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Die Geschichte:
Madame Lavinia ist tot. Die Frau mit dem französischen Akzent, die von sich behauptet, Kontakt zu Verstorbenen aufnehmen zu können, Botschaften zu empfangen und dadurch Familiengeheimnisse zu kennen, wurde vergiftet. Mrs Frogerton, Miss Caroline Mortons Arbeitgeberin, ist von der geheimnisvollen Frau und ihren spiritistischen Sitzungen fasziniert. Sie schleppt auch Caroline mit, für die die Seherin eine Botschaft hat. Caroline und Mrs. Morton finden schließlich die Leiche der Madame Lavinia. Im Schreibtisch liegt ein Brief, in dem Madame Lavinia Caroline bittet, ihren Mörder zu finden.
Mein Eindruck:
Aus historischer Sicht ist der Roman um Miss Morton und ihre Arbeitgeberin Mrs Frogerton gelungen. Der Leser kann sich sowohl in die Zeit als auch in die Charaktere hineinversetzen. Die Rolle einer Gesellschafterin wird genauso gut beschrieben, wie der Standesdünkel, den Menschen, die „nur“ durch Arbeit reich geworden sind, vonseiten der Adligen zu spüren bekommen. Besonders deutlich wird dies durch Dorothy, Mrs Frogerton‘s Tochter, die in der Ballsaison einen Mann kennenlernen möchte, der, im Gegensatz zu ihr, möglichst von adligem Stand sein soll.
Die Charaktere sind gut ausgearbeitet und überzeugen. Man kann sich in sie und auch in ihre Denkweise hineinversetzen und mit ihnen mitfühlen.
Soweit die Seite des „Cosy“ im Cosy Crime. Die Krimiseite hat mir allerdings nicht so gut gefallen. Die Ermittlungen waren mir zu zäh, es fehlt meiner Meinung nach an Spannung. Manches kommt mir konstruiert vor, so als ob die Autorin selbst nicht so genau gewusst hätte, wie sie weiter vorgehen soll. Die Geschichte plätschert vor sich hin. Erst gegen Ende, als Caroline im Keller etwas findet, kommt so etwas wie Spannung auf. In der Regel habe ich Bücher in kürzester Zeit durchgelesen. Dieses Mal habe ich relativ lange gebraucht. Der Reiz, das Ende zu erfahren, hat gefehlt.
Fazit:
Ich bin zwar eigentlich Thriller-Leserin, mag aber auch ganz gern gute, spannende Cosy Crimes oder historische Romane, die Einblicke ins damalige Leben geben. Leider hat mich der Mord in St. John’s Wood nicht so richtig überzeugen können. Die Story ist weder Fisch noch Fleisch.
Leseempfehlung:
Für die absolut sanft besaiteten Leser ist der Roman sicherlich geeignet. Von mir gibt es nur drei Sterne.
Das Buch „Mord in St. John’s Wood – Miss Morton ermittelt (2)“ von Catherine Lloyd wurde mir vom dp Verlag kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt, was meine Bewertung jedoch nicht beeinflusst hat.