich zusammenfällt. Was vermutlich aber auch sonst passiert wäre. Denn im Verlauf der Geschichte erfährt man immer mehr, wie eng es für Cameron eigentlich gerade geworden ist.

Meine Meinung:

Jane Isaac hat eine komplexe aber gut durchdachte Story entwickelt, die dem Leser allerhand Rätsel aufgibt. In flüssiger, leicht lesbarer Erzählweise entwickelt sie eine Geschichte, die nicht unrealistisch erscheint. Den Mörder entlarvt sie erst sehr spät. Hinweise auf ihn sind zwar irgendwo im Buch versteckt, man muss aber schon sehr genau hinsehen und nachdenken, darf gewisse Aspekte nicht aus dem Auge verlieren.

Die Figuren hat sie gut charakterisiert und beschrieben. Beth, die alles für ihre Schwester Eden und ihre Nichte Lilly tun würde und ausgerechnet durch Eden in Bedrängnis gerät, Nick, ihr Vorgesetzter, mit dem sie ein mehr oder weniger lockeres Verhältnis pflegt, Monika und Sara, die beiden Frauen, die eine ruhig, die andere aufbrausend – sie sind alle Charaktere, die es überall gibt, denen man jederzeit begegnen könnte. Und auch das Opfer, Cameron, ist interessant zu betrachten. Könnte so ein Mensch auch in unserem näheren Umfeld leben? Ich denke schon. Bigamie oder auch die Beziehung zu zwei Partnern ist nicht ungewöhnlich. Und etwas zu vertuschen hat so mancher gute Bürger.

Fazit:

Das Buch „Die letzte Lüge des Cameron Smith“ ist gut zu lesen. Man kommt gut in die Geschichte hinein, der Spannungsbogen steigt gleich zu Beginn an und hält bis zum Schluss, die Handlung ist nicht zu kompliziert verwoben, die Autorin verliert sich nicht in Nebengeschichten, die mit der eigentlichen Geschehen nichts zu tun haben. Ich hatte den Roman in kürzester Zeit durch. Von mir gibt es dafür eine absolute Leseempfehlung.

Das Buch „Die letzte Lüge des Cameron Swift“ von Jane Isaac wurde mir von www.digitalpublishers.de kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt, was meine Bewertung nicht beeinflusst hat.

So gut wie Fitzek und Stieg Larsson

Der Chat von Christoph F. J. Rotter

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Puh, das war eine spannende Nacht. Den Thriller „Der Chat“ von Christoph F.J. Rotter habe ich komplett in vier Stunden durchgelesen.

Die Geschichte:

Ben trifft sich mit Viola zu einem ersten Date, das schiefzulaufen droht, in einer Bar, zeigt ihr eine App auf seinem Handy, mit der er die Chats der anderen Gäste mitlesen kann. Das Programm ist natürlich illegal und von Bens Bruder Tommy, einem begnadeten Hacker, mitentwickelt worden. Die beiden entdecken einen Schriftverkehr bei dem es um den Mord an einer Studentin geht. Diese soll an dem Abend noch sterben. Ben und Viola finden mit Tommys Hilfe den Verfasser der Nachrichten. Zumindest einen davon. Die beiden beschließen, ihn zu verfolgen und dann, wenn sie wissen, wo der Mord stattfinden soll, die Polizei zu alarmieren. Es beginnt eine nervenaufreibende Nacht – nicht nur für die Protagonisten des Thrillers.

Meine Meinung:

Der Autor hat den Spannungsbogen schon sehr früh gespannt. Gleich zu Beginn wird der Leser gefesselt und im Verlauf der Geschichte immer weiter ins Geschehen hineingezogen. Man fiebert mit Ben und Viola mit, fühlt mit Tommy, der aufgrund einer Sozialphobie seine Wohnung nie verlässt und ist immer wieder geneigt, dem Ermittler Tipps zu geben oder die jungen Leute zu warnen. Durch die sehr spannende und klare Erzählart und den quasi in Echtzeit stattfindenden Ablauf findet man keine Gelegenheit, eine Pause einzulegen oder gar zu schlafen. Ich jedenfalls habe bis halb sechs Uhr gelesen und nicht aufgehört, bis ich am Ende war.

Fazit:

So spannend die Geschichte ist, so unwahrscheinlich ist sie auch. Das tut der Story aber keinen Abbruch. Im Gegenteil. Wer genug Phantasie besitzt, sich auf die Geschichte einzulassen, hat Lesespaß für mehrere Stunden. Eine schlaflose Nacht kann man kaum besser verbringen. Und wer sagt, dass Thriller realistisch sein müssen?

Meine Leseempfehlung:

Für dieses Buch gibt es für mich eine ganz klare Leseempfehlung für alle, bei denen es auch einmal heftiger zugehen darf. Vom Autor Christoph F.J. Rotter wünsche ich mir noch mehr solcher Geschichten. Denn er steht den bekannten Schriftstellern wie Fitzek, Stieg Larsson und anderen in nichts nach.

Das eBook „Der Chat“ von Christoph F. J. Rotter wurde mir vom dp-Verlag Stuttgart kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt, was meine Bewertung aber nicht beeinflusst hat.

Das Potenzial leider nicht ausgeschöpft

Mord in der Breege Bucht von Monika Detering

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Die Geschichte:

Immobilienhaie sind als unsensibel und geldgierig verschrien. Die Autorin hat sich das mit ihren Protagonisten Stübbe, Heinrich und deren Sekretärin Pritzkoleit zunutze gemacht und einen Krimi veröffentlicht, der am Beispiel von vier älteren Damen eine Lehrstunde im Rausekeln von unliebsamen Mietern geschaffen.

Die Immobilien-Händler haben ein altes Mehrfamilienhaus gekauft, in dem vier Frauen leben. Das Gebäude soll grundsaniert und die Mietwohnungen in moderne Appartements umgewandelt werden, die viel Geld einbringen sollen. Um ihre Ziele durchzusetzen lassen sie sich einiges einfallen. Von abgebauten Herden und still gelegten Wasserrohren bis hin zur Heizung, die abgestellt wird. Die vier alten Damen zeigen sich allerdings renitent und uneinsichtig. Sie wollen die Wohnungen partout nicht räumen.

Die Biologin Catrin Sommerblom nimmt bei den beiden Herren eine Stelle als Hausmeisterin in diesem Haus an und hat dabei vor allem die Aufgabe, die Mieter zu bespitzeln. Sie selbst hat aber auch noch eigene Beweggründe für die Aufnahme ihrer Tätigkeit.

Als eine der Mieterinnen im Haus verunglückt und im Krankenhaus stirbt, tritt schließlich die Kommissarin Jordan in die Geschichte ein. Neben dem überraschenden Tod der alten Dame bekommt sie noch einen Mord auf den Tisch. Der Immobilien Makler Stübbe wird tot auf seiner Jacht aufgefunden.

Meine Meinung:

Monica Detering hat die Figuren in ihren Charakteren gut gezeichnet. Die vier Mieterinnen beschreibt sie ganz unterschiedlich von zaghaft über resolut bis schrullig, Stübbe als rücksichtslos und Rosa Pritzkoleit, die Sekretärin als gierig. Nur aus Catrin Sommerblom wird man nicht so ganz schlau.

So richtig Spannung kommt beim Lesen des in flüssiger und gut zu lesender Erzählung geschriebenen Krimis nicht auf. Zu lange – über gut die Hälfte – dümpelt die Geschichte vor sich hin und dreht sich um das Verhältnis zwischen den vier alten Damen und den Immobilien-Maklern. Erst danach kommen die Merkmale eines Krimis zur Geltung.

Mein Fazit:

Schade. Das Thema hätte weit mehr Potenzial für einen Krimi gehabt, der leider etwas zu kurz kommt. Auch die Hauptfigur, Catrin Sommerblom bleibt zu lange im Dunkeln. Der Spannungsbogen fängt sehr spät an, zeitweise fällt es schwer, dran zu bleiben. Dafür weckt die Beschreibung vom Handlungsort Stralsund die Lust, sich die Region einmal genauer anzuschauen.

Meine Lesempfehlung:

Bücher und Genres sind immer subjektiv zu bewerten. Nicht jeder mag Thriller, die einem das Blut in den Adern gefrieren lässt. Für alle, die nach der Lektüre noch ruhig schlafen wollen und allgemein nicht so sehr auf blutrünstige Psychopathen stehen, ist das Buch sicherlich spannend genug. Für alle anderen, die, so wie ich, eher der Fraktion Pageturner für eine ganze Nacht angehören ist die Handlungsfolge eher zu ruhig.

Das Buch Mord in der Breege Bucht von Monika Dettering wurde mir vom dp-Verlag Stuttgart kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt, was meine Bewertung nicht beeinflusst hat.

Ein Blick in tiefe Abgründe

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Der Klappentext:

Gusenberg ist nach seinem spektakulären letzten Fall wieder im Dienst. Das nächste Verbrechen auf seinem Schreibtisch scheint auf den ersten Blick eindeutig zu sein: Ein Häftling der JVA wurde von einem Mitinsassen ermordet. Doch es gibt kein Motiv und der Täter schweigt beharrlich. Die einzige Verbindung zwischen Opfer und Täter ist die Kanzlei Löffler & Homburger, von der beide vor Gericht vertreten wurden. Gegen den Willen ihres Chefs versorgt eine der Anwältinnen dort Gusenberg und Schröder mit Informationen zu einem bedeutenden Prozess, der aber kurz vor Beginn platzte. Musste Förster sterben, weil er zu viel über den alten Fall herausfand? Doch die Ermittler merken bald, dass dieser Mord nur der kleinste Teil in einem tödlichen Netz aus Habgier und Perversion ist …

Die Geschichte:

Eigentlich sind es zwei Geschichten, die aufeinander zugeführt werden, um am Ende miteinander zu verschmelzen. Die eine Seite ist der Mord des Häftlings der JVA, die andere erzählt von Ann, einer Achtklässlerin, die sich auf ein gefährliches Online-Spiel einlässt.

Und eigentlich dreht sich fast alles um eine Anwaltskanzlei, in der sich der Polizei gegenüber  keiner wirklich kooperativ zeigt, um bei der Aufklärung des Mordes zu helfen. Außer einer Juristin.

Stangl hat interessante Charaktere geschaffen und es fertig gebracht, sich sowohl im Millieu einer JVA, als auch unter Juristen oder in der Welt von Teenagern zu bewegen und die Bereiche dabei sauber getrennt zu halten.

Ein Mord, bei dem der Täter von Anfang an feststeht – was soll es da noch an Rätseln und spannenden Wendungen geben? So viel sei gesagt: Es gibt viele und vor allem unvorhersehbare Wendungen.

Mit Gusenberg hat er einen Polizisten, der nach einem traumatischen Einsatz (im ersten Band) zwar wieder arbeitstauglich geschrieben wird, der aber noch sehr am Erlebten zu knabbern hat und oft mit sich selbst beschäftigt ist. Ann ist, wie viele Teenie-Mädchen, ständig im Zwiespalt der Gefühle, hat Probleme, sich in der Klasse zu etablieren, hat nur eine wirkliche Freundin, die aber immer weniger Zeit für Ann hat und nur noch von Leon, ihrer großen Liebe, erzählt. Da trifft der Game-Master des Online-Spiels auf fruchtbaren Boden.

Fazit:

Der Roman ist unglaublich fesselnd. Ich habe ihn in kürzester Zeit durchgelesen. Vor allem nachts, als ich nicht schlafen konnte. Die Charaktere sind fein ausgearbeitet und authentisch.

Zwar war ich nach gut 75 Prozent der Geschichte bereits dem Täter auf der Spur. Dennoch wurde es zum Ende hin noch einmal so richtig dramatisch.

Für Krimi- oder Thrillerfans ist das Buch aus meiner Sicht unbedingt empfehlenswert.

Das Buch wurde mir kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt. Meine Bewertung wurde dadurch nicht beeinflusst.

Dunkle Abgründe tun sich auf

Update!!!!!!!

Das Buch „Sündenspiel“ wurde überarbeitet und ist nun mit dem Titel „Schlinge der Schuld“ neu aufgelegt.

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Nachdem Caroline, die Tochter des Bürgermeisters, zu nächtlicher Stunde von einem Auto überfahren wird, zeigt sich bei der Blutuntersuchung, dass sie K.-o.-Tropfen intus hatte. Der wortkarge Henry Kilmer und seine Kollegin Linda Liedke müssen unter Hochdruck ermitteln. Caroline befand sich am Abend des Unfalls auf einer Party des Theatervereins, für den sie arbeitet. Der Alptraum für die Ermittler, denn eine große Anzahl an Verdächtigen war auf der Feier, die alle verhört werden müssen. Doch schon bald führt die Ermittlung die beiden Kommissare zu einem anderen, hoch brisanten Fall, bei dem sich düstere Abgründe auftun.

Ich habe von Anfang an leicht in die Geschichte hineingefunden, hatte aber im Verlauf zeitweise Mühe, der Story zu folgen. Zeiten- und Perspektivenwechsel sind nicht immer sofort erkennbar und für die Verwirrungen verantwortlich. Dennoch ist die Story spannend und deckt wirklich Abgründe auf. Da wird im Klappentext nicht übertrieben. Was mir besonders gut gefallen hat, ist das Ende, mit dem ich nicht gerechnet hatte.

Das Buch ist spannend – keine Frage. Aber keine leichte Lektüre. Sprich: Wer sich drauf einlässt, sollte genügend Zeit haben. Denn eben mal fünf Minuten rein lesen, um eine Wartezeit zu überbrücken, bringt nicht viel. Da fehlen einem die Zusammenhänge. So kommt man nie in die Geschichte rein.

Zweifel am eigenen Spürsinn

Die Angst lauert im Schatten
von Ursula Grossmann

Bis ins Mark verunsichert wird Isabel Seland. Denn schon kurz nachdem sie ihre Familienzeit beendet und wieder in den Schuldienst zurückkehrt, geschehen seltsame Dinge. Es sind meist nur Kleinigkeiten, derer sie die Kollegen oder die neu eingestellte und recht unverschämte Haushälterin verdächtigt. Aber ob die wirklich schuld an den ganzen Begebenheiten tragen? Halt und Unterstützung erfährt Isabel bei Sabine und Jan, zwei jungen Kollegen, die ihr helfen, sich ins Schulleben einzufinden und die seltsamen Geschehnisse einzuordnen. Doch die Probleme häufen sich – sowohl mit den Schülern als auch mit älteren Kollegen und Kolleginnen. Sogar ihrem Mann traut sie mit der Zeit nicht mehr so richtig.

Ursula Großmann hat die Protagonisten sehr fein und genau gezeichnet, gibt tiefe Einblicke in deren Seelenleben, lässt Isabel langsam aber sicher an den Rand des Wahnsinns gleiten. Sie bringt die Arztgattin und Mutter eines Neunjährigen dazu, an sich selbst zu zweifeln. In flüssigem, gut lesbarem Schreibstil zieht die Autorin ihre Leser mehr und mehr in den Bann, lässt die anfangs selbstbewusste, egoistisch erscheinende aber dennoch naive Hauptfigur zweifeln – an der Familie, an den Freunden, Kollegen und Schülern und ganz besonders an sich selbst.

Ob sie sich nun tatsächlich alles oder zumindest Teile der Begebenheiten einbildet oder ob sie tatsächlich Opfer ist, soll hier nicht verraten werden. Nur so viel  – es gibt mehrere Wendungen, die den Leser immer wieder am eigenen Spürsinn zweifeln lassen.

Eine klare Leseempfehlung von meiner Seite.

Spannende und zeitweise witzige Denksportaufgabe

„Tödliche Realität“ von P.D. Lyle

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Die Geschichte

Ein Serienmörder, der sieben Morde gestanden und deswegen lebenslang in Haft sitzt, widerruft sein Geständnis für zwei Morde. Welche der sieben Frauen angeblich nicht auf sein Konto gehen, will er aber nicht sagen. Aus Sicherheitsgründen, wie er behauptet. Finanziert von einem zunächst anonymen Anwalt beauftragt er das Ermittlerteam Ray und Jack Longly, Vater und Sohn, sowie Pancake und Nicole, Jakes bester Freund sowie seine Lebensgefährtin, dieses Rätsel zu lösen. Doch wo sollen die vier mit der Suche beginnen, wenn sie keinerlei Anhaltspunkte haben. Und warum behauptet Billy Wayne Beker, nur fünf der sieben gestandenen Morde begangen zu haben. Will er nur Aufmerksamkeit, oder läuft tatsächlich ein Doppelmörder frei herum?

Da das Team, das unter anderen einen Polizisten als Täter in Betracht zieht, verdeckt ermitteln möchte, gibt es sich als Kamerateam aus, das für einen TV-Sender eine Dokumentation über die Folgen von Serienmorden für die Angehörigen und die Stadt recherchiert.

Die Story spielt in einer Kleinstadt in Florida, für deren Beschreibung der Autor sämtliche Klischeeregister zieht. Die Bewohner sind freundlich, neugierig aber auch skeptisch, geben trotzdem gern Auskunft, geben dabei durch das Weitererzählen von Klatsch und Tratsch unbewusst Hinweise. Die Beschreibung des Ortes und der dort lebenden Menschen ist P. D. Lyle gelungen. Aber auch die Protagonisten zeichnet er mit ausgeprägten Charakteren. Angefangen von der bezaubernden und unglaublich cleveren Nicole über Jack, der eigentlich gar nicht in diesem Job arbeiten möchte, aber immer wieder von seinem Vater hineingezogen wird, bis hin zu ebendiesem Vater Ray, ein alter Hase in seinem Metier und Pancake, der den ganzen Tag essen könnte.

Mein Fazit

Der Erzählstil ist ein Besonderer, den man so nicht oft findet. Einerseits wird die Story aus der Sicht von Jake in der Ich-Form erzählt, andererseits treten aber auch Ray und Pancake aktiv in der Ermittlung auf. Deren Part wird aus der Sicht des Erzählers dargestellt. Die Überschneidung zweier Erzählstile stört aber keineswegs. Im Gegenteil. Ich fand diese Art eigentlich ganz spannend. Der Verlauf der Geschichte ist spannend und fesselnd, gleichzeitig mit einer Prise Humor und einem Augenzwinkern angereichert.

Ob Billy Wayne die Wahrheit gesagt hat und tatsächlich nur fünf, statt sieben Frauen umgebracht hat und somit ein Doppelmörder frei herumläuft, das bleibt bis zuletzt ein gut gehütetes Geheimnis. Und der Leser darf sich sicher sein, dass er der Lösung des Falles nicht so einfach näher kommt, wie er es an mancher Stelle meint.

Von meiner Seite aus gibt es eine eindeutige Leseempfehlung.Sp