Ein unerwartetes Erbe und geheime Machenschaften

Die Geschichte:

Die junge Sportstudentin Juliana hat geerbt. Eine Villa nebst großem Weingut in der Toskana soll sie jetzt ihr Eigen nennen dürfen. Vermacht hat ihr das Anwesen ihr Onkel, der Bruder ihres Vaters, den sie aber so gut wie nie gesehen hat. Der allerdings hatte auch drei Kinder, die durch die Erbschaft obdachlos und arbeitslos werden. Es sei denn, Juliana zeigt sich großzügig. Die Sportstudentin wiederum, die äußersten Wert auf ihren durchgestylten Körper legt, weiß gar nicht, wie sie zu der Erbschaft kommt und wie sie damit umgehen soll. Vom Weinbau hat sie keine Ahnung und ihr Ziel liegt eher in einem Sportgeschäft in Deutschland als im toskanischen Weinberg. Doch bei ihrem Besuch in der Villa Verbena kommt sie nicht nur in Gefahr, sie erfährt auch, worin ihr Trauma gründet, das sie seit ihrer Kindheit belastet und das sie sich bislang nicht erklären konnte. Es hängt mit mysteriösen Machenschaften ihrer Verwandten zusammen.

Mein Eindruck:

Der Plot an sich gründet auf einer guten Idee und ist soweit auch ganz gut durchdacht und beschrieben. Die Einführung im ersten Kapitel war mir allerdings zu langatmig. Da hätte ich schon fast aufgegeben. Nur langsam entwickelt sich die Geschichte, in der Juliana von allen Seiten im Dorf Dormia Abneigung und Hass entgegenschlagen. Selbst ihr Cousin und seine beiden Schwestern benehmen sich ihr gegenüber seltsam.

Auf die Charaktere hätte Barbara Büchner etwas genauer eingehen können. Da fehlt mir ein bisschen Tiefe.

Beim Lesen durchzuhalten hat sich dann aber doch gelohnt. Gegen Ende wird es spannender und die Abgründe, in die nicht nur Julianas Onkel verstrickt war, sind erschütternd. Zumal das Thema, das die Autorin aufgegriffen hat, tatsächlich existiert. Selbst in unserer Region gab es einen Fall von … nein ich verrate hier lieber nicht, worum es geht. Es hat in jedem Fall mit Tierquälerei und Mord zu tun.

Fazit:

Das Grundthema des Romans rüttelt auf und lässt über den Umgang, den manche mit Menschen und Tieren haben, nachdenken. Allerdings hätte das Ganze spannender gestaltet werden können. Gelungen ist der Autorin die Beschreibung des Lokalkolorits. Sei es der cholerische Weinbauer, der lethargische Polizist, der das als typisch italienische Polizistenart bezeichnete Abwimmeln mit Inbrunst zelebriert, die Dottoressa, die Dorfärztin, die sich loyal gibt und gutgemeinte Ratschläge erteilt oder der Rechtsanwalt, der mit allen Wassern gewaschen versucht, die Erbin über den Tisch zu ziehen – sie bedient hier Klischees, die für Menschen, die diesen Personen nicht ausgesetzt sind, von außen betrachtet durchaus als liebenswert erscheinen könnten.

Was mir nicht gefallen hat, ist der Schreibstil. Im Text finden sich zu viele Fremdwörter, die sogar ich nachschlagen musste. Und ich kenne viele Fremdwörter. Ich bin Verfechterin der einfachen Sprache in Büchern, die in allen Gesellschaftsschichten gelesen werden. Bei Fachbüchern sieht das anders aus.

Leseempfehlung:

Drei Sterne. Zu mehr reicht es bei mir nicht. Teilweise gibt es Beschreibungen, die für sensible Leser nicht geeignet sind. Ansonsten plätschert mir die Story zu sehr vor sich hin.

Das Buch „Tödliche Villa Verbena“ von Barbara Büchner wurde mir vom dp Verlag kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt, was meine Bewertung jedoch nicht beeinflusst hat.

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