Das Potenzial leider nicht ausgeschöpft

Mord in der Breege Bucht von Monika Detering

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Die Geschichte:

Immobilienhaie sind als unsensibel und geldgierig verschrien. Die Autorin hat sich das mit ihren Protagonisten Stübbe, Heinrich und deren Sekretärin Pritzkoleit zunutze gemacht und einen Krimi veröffentlicht, der am Beispiel von vier älteren Damen eine Lehrstunde im Rausekeln von unliebsamen Mietern geschaffen.

Die Immobilien-Händler haben ein altes Mehrfamilienhaus gekauft, in dem vier Frauen leben. Das Gebäude soll grundsaniert und die Mietwohnungen in moderne Appartements umgewandelt werden, die viel Geld einbringen sollen. Um ihre Ziele durchzusetzen lassen sie sich einiges einfallen. Von abgebauten Herden und still gelegten Wasserrohren bis hin zur Heizung, die abgestellt wird. Die vier alten Damen zeigen sich allerdings renitent und uneinsichtig. Sie wollen die Wohnungen partout nicht räumen.

Die Biologin Catrin Sommerblom nimmt bei den beiden Herren eine Stelle als Hausmeisterin in diesem Haus an und hat dabei vor allem die Aufgabe, die Mieter zu bespitzeln. Sie selbst hat aber auch noch eigene Beweggründe für die Aufnahme ihrer Tätigkeit.

Als eine der Mieterinnen im Haus verunglückt und im Krankenhaus stirbt, tritt schließlich die Kommissarin Jordan in die Geschichte ein. Neben dem überraschenden Tod der alten Dame bekommt sie noch einen Mord auf den Tisch. Der Immobilien Makler Stübbe wird tot auf seiner Jacht aufgefunden.

Meine Meinung:

Monica Detering hat die Figuren in ihren Charakteren gut gezeichnet. Die vier Mieterinnen beschreibt sie ganz unterschiedlich von zaghaft über resolut bis schrullig, Stübbe als rücksichtslos und Rosa Pritzkoleit, die Sekretärin als gierig. Nur aus Catrin Sommerblom wird man nicht so ganz schlau.

So richtig Spannung kommt beim Lesen des in flüssiger und gut zu lesender Erzählung geschriebenen Krimis nicht auf. Zu lange – über gut die Hälfte – dümpelt die Geschichte vor sich hin und dreht sich um das Verhältnis zwischen den vier alten Damen und den Immobilien-Maklern. Erst danach kommen die Merkmale eines Krimis zur Geltung.

Mein Fazit:

Schade. Das Thema hätte weit mehr Potenzial für einen Krimi gehabt, der leider etwas zu kurz kommt. Auch die Hauptfigur, Catrin Sommerblom bleibt zu lange im Dunkeln. Der Spannungsbogen fängt sehr spät an, zeitweise fällt es schwer, dran zu bleiben. Dafür weckt die Beschreibung vom Handlungsort Stralsund die Lust, sich die Region einmal genauer anzuschauen.

Meine Lesempfehlung:

Bücher und Genres sind immer subjektiv zu bewerten. Nicht jeder mag Thriller, die einem das Blut in den Adern gefrieren lässt. Für alle, die nach der Lektüre noch ruhig schlafen wollen und allgemein nicht so sehr auf blutrünstige Psychopathen stehen, ist das Buch sicherlich spannend genug. Für alle anderen, die, so wie ich, eher der Fraktion Pageturner für eine ganze Nacht angehören ist die Handlungsfolge eher zu ruhig.

Das Buch Mord in der Breege Bucht von Monika Dettering wurde mir vom dp-Verlag Stuttgart kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt, was meine Bewertung nicht beeinflusst hat.

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